Ausgabe

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

weltweit gibt es rund 4000 mittelständische Unternehmen, die in ihren Nischen Weltmarktführer sind – und 1600 dieser Hidden Champions haben ihren Sitz in Deutschland. Diese (allzu oft) stillen Stars sind der Grund, dass wir nach wie vor die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sind, uns immer wieder neu er nden und Krisen überstehen. Außerhalb ihrer Branche aber sind viele dieser Unternehmen kaum bekannt und selten Thema in den Nachrichten – obwohl es so viel Positives über sie zu berichten gäbe. Aber genau das machen wir jetzt in dieser Ausgabe - inspiriert von dem Gedanken, dass unsere Hidden Champions für Bruttosozialprodukt, Ausbildung und Beschäftigung wichtiger sind alle 40 Dax-Konzerne zusammen.

 Nach klassischer Definition gelten Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz, über 50 Prozent Exportquote und einer Top-3-Platzierung in ihrer technologischen Nische als Hidden Champions. Für unser Heft haben wir diese Auswahlkriterien etwas freier interpretiert, um nicht nur von Herrenknecht und Marquardt, Karl Storz, Aesculap oder der Koehler Gruppe zu berichten, sondern auch die zweite Reihe zu beleuchten. Daher war die Redaktion in einer Mühle, die für Dinkelfreunde wie eine Pilgerstätte ist, stellt echte Lebensverlängerer und einen Unternehmer mit sehr sozialer Ader vor. Bei den Hubers in O enburg wiederum ging es nicht nur darum, wie man als Handwerksbetrieb zum Weltmarktführer mit fast 1000 Mitarbeitern wird – sondern vor allem: Wie man das in dritter Generation bleibt in einer Welt, die sich für viele mehr nach Wildem Westen als nach freiem Wettbewerb anfühlt.

Warum Hidden Champions so überdurchschnittlich erfolgreich sind, daran forschen Wissenschaftler indes seit Jahren. Ihre Ergebnisse zeigen: Hidden Champions entscheiden schnell – weil einer (oder eine) das Sagen hat und Verantwortung übernimmt. Die Identifikation der Mitarbeiter ist hoch, die Zahl der Hierarchieebenen sehr überschaubar und Gewinne gehen nicht als Dividende an Aktionäre, sondern bleiben im Unternehmen. Viele agieren mit einer langfristigen Agenda, behalten so technologisch die Nase vorn und schauen nach wie vor Arbeitsplätze. Mich beeindruckt und inspiriert das immer wieder und ich liebe es, wenn ich im Rahmen der Gremienarbeit für die Kammer mit solchen Unternehmern ins Gespräch kommen und hineinhorchen darf: Was ist Dein Erfolgsrezept? Wie reagiert Ihr auf diese oder jene Herausforderung? Genau darum geht es in diesem Heft, das randvoll ist mit Geschichten, die Mut machen. Ich lasse mich davon gern inspirieren. Sie auch? Klasse, denn dann ist schon viel erreicht! 

In diesem Sinn: Liebe Grüße!

Brigitta Schrempp, Präsidentin der IHK Südlicher Oberrhein

Unsere Themen im September

Digitalisierung

Es bleibt viel zu tun

Andreas Hafner

Der Tausendsassa

von Johannes Fritsche

Die Hidden Champions des Sondermaschinenbaus

Je kleiner die Nische ...

von Daniela Santo

Volz Gruppe

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