Digitalisierung

Es bleibt viel zu tun

Eine Mehrheit der Unternehmen am südlichen Oberrhein treibt ihre Digitalisierung weiter voran – doch der Prozess bleibt zäh. Ein Beispiel: Noch immer nutzen sechs von zehn Firmen KI gar nicht.

Die Unternehmen am südlichen Oberrhein treiben ihre Digitalisierung weiter voran, kämpfen allerdings auch mit Engpässen im Bereich Personal, mit Datenqualität und Rahmenbedingungen. Das geht aus der aktuellen Digitalisierungsumfrage der IHK Südlicher Oberrhein hervor. 81 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sich die Digitalisierung ihres Betriebs in den vergangenen zwölf Monaten verbessert hat. „Digitalisierung wird in der Region nicht mehr nur diskutiert. Sie findet statt“, sagt Michael Löffler, Leiter des Bereichs Innovation und Digitalisierung bei der IHK.

Wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit

Auch strategisch hat das Thema an Gewicht gewonnen. 73 Prozent der Unternehmen verfügen bereits über eine Digitalisierungsstrategie, eine teilweise definierte Roadmap oder strukturieren diese aktuell. Zugleich sagen 88 Prozent, dass Digitalisierung in den kommenden drei Jahren wichtig oder sehr wichtig für ihre Wettbewerbsfähigkeit sein wird. Löffler: „Das Thema ist im betrieblichen Alltag angekommen und wird als Teil der Zukunftssicherung verstanden.“ Auffällig ist, wo Digitalisierung zuerst wirkt. Be-sonders stark im Bereich Verwaltung und Back-office (59 Prozent). Dahinter folgen Marketing und Vertrieb sowie IT. Digitalisierung beginnt häufig dort, wo Prozesse standardisiert, Informationen gebündelt und Abläufe effizienter organisiert werden können.

Digitalisierung ist kein Selbstzweck

Entsprechend klar sind auch die Motive. Kostensenkung und Effizienzsteigerung führen die Liste an, gefolgt von Qualitätsverbesserung. Digitalisierung ist für viele Unternehmen also kein Selbstzweck. Sie soll Betriebe robuster, schneller und produktiver machen.  


Gleichzeitig zeigt die Umfrage, warum der nächste Entwicklungsschritt anspruchsvoller wird. Fast die Hälfte der Befragten nennt fehlende Zeit und Personalkapazität als größtes Hemmnis. Dahinter folgen hohe Kosten und unklare Rentabilität. Viele Unternehmen wissen, dass sie digitalisieren müssen. Aber nicht jedes Unternehmen hat die Ressourcen. Besonders sichtbar wird das beim Thema künstliche Intelligenz (KI). Zwar nutzen 41 Prozent bereits KI oder planen den Einsatz. Die Nutzung bleibt aber häufig auf niedrigschwellige Anwendungen konzentriert, vor allem Text- und Bildgenerierung sowie Wissensmanagement. Komplexere industrielle oder innovationsnahe Einsatzfelder spielen bislang nur eine kleinere Rolle. 41 Prozent der Unternehmen sehen die größte daten-bezogene Herausforderung in Datenqualität und Vollständigkeit. Hinzu kommen rechtliche Unsicherheiten und fehlendes Analyse-Know-how. Wer KI produktiv einsetzen will, braucht also zuerst ein belastbares Fundament.

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