„Wir bleiben flexibel“
Seit fast 50 Jahren reagiert die IHK-Akademie auf neue Anforderungen der Arbeitswelt. Andreas Klöble erklärt, warum persönliche Weiterbildung trotz KI unverzichtbar bleibt.
von Doris Geiger
Sicherheit, Selbstbewusstsein, Perspektiven: Das Validierungsverfahren macht berufliche Kompetenzen von Menschen ohne offiziellen Abschluss in ihrem Beruf sichtbar – und bietet auch Chancen für Betriebe.
von Christiane Möller
Als gelernte Zahntechnikerin hatte Sybille Buhlinger mit Büromanagement zunächst wenig zu tun. Als sie im familieneigenen Betrieb einstieg, wurde das Büro zu ihrem Arbeitsplatz. Rechnungen schreiben und prüfen, Kontoführung, Kunden beraten, die Telefonzentrale managen – all das gehörte über die Jahre zu ihrem Alltag. „Man wächst mit jeder Aufgabe“, sagt Buhlinger heute. Vieles hat sie sich selbst beigebracht, Schritt für Schritt und immer mit Blick auf das große Ganze. Doch eines fehlte: ein offizieller Nachweis für all das, was sie in der Praxis längst beherrschte. Als Buhlinger von der Möglichkeit erfuhr, ihre Erfahrung anerkennen zu lassen, zögerte sie nicht lange – auch wenn ihre letzte Prüfung fast 30 Jahre zurücklag. „Es war eine Herausforderung, aber auch eine spannende Chance, sich selbst einschätzen zu können.“
Vorhandenes Potenzial weiterentwickeln
Denn mit dem gesetzlich verankerten Validierungsverfahren können berufliche Kompetenzen, die außerhalb einer klassischen Ausbildung erworben wurden, festgestellt und bescheinigt werden. Für Beschäftigte eröffnet dies neue Perspektiven – für Unternehmen eine Möglichkeit, vorhandene Potenziale sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.
Sybille Buhlinger hat das Validierungsverfahren bei der IHK Südlicher Oberrhein im Beruf Kauffrau für Büromanagement durchlaufen. Besonders wichtig war für sie die Erfahrung, dass nicht allein Fachbegriffe im Mittelpunkt standen, sondern das tatsächliche Können. Anhand von Gesprächen, praktischen Aufgaben und weiteren Nachweisen wird geprüft, inwieweit die beruflichen Kompetenzen den Anforderungen eines anerkannten Ausbildungsberufs entsprechen. Dabei geht es nicht darum, eine klassische Abschlussprüfung nachzuholen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche berufliche Handlungsfähigkeit Menschen im Laufe ihres Arbeitslebens erworben haben – unabhängig davon, wo und wie.
Für viele Teilnehmer ist die Validierung deshalb mehr als ein formaler Nachweis. Sie schafft Orientierung: Wo stehe ich beruflich? Was kann ich? Und welche nächsten Schritte sind möglich? Sybille Buhlinger: „Mit der Einschätzung kann ich weitermachen, darauf aufbauen.“ Ihr Plan: als nächstes ein Buchhaltungskurs.
Die Validierung kann auch eine Grundlage für weitere berufliche Entwicklungsschritte sein. „Jemand, der lange gearbeitet hat, hat etwas in der Hand“, sagt die am Validierungsverfahren beteiligte Prüferin Friederike Kaufmann. „Das ist etwas anderes als nur eine Lehrgangsbescheinigung.“ Das sieht auch Prüfer Günter Thiem so. „Es ist eine Chance, das Selbstwertgefühl zu stärken und Perspektiven zu entwickeln.“ Besonders positiv sei zudem der enge Praxisbezug. Gerade in realen Arbeitssituationen könne sichtbar werden, welche Kompetenzen Menschen über Jahre entwickelt haben.
Daneben bietet das Verfahren auch Chancen für Unternehmen. In Zeiten des Fachkräftemangels lohne sich der Blick auf die Kompetenzen der eigenen Beschäftigten. Wer Mitarbeiter bei einer Validierung unterstützt, zeige Wertschätzung, stärke Motivation und eröffne Entwicklungsmöglichkeiten. Oder, wie es Prüfer Alexander Hermann formuliert: „In Deutschland liegen viele PS auf der Straße, weil der Abschluss fehlt. Die Validierung hilft, diese PS wieder in den Arbeitsmarkt zu bringen.“
Denn mit dem gesetzlich verankerten Validierungsverfahren können berufliche Kompetenzen, die außerhalb einer klassischen Ausbildung erworben wurden, festgestellt und bescheinigt werden. Für Beschäftigte eröffnet dies neue Perspektiven – für Unternehmen eine Möglichkeit, vorhandene Potenziale sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.
Sybille Buhlinger hat das Validierungsverfahren bei der IHK Südlicher Oberrhein im Beruf Kauffrau für Büromanagement durchlaufen. Besonders wichtig war für sie die Erfahrung, dass nicht allein Fachbegriffe im Mittelpunkt standen, sondern das tatsächliche Können. Anhand von Gesprächen, praktischen Aufgaben und weiteren Nachweisen wird geprüft, inwieweit die beruflichen Kompetenzen den Anforderungen eines anerkannten Ausbildungsberufs entsprechen. Dabei geht es nicht darum, eine klassische Abschlussprüfung nachzuholen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche berufliche Handlungsfähigkeit Menschen im Laufe ihres Arbeitslebens erworben haben – unabhängig davon, wo und wie.
Für viele Teilnehmer ist die Validierung deshalb mehr als ein formaler Nachweis. Sie schafft Orientierung: Wo stehe ich beruflich? Was kann ich? Und welche nächsten Schritte sind möglich? Sybille Buhlinger: „Mit der Einschätzung kann ich weitermachen, darauf aufbauen.“ Ihr Plan: als nächstes ein Buchhaltungskurs.
Die Validierung kann auch eine Grundlage für weitere berufliche Entwicklungsschritte sein. „Jemand, der lange gearbeitet hat, hat etwas in der Hand“, sagt die am Validierungsverfahren beteiligte Prüferin Friederike Kaufmann. „Das ist etwas anderes als nur eine Lehrgangsbescheinigung.“ Das sieht auch Prüfer Günter Thiem so. „Es ist eine Chance, das Selbstwertgefühl zu stärken und Perspektiven zu entwickeln.“ Besonders positiv sei zudem der enge Praxisbezug. Gerade in realen Arbeitssituationen könne sichtbar werden, welche Kompetenzen Menschen über Jahre entwickelt haben.
Daneben bietet das Verfahren auch Chancen für Unternehmen. In Zeiten des Fachkräftemangels lohne sich der Blick auf die Kompetenzen der eigenen Beschäftigten. Wer Mitarbeiter bei einer Validierung unterstützt, zeige Wertschätzung, stärke Motivation und eröffne Entwicklungsmöglichkeiten. Oder, wie es Prüfer Alexander Hermann formuliert: „In Deutschland liegen viele PS auf der Straße, weil der Abschluss fehlt. Die Validierung hilft, diese PS wieder in den Arbeitsmarkt zu bringen.“
Das Validierungsverfahren richtet sich an Erwachsene ab 25 Jahren, die über umfangreiche Berufserfahrung verfügen, aber keinen entsprechenden Berufsabschluss besitzen. Hier gibt es mehr Infos.
Seit fast 50 Jahren reagiert die IHK-Akademie auf neue Anforderungen der Arbeitswelt. Andreas Klöble erklärt, warum persönliche Weiterbildung trotz KI unverzichtbar bleibt.
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