ZF Friedrichshafen verkauft seine Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme an die Samsung-Tochter Harman und setzt damit einen wichtigen Schritt zur Schuldenreduzierung. Der Konzern fokussiert sich künftig auf seine Kerntechnologien und will so seine Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität nachhaltig stärken.

Ein nächster Schritt raus aus der Krise: Der finanziell belastete Autozulieferer ZF Friedrichshafen verkauft seine Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme (Adas) an Harman, US-amerikanischer Spezialist für Fahrzeuginnenraum- und Elektroniklösungen.
Ein wichtiger Meilenstein in der strategischen Neuausrichtung des Konzerns, so der ZF-Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich in einer Pressemitteilung. „Die Veräußerung ermöglicht uns, dass wir unsere Ressourcen auf jene Kerntechnologien von ZF wie Fahrwerk, Antrieb, Nutzfahrzeug und industrielle Anwendungen konzentrieren, in denen wir global führend sind.“
Im Rahmen der Vereinbarung wird ZF sein Adas-Geschäft mit Compute Solutions, smarten Kameras, Radartechnologie und Fahrerassistenz- Softwarefunktionen an die Samsung-Tochter Harman übertragen. Die Bereiche Elektronik für Fahrwerktechnik und Passive Sicherheitstechnik verbleiben im Konzern. Auch in der Nutzfahrzeugsparte setzt ZF seine Aktivitäten im Bereich Fahrerassistenz und autonomes Fahren fort.
Der Abschluss der Transaktion wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich der erforderlichen behördlichen Genehmigungen. Danach werden voraussichtlich 3750 ZF-Mitarbeiter zu Harman wechseln.
„Unsere Übernahme des Adas-Geschäfts von ZF ist ein strategischer Schritt für Harman, um eine besser vernetzte Zukunft mit intelligenteren und sichereren Fahrzeugen zu ermöglichen, die auf die Bedürfnisse von Fahrern und Passagieren reagieren“, sagt Christian Sobottka, Harman-CEO und President, Automotive Division.
Durch die Transaktion möchte ZF seine Schulden deutlich abbauen. „Die Erlöse aus dem Verkauf tragen dazu bei, die Finanzverbindlichkeiten des ZF-Konzerns signifikant zu reduzieren“, sagte ZF-Finanzvorstand Michael Frick. Der Konzern mit Sitz in Friedrichshafen steckt in der Krise: im September Schulden von rund 10,6 Milliarden Euro, Millionenverluste, massiver Stellenabbau in Deutschland. „Die Erlöse aus Verkäufen, kombiniert mit Performance-Maßnahmen zur Steigerung der organischen Cash-Generierung, tragen zu einer schnelleren Entschuldung bei. Durch Fokussierung auf Kernkompetenzen und ein diszipliniertes Portfoliomanagement stärkt ZF seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig und schafft Raum für profitables Wachstum. Zusätzlich restrukturiert ZF – wie auch andere Marktteilnehmer – sein E-Mobilitätsgeschäft und stellt nicht profitable Projekte neu auf. Wir erwarten dabei, dass sich die bereinigte EBIT-Marge und der bereinigte Free Cashflow für das Geschäftsjahr 2025 innerhalb der oberen Hälfte der aktuellen Prognose bewegen werden.“
