Freizeitwirtschaft

Die Abenteuer-Macher

Unser Freizeitverhalten wandelt sich. Zwei Beispiele aus der Region zeigen, wie Unternehmen diese Entwicklung aufgreifen und Spaß und Unterhaltung bieten.

von Wilfried Strohmeier

Hau drauf: Im Rage-Room Stress Ade von Francesca Zinner und ihrem Mann Thomas, hier zusammen mit IHK-Mitarbeiterin Daniela Hermann (l.), lässt sich gezielt Stress abbauen. Foto: pixl-Agentur, Hüfingen

Wer das Refugium Immendingen betritt, taucht in eine Welt voller Rätsel, Abenteuer und Spielspaß ein. Auf die Besucher warten Escape Rooms, in denen man gemeinsam knifflige Rätsel löst und im Team Herausforderungen meistert. Daneben laden mehr als 500 Brett- und Kartenspiele dazu ein, gemeinsam Zeit zu verbringen. Für Magnus und Astrid Matz ist genau das der Kern ihres Konzepts: Menschen ganz analog zusammenzubringen und Freizeit sinnvoll gestalten.

Den Escape-Trend aufgegriffen

Der Escape-Room-Trend begann in Deutschland etwa 2013. Im Jahr 2019 eröffnete das Refugium Immendingen. „Immendingen war für uns von Anfang an der ideale Standort“, erklärt Magnus Matz. „Von Rottweil, Villingen-Schwenningen, Tuttlingen oder Radolfzell sind wir in rund einer halben Stunde bequem zu erreichen.“ In einem der fünf Escape Rooms schlüpfen die Teilnehmer in die Rolle von Drachenforschern. Gemeinsam müssen sie 14 Rätsel lösen, um beispielsweise ein Drachenei zu finden. In einem weiteren Abenteuer ist die Entführung eines Drachenforschers aufzuklären und auch hier gibt es verschiedenste Rätsel zu lösen. „Alle Escape-Rätsel habe ich selbst entwickelt, sie müssen allgemeinverträglich sein“, beschreibt Matz die Entstehung. „Ich orientiere mich dabei an Literatur, Film und Spielen.“

Stress abbauen – psychologisch wertvoll

Zu den relativ jungen Freizeitangeboten gehören auch sogenannte Rage-Rooms – etwa Stress Ade in Villingen-Schwenningen, das von Francesca Zinner betrieben wird. „Mit Gewaltverherrlichung hat das nichts zu tun“, räumt sie mit einem Vorurteil auf. Das Publikum ist ebenso vielfältig wie die Anlässe: „Es kamen schon Psychologen mit Patienten, Junggesellenabschiede, Firmen und auch für Geburtstagsfeiern werden wir gebucht – sogar für Kindergeburtstage“, erzählt Thomas Zinner. Sicherheit hat dabei oberste Priorität. Bevor es losgeht, werden alle Gäste mit schnittsicheren Handschuhen, Helm, Schutzbrille und Overall ausgestattet.
Die Idee entstand während Corona. „Wir haben uns gefragt: Wäre es nicht toll, einen Raum zu haben, in dem man Druck und Stress abbauen kann?“ Im November 2025 wurde aus dieser Überlegung Realität: Die passenden Räume waren gefunden, und Stress Ade öffnete seine Türen. Während anfangs rund 80 Prozent der Gäste Frauen waren, hat sich das Verhältnis inzwischen nahezu ausgeglichen. Zertrümmert wird alles, was aus Glas und Porzellan oder Steingut besteht, hinzu kommen Elektrogeräte. Als Werkzeuge stehen Fäustel, Baseballschläger sowie Golfschläger bereit. 
Ein Buchungsslot dauert 15 oder 30 Minuten. Begleitet von passender Musik können die Teilnehmer in dieser Zeit rund 30 bis 60 Gegenstände zu Bruch gehen lassen. „Das hört sich nicht nach viel an, aber die meisten kommen dabei ganz schön ins Schwitzen“, sagt Francesca Zinner schmunzelnd. 

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