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9 | 2016

Wirtschaft im Südwesten

47

IMS Gear nähert sich der halben Milliarde Euro Umsatz

„Besser werden kann’s nicht“

DONAUESCHINGEN.

Wie die Vorstands-

mitglieder Dieter Lebzelter, Bernd Schilling

und Wolfgang Weber bei einem Pressege-

spräch ausführten, haben sie für den Zahn-

rad- und Getriebespezialisten IMS Gear das

Umsatzziel von 485 Millionen Euro im Jahr

2016 fest im Blick. Das Unternehmen wird

dann im siebten Jahr hintereinander zweistel-

lige Umsatzzuwächse erzielt haben. 2009

hatte der Umsatz bei 112 Millionen Euro ge-

legen, 2015 hatte man 442 Millionen Euro

Umsatz und eine Rendite von circa neun Pro-

zent erreicht. 90 Prozent des Umsatzes er-

zielt IMS Gear mit dem Automotivegeschäft.

Kunden sind die großen Systemlieferanten.

Dank seiner Komponenten, Baugruppen und

Getriebe, die beispielsweise in elektrischen

Sitzverstellungen, Servolenkungen und Park-

bremsen millionenfach Anwendung finden

(Parkbremsen jährlich 11 Millionen, Sitz-

längsverstellgetriebe 20 Millionen Stück im

Jahr) ist das Unternehmen eine feste Größe

im Automobilsektor geworden. Mittlerweile

beschäftigt IMS Gear 2.900 Mitarbeiter. Da-

von sind 1.900 in den deutschen Werken in

Donaueschingen, Eisenbach und Trossingen

tätig sowie 1.000 in den beiden US-amerika-

nischen Werken in Gainesville und Virginia

Beach, im mexikanischen Werk in Querétaro

und am chinesischen Produktionsstandort

in Taicang. Umfangreiche Bauten an allen

Standorten konnten mit der schnellen Ent-

wicklung des Unternehmens kaum stand-

halten. In den USA ist man mittlerweile in

Gainesville seit 20 Jahren tätig, dort steht

auch das größte IMS-Werk mit 21.000

Quadratmetern Fläche. In Deutschland hat

IMS die Produktionsflächen seit 2009 um

25.000 Quadratmeter erweitert. In China

ist ein neues Werk mit 12.000 Quadratme-

tern entstanden. In Mexiko hat man 7.000

Quadratmeter neu gebaut und verfügt dort

jetzt über 11.000 Quadratmeter.

Derzeit sind die Materialpreise günstig, der

Dollarkurs ist gut und die Produkte des Un-

ternehmens finden nicht nur in Oberklas-

se- oder gehobenen Mittelklasse-Pkw Ver-

wendung, sondern immer mehr auch in der

breiten Masse. Dieter Lebzelter meinte denn

auch „besser werden kann’s nicht“.

Zu dem Erfolg beigetragen haben das hoch-

spezielle Wissen des Unternehmens sowohl

um die Kunststoff- als auch um die Metall-

fertigung, das man seit der Firmengründung

als Zulieferer für die Uhrenindustrie im Jahr

1863 (Eisenbach) aufgebaut hat. Von den

2.900 Mitarbeitern sind 250 in der Entwick-

lung und im Engineering tätig. Bis ein Pro-

dukt Marktreife erlangt, kann es durchaus

mehrere Jahre dauern. Die Entwicklung ver-

läuft rechnergestützt und mittels spezieller

Simulationssoftware, um den späteren Ein-

satz wirklichkeitsnah nachbilden zu können.

Parallel dazu werden auch Prototypen für

Funktions- und Lebensdauerversuche her-

gestellt. Die Entwicklungsarbeiten können

soweit reichen, dass man neue Werkstoffe

und Verfahren kreiert. Für Schneckenrä-

der beispielsweise, die in elektromechani-

schen Servolenkungen eingesetzt werden,

verwendet das Unternehmen einen eigens

entwickelten Hochleistungskunststoff. Au-

ßerdem kommt bei der Produktion dieser

Schneckenräder ein ebenfalls von IMS ent-

wickeltes Kunststoffspritzgießverfahren zum

Einsatz. Auf Basis der kundenseitig vorgege-

benen Spezifikationen werden die Produkte

vor dem Serieneinsatz auf Herz und Nieren

geprüft. Das geschieht in der Regel auf spe-

ziellen Prüfständen in Labors der Kunden,

in eigenen Labors und speziell präparierten

Autos, die auf Teststrecken und im Straßen-

verkehr geprüft werden. Die zugehörigen

Fertigungsprozesse, die IMS ebenfalls selbst

entwickelt, werden parallel zur Produktent-

wicklung realisiert, verfeinert und getestet.

Bei dem oben erwähnten Schneckenrad wer-

den dabei Faktoren wie die Übertragung von

hohen Drehmomenten, Verschleißfestigkeit,

Bauraum, Gewicht, Spielarmut und Akustik

bedacht. Die von IMS gebauten Maschinen

und Anlagen müssen eine stabile und fehler-

freie Großserienproduktion rund um die Uhr

ermöglichen und nicht nur in Deutschland,

sondern auch an den internationalen Stand-

orten dupliziert und prozesssicher betrieben

werden können.

Einen großen Vorteil haben die IMS-Pro-

dukte: Sie sind für jedes Antriebskonzept

eines Pkw verwendbar, egal ob es sich um

einen Verbrennungsmotor oder aber um ein

E-Automobil handelt. Komponenten und An-

triebe in den Bereichen Komfort, Sicherheit

und Energieeffizienz bei Automobilen werden

überall gebraucht.

orn

Ein Prüfstand für

Schneckenräder

im Labor von

IMS Gear. Die

Schneckenräder

kommen in elekt-

romechanischen

Servolenkungen

zum Einsatz.