Sick wächst 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen leicht auf 1,9 Milliarden Euro Umsatz. Innovationen sichern Marktanteile, besonders in Asien, die Profitabilität bleibt jedoch niedrig. Kostensenkungen und profitables Wachstum stehen daher 2026 im Fokus.

Dank Innovationen und Fokussierung auf strategische Industriemärkte konnte der Sensorenhersteller Sick im Geschäftsjahr 2025 den Umsatz moderat steigern. Das teilt das Waldkircher Familienunternehmen mit. In einem turbulentem Marktumfeld habe Sick seine Position behaupten und mit Sensorlösungen Marktanteile gewinnen können. Die Profitabilität bleibe aber auf niedrigem Niveau.
Neben einer anhaltenden Marktschwäche seien ungünstige Wechselkurse, die globale handelspolitische Entwicklung sowie zunehmender Wettbewerbs- und Preisdruck, insbesondere aus China, wesentliche Belastungen für den Geschäftsverlauf des SICK-Konzerns gewesen.
Der Umsatz 2025 stieg moderat an und betrug 1,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei hätten sich Währungseffekte negativ ausgewirkt: bei Annahme unveränderter Durchschnittskurse zum Vorjahr wären die Umsatzerlöse um 9,3 Prozent gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) reduzierte sich geringfügig um 0,5 Prozent auf 54,7 Millionen Euro, die Ebit-Marge betrug 3,0 Prozent.
In Asien-Pazifik konnte Sick eigenen Angaben zufolge den Umsatz im zweistelligen Prozentbereich steigern, insbesondere in China. Das Wachstum im Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika sowie Amerika fiel mit rund vier beziehungsweise unter drei Prozent deutlich geringer aus. Das starke Wachstum im Heimatmarkt Deutschland sei durch einmalige Sondereffekte positiv beeinflusst.
Hohes Kostenniveau in Deutschland
Vorstandsvorsitzender Mats Gökstorp: „Mit Blick auf die weiterhin herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Unsicherheiten in vielen Märkten haben wir 2025 das Umsatzwachstum im erwarteten Rahmen steigern können. Dennoch stellt uns das Ergebnis in der Gesamtbewertung nicht vollständig zufrieden, denn die Umsätze und Auftragseingänge lagen trotz zuletzt anhaltender Wachstumsdynamik unterhalb des Niveaus früherer Jahre.“ Die anhaltend hohen Investitionen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung würden eine gute Basis für den weiteren Ausbau der Geschäftstätigkeit und das zukünftige Wachstum des Konzerns bilden. „Gleichzeitig müssen die internen Strukturen den neuen Marktgegebenheiten angepasst werden. Hierbei liegt unser Fokus auf dem zu hohen Kostenniveau in Deutschland.“
Finanzvorstand Jan-H. Eberhardt: „Sick verfügt über eine solide Bilanzstruktur. Unsere strategischen Innovationen wollen wir auch in Zukunft aus eigener Kraft finanzieren, um Wachstumschancen nutzen zu können. Im Geschäftsjahr 2025 haben wir durch die konsequente Optimierung interner Strukturen und Prozesse sowie eine anhaltende Kostendisziplin unser Ergebnis stabilisieren können. Die weitere Verbesserung unserer Ertragskraft ist wichtiges Ziel, um als unabhängiges Familienunternehmen erfolgreich zu sein.“
Zum Bilanzstichtag 31.12.2025 beschäftigte der Sick‑Konzern weltweit 10.158 Mitarbeiter und damit 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Aktuell sollen 500 Stellen an den südbadischen Standorten in Waldkirch, Reute, Freiburg und Donaueschingen abgebaut werden, an den insgesamt rund 5.000 Menschen beschäftigt sind.
Ausblick auf 2026
„Für das Jahr 2026 rechnen wir mit anhaltenden Unsicherheiten wie geopolitischen Spannungen, handelspolitischen Risiken durch dauerhaft hohe Zollniveaus, denen wir mit fortgeführten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung und einer hohen Marktpräsenz begegnen. Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten sind derzeit nicht absehbar. Stark steigende Energiepreise und unterbrochene Lieferketten dämpfen die Erwartungen“, sagt Gökstorp. Mit intelligenten Sensorlösungen und einem klaren Fokus auf Automatisierung, Logistik und Industrial AI richte Sick den Blick auf profitables Wachstum im Jahr 2026.
