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Oberkircher Winzer

Neue Exportfirma für Riesling und Spätburgunder

Die Oberkircher Winzer bündeln ihre Kräfte mit den Genossenschaften Heilbronn und Lauffen und gründen das Exportunternehmen Associated Wines Germany. Ziel ist es, Riesling und Spätburgunder aus Baden und Württemberg international stärker zu positionieren. Trotz frostbedingter Umsatzrückgänge setzt die Genossenschaft auf neue Märkte, alkoholfreie Produkte und mehr Präsenz im Ausland.

Schultze-Delitzsch-Medaille für den scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Vollmer. Unser Foto zeigt v.l. Die Badische Weinprinzessin Hannah Spraul, Sebastian Hill, Karsten Eisele, Ursel und Herbert Vollmer, Erster stellvertretender Vorstandsvorsitzender Klemens Schnurr, Franz Männle und die Oberkircher Weinprinzessin Tina Müller. Foto: Susanne Wagner-Köppel

Um den Export zu intensivieren, gründet die Genossenschaft Oberkircher Winzer zusammen mit den Winzergenossenschaften Heilbronn und Lauffen am Neckar das Exportunternehmen Associated Wines Germany (AWG). Zusammen vertreten die Genossenschaften Weinerzeugnisse von knapp 3000 Hektar Rebfläche in Baden und Württemberg. „Da können wir mit einer ganz anderen Power reingehen“, sagt der geschäftsführende Vorstand der Oberkircher Winzer Sebastian Hill. Besonders Riesling und Spätburgunder aus Deutschland seien im Ausland gefragt, so eine Pressemitteilung der Winzergenossenschaft. Der erste gemeinschaftliche Auftritt der AWG fand demnach im Februar bei der Wine Paris 2026 in Paris statt. Interesse an deutschen Weinen sieht man auch in China, Südkorea, Japan, Skandinavien und Osteuropa.

Mit einem Umsatz von 18,1 Millionen Euro hat die Genossenschaft Oberkircher Winzer das Geschäftsjahr 2024/25 bilanziert. Begründet wird der geringere Umsatz mit dem Frostjahr 2024 und damit deutlich weniger Mengen als im Rekordjahr davor.

Nahezu konstant geblieben ist der Mitteilung zufolge das Flaschengeschäft, das heißt der Absatz bei Lebensmitteleinzelhandel, Gastronomie und Fachhandel sowie der Abverkauf in der Vinothek und private Bestellungen online. „Der kleine Jahrgang 2024 war wesentlich verantwortlich für den deutlichen Umsatzrückgang,“ sagte Hill. Betroffen davon waren alle Winzerbetriebe in der Ortenau. Auch der Jahrgang 2025 könne das nicht kompensieren, da er ebenfalls geringer als erwartet ausgefallen ist. Trotzdem habe sich die Genossenschaft Oberkircher Winzer zusammen mit dem Winzerkeller Hex vom Dasenstein Kappelrodeck besser geschlagen als der Markt allgemein.

Hill und sein Team sehen vor allem in alkoholfreien Produkten Potenzial für Umsatzsteigerung. Prämierungserfolge machten Sinn. „Das puscht sofort unsere Verkaufszahlen.“ Neue Märkte erschließen will Hill auch mit der Präsenz bei Großveranstaltungen wie „Das Fest“ in Karlsruhe. Regional wird es am 20. Juni auf Schloss Rodeck in Kappelrodeck ein Sektfestival des Winzerkellers Hex vom Dasenstein geben.

Vorstandsvorsitzender Franz Männle hatte zuvor den tiefgreifenden Strukturwandel im deutschen Weinbau angesprochen. Die klimatischen Entwicklungen mit ungewöhnlichen Wetterereignissen, steigende Produktionskosten durch höhere Energiekosten, Lohnkosten und Aufwendungen für Bewässerung oder Schädlingsbekämpfung trüben den Erfolg der Winzer. Gleichzeitig lege der Verbraucher aber mehr Wert auf Regionalität und Authentizität. „Der deutsche Wein genießt einen guten Ruf.“ Der genossenschaftliche Zusammenhalt helfe. Der Markt sei anspruchsvoll, aber wer effizient wirtschafte und die Qualität in den Mittelpunkt stelle, habe auch künftig gute Perspektiven.

Herbert Vollmer verabschiedet

Über 30 Jahre hat er die Geschicke bei Oberkircher Winzer als Aufsichtsratsvorsitzender mitgestaltet. Nun wurde Herbert Vollmer in den Ruhestand verabschiedet und mit der Schultze-Delitzsch-Medaille durch den Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV) für seine Verdienste im Ehrenamt gewürdigt. Ein Nachfolger für Vollmer wird in der nächsten konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats vom Gremium gewählt.

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