Ein Angebot der

  • IHK Südlicher Oberrhein
  • IHK Hochrhein-Bodensee
  • IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg
Wirtschaft im Südwesten

Wirtschaft im Südwesten

  • Home
  • Ausgaben
    • Juli 2026
    • Mai 2026
    • März 2026
    • Dezember 2025
    • November 2025
    • Oktober 2025
    • September 2025
    • Juli/August 2025
    • Juni 2025
    • Mai 2025
    • Alle Ausgaben
  • Rubriken
    • Schwerpunkt
    • Unternehmen
    • Service
    • Regio
      • IHK Hochrhein-Bodensee
      • IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg
      • IHK Südlicher Oberrhein
    • Kopf des Monats
    • Start-up-Storys
    • Aus dem Südwesten
  • Redaktion & Anzeigen
    • Redaktion
    • Verlag & Anzeigenleitung
    • Ihr Unternehmen im redaktionellen Teil
    • Probeheft & Abo
  • Kontakt
Ausgabe 03/2026
Kopf des Monats  Unternehmen
Eckhard Kloth

Die Zeitenwende im Hochschwarzwald

Seit seiner Gründung 1957 ist Testo zum Messtechnik-Weltmarktführer herangewachsen. Nun steht mit Eckhard Kloth nach 55 Jahren ein Nicht-Familienmitglied an der Spitze und das Unternehmen aus Titisee-Neustadt zeigt, dass es auch Nachfolge kann. Wie machen die das?

Versteht sein Geschäft: Eckhard Kloth ist seit 2018 bei Testo, war zuvor CDO bei Vaillant und davor zehn Jahre in verschiedenen Führungspositionen beim japanischen Elektroriesen Panasonic. Foto: Testo

Führungspositionen bei Panasonic in Hamburg und Singapur, Chief Digital Officer bei Vaillant in Remscheid – Eckhard Kloth ist rumgekommen. Mit dem Chefposten bei Testo krönt der heute 60-Jährige nun seinen Karriereweg – und das Schwarzwälder Familienunternehmen braucht sich in dieser Reihe der namhaften Konzerne nicht zu verstecken. Auch wenn dem einen oder anderen der Hidden Champion aus Titisee-Neustadt nur durch das markante, zweiteilige Bauwerk mit den dynamisch schrägen Fassaden an der B31 ein Begriff ist. Seit 2019 ist es die Heimat des Testo-Headquarters an der wichtigen West-Ost-Verbindung zwischen Breisach und Lindau. Auch eine Art Marketing …

„Ein genialer Unternehmer“
Während andere Messtechnik-Hersteller durch neue Wettbewerber und sich verlagernde Produktionen in Schieflage geraten, geht’s beim Messtechnikspezialisten seit der Gründung 1957 stetig bergauf. 2025 kletterte der Konzernumsatz um 5,8 Prozent auf 493 Millionen Euro. Ein „ganz solides“ Ergebnis, sagt Kloth, auch wenn man gern die 500-Millionen-Marke geknackt hätte. Aber dann eben dieses Jahr. 4000 Menschen arbeiten aktuell für Testo, 1640 davon in Südbaden.
Kloth sagt: Sein Vorgänger hat das Unternehmen in den 27 Jahren seiner Führung groß gemacht. „Ein genialer Unternehmer.“ Obwohl nicht anwesend, ist der langjährige CEO Burkart Knospe sehr präsent während des Gesprächs mit seinem Nachfolger im Konferenzraum im obersten Stock des Headquarters – viel Glas, viel Licht, unten der rauschende Verkehr der B31, im Hintergrund das ruhige Grün des Schwarzwalds. Vor einem Jahr hat Kloth den Vorstandsvorsitz von Knospe übernommen. Da war er schon acht Jahre bei Testo, kannte das Unternehmen gut, war eingespielt. Insofern sei der Übergang gut vorbereitet gewesen und ruhig verlaufen. Eine normale Unternehmensnachfolge war es trotzdem nicht.

3800 Quadratmeter für noch mehr Wachstum: Mit einem Umsatz von 166 Millionen Euro legte TIS in Kirchzarten 2025 um 7,2 Prozent zu. Weil der Platz des 2021 bezogenen Standorts knapp wurde, wurde aktuell für 18 Millionen Euro die Calibration Factory erweitert. Visualisierung: Testo

Nach 55 Jahren steht mit Kloth jetzt erstmals jemand an der Spitze des Unternehmens, der nicht aus der Unternehmerfamilie Knospe stammt. Bei Testo selbst spricht man daher auch von Zeitenwende und einem „historischen Wandel“.
Nicht gerade wenig Erwartungsdruck auf dem Neuen, oder? Eckhard Kloth blickt bei dieser Frage besonders prüfend durch seine Brillengläser. Nicht deswegen, sagt er dann. „Sondern weil man die CEO-Nachfolge eines sehr erfolgreichen Unternehmers antritt.“
Dieser bleibt weiterhin präsent im Unternehmen. Rausgezogen hat sich Burkart Knospe nur aus dem operativen Tagesgeschäft, an der Unternehmensstrategie tüftelt er weiter: Mit dem Wechsel wurde auf Knospes Wunsch hin das Führungsmodell geändert, von klassisch dualistisch mit Vorstand und Aufsichtsrat zu monistisch mit einem Verwaltungsrat, in dem Leitung und Kontrollorgan verschmelzen.
Der 64-Jährige ist jetzt Verwaltungsratsvorsitzender, seine Kinder Mariella und Julian Knospe, beide Anfang 30, sind ebenfalls Teil des Verwaltungsrats und werden so ans Unternehmen herangeführt. Der Austausch sei eng, aber mit dem nötigen Handlungsspielraum, sagt Kloth. Er habe nichts Radikales geplant, aber als ehemaliger CDO bei Vaillant wolle er auch bei Testo die Digitalisierung noch stärker voranbringen.
Klar, dass Testos Messgeräte inzwischen alle per Smart-App mit dem Internet verbunden sind. Mithilfe von KI kann Testo die so generierten Daten auswerten und Prozesse optimieren. Zum Beispiel, wann bei McDonald’s am effizientesten das Frittieröl gewechselt werden sollte – daher ist Testo weltweit einer der großen Zulieferer des Fastfood-Konzerns.

Testos Weg nach oben

Der heutige Konzern hat seinen Ursprung in der 1957 gegründeten Abteilung Thermometerbau des Zweigwerkes Lenzkirch von Atmos aus Viernheim. Aus der Abteilung entsteht in den 90ern Testoterm, einer der Geschäftsführer ist Gerd Knospe. Weil die Firma längst nicht mehr nur in Temperaturmessung macht, wird der Firmenname 1993 in Testo geändert. 2019 verlegt Testo den Firmensitz nach Titisee-Neustadt. Die Vorteile dort: mehr Platz, mehr Präsenz und durch Bahnhof und B31 bessere Erreichbarkeit – auch für dringend benötigte Fachkräfte.

Fünf Geschäftsfelder, 37 Töchter, 26 Länder
Fünf Geschäftsfelder hat Testo inzwischen. „Wenn wir uns Testo als Company angucken, dann muss man verstehen, dass wir oder vor allem auch Burkart Knospe in den letzten Jahren sehr stark differenziert haben. Das macht sicherlich eine unserer Stärken aus.“ Neben dem aktuell noch größten Legacy-Geschäft mit handgeführten Messwerkzeugen gibt es mit Testo Saveris Hard- und Software sowie dazugehörige Dienstleistungen aus einer Hand für die Food- und Pharmaindustrie. Für die 2022 ausgegründete Tochter hat Testo fast 100 Millionen Euro investiert, inklusive Softwareentwicklung. „Das muss man sich erst mal trauen.“ Testo Sensor stellt Temperaturfühler her, unter anderem für Kaffeemaschinen und Gasthermen. Testo Bioanalytics kann schädliche Bakterien auf Lebensmittelproben mittels optischer Sensorik aufspüren und Testo Industrial Services (TIS) mit Sitz in Kirchzarten bietet Kalibrierungsdienstleistungen an. Dort wird derzeit für 18 Millionen Euro erweitert.

 

Breit aufgestellt
37 Tochterfirmen, davon drei in Südbaden, verteilen sich auf 26 Länder weltweit. Wo man nicht vertreten ist, gibt es Handels- und Vertriebspartner. Die Hochschwarzwälder sind breit aufgestellt. „Schon erstaunlich“ für einen Mittelständler dieser Größe, sagt Kloth. Diese diversifizierten Geschäftsmodelle seien mit der Internationalisierung der Grund, warum Testo so gut dastehe. Produziert wird in Lenzkirch, Titisee, China und neu in Portugal. „Aus strategischen Gründen“ ziehe man gerade einen Teil der Produktion aus China ab und fahre das Werk in Portugal hoch.
Im Hochschwarzwald ist der Messgerätehersteller einer der wichtigsten Arbeitgeber. Man fühle sich in einer hohen Verantwortung und plane nicht wegzugehen, sagt Kloth. Auch wenn es schwierig sei, in diesem Umfeld erfolgreich zu bleiben: Das Kerngeschäft in Deutschland ist 2025 um 1,9 Prozent geschrumpft.
Respekt und Zuversicht
Hamburg, Singapur, Lenzkirch. Der gebürtige Hagener Eckhard Kloth ist angekommen im Schwarzwald und im Idyll seiner neuen Heimatgemeinde, wo er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern wohnt. Er habe ein gut laufendes Unternehmen übernommen, seine Aufgabe sei es nun, den Aufwärtstrend fortzusetzen. „Und das ist natürlich schon eine Herausforderung für jeden, der das übernimmt.“ Gerade wird an der Unternehmensstrategie bis 2030 gearbeitet, bei Testo wird langfristig geplant. Wachstumsmöglichkeiten? Da sehe man schon jetzt einige. Susanne Ehmann

Noch Fragen?

Mehr zur Testo-Gruppe gibt es hier

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf LinkedIn teilenAuf XING teilen

Die Herausgeber

IHK Südlicher Oberrhein

IHK Hochrhein-Bodensee

IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

© copyright Wirtschaft im Südwesten

Besuchen Sie uns auf LinkedIn

  • Impressum | 
  • Datenschutz