Ein Angebot der

  • IHK Südlicher Oberrhein
  • IHK Hochrhein-Bodensee
  • IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg
Wirtschaft im Südwesten

Wirtschaft im Südwesten

  • Home
  • Ausgaben
    • März 2026
    • Dezember 2025
    • November 2025
    • Oktober 2025
    • September 2025
    • Juli/August 2025
    • Juni 2025
    • Mai 2025
    • April 2025
    • März 2025
    • Alle Ausgaben
  • Rubriken
    • Schwerpunkt
    • Unternehmen
    • Service
    • Regio
      • IHK Hochrhein-Bodensee
      • IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg
      • IHK Südlicher Oberrhein
    • Kopf des Monats
    • Start-up-Storys
    • Aus dem Südwesten
  • Redaktion & Anzeigen
    • Redaktion
    • Verlag & Anzeigenleitung
    • Ihr Unternehmen im redaktionellen Teil
    • Probeheft & Abo
  • Kontakt
Ausgabe 01/2026
Service
Start-up-Finanzierung

Darum geht’s bei der Wahl des passenden Investors

Förderprogramme, Business Angels, Venture-Capital-Fonds oder Private-Equity-Fonds: Bei der Wahl der passenden Investors fürs Start-up geht’s ums Geld – aber auch um Einflussnahme und Mehrwert.

Barbara Mayer Foto: Advant Beiten

Baden-Württemberg zählt zu den führenden Innovationsregionen Europas, mit hoher Forschungs‑ und Entwicklungsquote, vielen Patentanmeldungen, exzellenten Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Und: Das Land hat sich zu einer Start-up‑Hochburg entwickelt, dank eines etablierten und aktiven Start-up‑Ökosystems. Dazu gehören auch die Finanzierer von Start-ups. Bei der Auswahl des passenden Investors geht es indes nicht nur ums Geld, sondern auch darum, wie viel Einfluss die Investoren einerseits nehmen wollen und mit welchem Mehrwert sie andererseits aktiv zum Wachstum beitragen können.

Warum guter Business Angel Gold wert ist
Förderprogramme sind oft der erste Berührungspunkt mit externer Finanzierung. Der große Pluspunkt: Meistens muss der Gründer dafür keine Anteile abgeben. Geld ohne Mitspracherecht ist charmant. Außerdem sind Fördergeber oft geduldig – sie erwarten nicht, dass aus dem Start-up in drei Jahren ein Unicorn wird. Die Kehrseite der Medaille: Anträge, Formulare, Berichte, Deadlines. Und Förderprogramme sind oft zweckgebunden: Das Geld darf
nur für ganz bestimmte Dinge ausgegeben werden.
Neben Förderprogrammen sind Business Angels die ersten externen Geldgeber von Start-ups in der Frühphase (Pre-Seed). Meist handelt es sich um Unternehmer oder Manager, die ihr eigenes Geld investieren. Der große Vorteil: Sie bringen Erfahrung, Kontakte und echtes Gründerverständnis mit. Ein guter Business Angel ist Gold wert, ein schwieriger kann aber auch anstrengend sein. Manche haben klare Vorstellungen und mischen sich entsprechend stark ein. Außerdem investieren Business Angels meist nur kleinere Summen bis etwa 250 000 Euro – für schnelles Wachstum reicht das allein noch nicht.
In der nächsten (Seed-)Phase, wenn eine Idee zur Marktreife entwickelt wird, kommen Venture Capitals (VC) ins Spiel. Die Finanzierung dient dazu, Prototypen zu bauen, das Geschäftsmodell zu validieren, erste Marktanalysen durchzuführen und den Product-Market-Fit zu erreichen. VCs können Türen zu weiteren Investoren, Talenten oder Märkten öffnen. Sie suchen die Nadel im Heuhaufen; ein einzelner Megaerfolg muss alle Verluste ausgleichen. Dementsprechend erwarten VCs starkes Wachstum und einen Exit (zum Beispiel Verkauf oder Börsengang) innerhalb eines Zeitrahmens von (typischerweise) fünf bis zehn Jahren. Die Gründer müssen Einfluss abgeben – meist zwar nicht die Mehrheit der Anteile, aber Veto-Rechte in der Gesellschafterversammlung, Mitspracherechte in einem Beirat und Einfluss auf die Unternehmensstrategie.

Partner, keine Geldautomaten
Private Equity (PE) ist etwas für spätere Phasen (Growth Stage /Series B, C+), wenn schon nennenswerte Umsätze, Strukturen und ein funktionierendes Geschäftsmodell da sind. PEs denken betriebswirtschaftlich. Sie möchten funktionierende Unternehmen noch besser, größer und effizienter machen. Dementsprechend geht es – mit zwei- oder mehrstelligen Millionenbeträgen – um internationale Expansion, erweiterte Produktentwicklung oder Akquisitionen. Private-Equity-Fonds haben eine gegenüber VCs noch klarer definierte Exit-Strategie innerhalb von fünf bis sieben Jahren.
Strategische Investoren dagegen – börsennotierte Konzerne oder (größere) Mittelständler – investieren, weil ein Start-up strategisch zu ihrem Geschäft passt. Sie sind auf der Suche nach neuen Technologien, Synergien und neuen Geschäftsmodellen – und in der Regel auch nach unternehmerisch denkenden, dynamischen jungen Leuten. Der Vorteil: Sie bringen nicht nur Geld mit, sondern Zugang zu Märkten, Kunden, Infrastruktur, Technologie und Management-Skills. Das kann ein riesiger Beschleuniger sein. In der Praxis häufig und bewährt ist die Verbindung von strategischen Investoren und Finanzinvestoren.
Unterm Strich: Es gibt nicht den „besten Investor“. Für jede Unternehmensphase, Branche und Ticketgröße gibt es passende Investoren. Sie sollten nicht als Geldautomaten betrachtet werden, sondern als Partner, die Erfahrungen und Verbindungen einbringen. Ebenso wichtig ist der Abschluss von Verträgen, die ausgewogen die Interessen beider Seiten berücksichtigen.

Barbara Mayer

Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht bei Advant Beiten in Freiburg.

Diskutieren Sie mit unserer Autorin auf Linkedin weiter.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf LinkedIn teilenAuf XING teilen

Die Herausgeber

IHK Südlicher Oberrhein

IHK Hochrhein-Bodensee

IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

© copyright Wirtschaft im Südwesten

Besuchen Sie uns auf LinkedIn

  • Impressum | 
  • Datenschutz