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Ausgabe 02/2026
Schwerpunkt  Unternehmen
Europas mächtigste Tech-Fürstin

Jeannette zu Fürstenberg gestaltet Europas Zukunft

Europas Geldadel und die jungen Wilden, Deutschlands klügste Köpfe und das große Geld, Philosophie, Polo und Politik: Jeannette Fürstin zu Fürstenberg verbindet Welten und arbeitet an einem Europa, das sich nicht zerreiben lässt. Was für eine Cinderella-Story…

Jeannette Fürstin zu Fürstenberg zählt zu den einflussreichsten Frauen Europas. Foto: Bryan Derbella

Die Zukunft Europas entscheidet sich in Berlin, Paris – und in Donaueschingen. Denn am Stammsitz derer zu Fürstenberg trifft sich hinter verschlossenen Türen Europas Tech-Elite mit Spitzenpolitikern und den wichtigsten Familienunternehmern des Kontinents. Ein Hauch von Davos weht dann über den Ort und möglich macht all das Jeannette zu Fürstenberg. 43 Jahre jung, Mutter von vier Kindern, Buchautorin, Risikokapitalgeberin und mit einem großen Traum fünfsprachig auf internationalem Parkett unterwegs. Jüngst organisierte sie in Berlin einen Gipfel zur „Europäischen Digitalen Souveränität“ mit Bundeskanzler Friedrich Merz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron – davor teilte sie sich im echten Davos die Bühne mit dem Policy Chief von OpenAI, den Erfindern von ChatGPT…

Das Schloss in Donaueschingen, Stammsitz der Familie zu Fürstenberg. Foto: Haus Fürstenberg;

Der große Durchbruch
Dass Forbes Jeannette zu Fürstenberg zu den acht einflussreichsten Frauen Europas zählt, hat nur am Rande mit dem mehr als 800 Jahre alten Adelsgeschlecht ihres Mannes Christian (verheiratet seit 2010) und den traditionellen Geschäften seiner und ihrer Familie zu tun. Vielmehr ist die Fürstin seit Januar als Präsidentin für General Catalyst verantwortlich – eine mehr als 40 Milliarden Dollar schwere Venture-Firma aus Kalifornien. GC spielt vor allem in Europa eine ungemein wichtige Rolle, nachdem sich die Amerikaner mit La Famiglia zusammengeschlossen haben. Und La Famiglia: Das war eben das Baby von Jeannette zu Fürstenberg. Ihr Fonds. Ihr großer Durchbruch. Die Idee: Europas Geldadel und die jungen Wilden zusammenbringen. So die Deutschland AG zukunftsfähig machen und dazu beitragen, dass Europa nicht zwischen den Wirtschaftsmächten China und USA zerrieben wird.
La Famiglia startete 2016 mit bescheidenen 35 Millionen Euro aber sehr namhaften Investoren: Skype-Gründer Niklas Zennström, Teile der Familien Mohn, von Siemens und Swarovski. Binnen weniger Jahre verzehnfachte zu Fürstenberg das Fondsvermögen. Das mit mehr als einer Milliarde Euro bewertete HR-Tool Personio des aus Offenburg stammenden Gründers Hanno Renner, die Online-Spedition Forto, die Payroll-Software Deel, Ramp, Legora, Groq und Dwelly: Überall war zu Fürstenberg eine der ersten. Damit zählte La Famiglia nach Performance zwischenzeitlich zu den fünf besten Fonds der Welt. Und im fernen Kalifornien erkannte man: Vielleicht ist Europa doch spannender als man denkt?

Zur Person

Masters of Science in European Business, Mutter von vier Kindern (fünf bis zwölf) und als Präsidentin von General Catalyst die wohl einflussreichste Tech-Investorin des Kontinents: Die 43-jährige Jeannette Fürstin zu Fürstenberg stammt aus einer Industriellenfamilie des Ruhrgebiets und promovierte zur „Wechselwirkung zwischen Entrepreneurship und Kunst“. Mit ihrem Mann hat sie 2011 „Fürstenberg Zeitgenössisch“ ins Leben gerufen – mit Stipendiatenprogramm, Wechselausstellungen und Sammlung.

Als die Kalifornier Europa entdecken
Während viele Venture-Capital-Firmen mangels Marktzugang und Netzwerk oder wegen schwacher Renditen wenig Interesse am Kontinent zeigen, investiert General Catalyst inzwischen massiv, insbesondere in den Rüstungsbereich. Dazu muss man wissen: Jahrelang mieden Wagniskapitalfirmen Start-ups aus dem Bereich Verteidigung. Teils aus ethischen Gründen – häufiger jedoch, weil sich lukrative Exits schwer realisieren lassen. Die aktuellen Investitionen von General Catalyst stehen dagegen für einen Wandel weg von Liefer-Apps und Unternehmenssoftware hin zu KI und High-Tech-Waffen. Für ein Europa, das zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump eingeklemmt ist, hat diese Branche besondere Bedeutung.
Es ist also kein Zufall, dass Jeannette zu Fürstenberg und mit ihr General Catalyst zu den großen Geldgebern von Helsing zählen, der mit aktuell zwölf Milliarden Dollar bewerteten Münchner Waffenschmiede, deren Drohnen gerade in der Ukraine Schlagzeilen machen. Aber Helsing entwickelt noch viel mehr: unbemannte Kampfjets, Unterwasser-Drohnen, KI für elektronische Kampfführung, Systeme für eine autonome Luftherrschaft sowie Resilienzfabriken für die Massenproduktion von Kampf- und Aufklärungsdrohnen. Das ist wie Rheinmetall auf Speed. „Verteidigung ist zu einer Software-Herausforderung geworden“, beschreiben die Gründer um Gundbert Scherf, Niklas Köhler und Torsten Reil ihre Mission. Helsing sieht sich als „neuartiges Verteidigungsunternehmen“, unterwegs „zum Schutz unserer Demokratien“. Und hinter all dem steht eben Jeannette zu Fürstenberg.

Die Labore des Start-ups Helsing (r.), wo Kampfdrohnen und autonom fliegende Kampfjets entwickelt werden. Foto: Helsing

Dazu muss man wissen: Helsing wurde 2021, also noch vor der russischen Invasion in der Ukraine, gegründet, um fortschrittliche KI-Software für militärische Zwecke zu entwickeln. Zu Fürstenberg war von dem Konzept überzeugt, doch die Geldgeber des Fonds und ihre Kollegen bei La Famiglia waren anderer Meinung. „Die Leute sagten: ‚Ich verstehe dich, aber ich bin Pazifist’”, erzählte sie einst einem Reporter des Wirtschaftsmagazins Bloomberg. Also investierte sie privat…
Doch auch Helsing ist nicht das einzige Pferd im Stall – oder wie man in dieser Welt sagt: nicht das einzige Unicorn. Dank Jeannette zu Fürstenberg ist der niederländische Chip-Hersteller ASML – neben Andreessen Horowitz, BNP Paribas und Salesforce – nach einem 1,3 Milliarden-Deal einer der wichtigen Investoren von Mistral, Europas Pendant zu ChatGPT. Extrem stark im Bereich Coding, mehr als zwölf Milliarden Dollar wert und schon jetzt wertvoller als beispielsweise Renault.
Dass Jeannette zu Fürstenberg in dieser Welt einmal zu einer ganz Großen wird – das war alles andere als vorausbestimmt. Ihre eigenen Wurzeln liegen im Mittelstand. Sie stammt aus einer Duisburger Unternehmerfamilie, mütterlicherseits mit Krohne Messtechnik verbunden, einem Hersteller von Messinstrumenten für Wasserwerke und Ölbohrinseln mit rund 4000 Mitarbeitern. Sie aber entschied sich gegen das Unternehmen, promovierte an der Freien Universität Berlin und heiratete Christian zu Fürstenberg. Die akademische Laufbahn blieb kurz („zu bürokratisch und zu einsam“) – es gibt viele, die inzwischen sagen: zum Glück.

Extrem fleißig, beeindruckend verbindlich
Zu Fürstenberg begann sich für Technologie zu interessieren, als ihr klar wurde, dass mittelständische Unternehmen wie eben Krohne beunruhigend wenig über die digitale Revolution wussten, die jenseits des Atlantiks Schlagzeilen machte. Und schnell erkannte sie, dass sie über eine zentrale Zutat für Erfolg wie im Silicon Valley verfügte: ein exzellentes Netzwerk, über Jahre aufgebaut, fußend auf den Kontakten eines 1921 gegründeten Familienunternehmens, einer der bekanntesten Adelsfamilien Europas und ihrer Persönlichkeit.
Denn zu Fürstenberg ist nicht nur gut vernetzt und beeindruckend verbindlich im Umgang (niemand entschuldigt sich so höflich, wenn einer Einladung der IHK mal nicht nachgekommen werden kann), sie ist auch extrem fleißig, beeindruckend klug und sehr zielstrebig. Sie fördert die Kunst, hat einen Polo-Club gegründet und stellt immer wieder unter Beweis, dass sie schneller schaltet als normale Menschen. 2023 lud sie Hemant Taneja ein, den damaligen Chef von General Catalyst, nachdem sie seinen Text über das Ende der amerikanischen Hegemonie gelesen hatte.
Wie sich herausstellte, hatte auch er ein Auge auf Helsing geworfen. Die beiden sprachen über Start-ups, und Taneja schlug vor, sich mit La Famiglia zusammenzutun und zu Fürstenberg die Leitung der europäischen Aktivitäten zu übertragen. Nicht unwahrscheinlich, dass er damit einen Fonds aufkaufen wollte, der sich der Relevanz Europas in der Tech-Welt verschrieben hatte. Zu Fürstenberg ergriff die Chance, stimmte dem Deal am folgenden Tag zu und übernahm im Januar als Präsidentin die Verantwortung für die ganze Welt von GC.
„Bei Unternehmen und großen Lebensentscheidungen verlasse ich mich auf meine Intuition“, sagt sie – und liegt damit in schöner Regelmäßigkeit richtig. Dass GC seit dem Zusammenschluss mit La Famiglia mehr als zwei Milliarden Euro in junge Tech-Firmen investiert hat: Das sind Beträge, die einen Unterschied machen können und mit entscheidend sind für die Zukunft Europas. Und genau das ist etwas, was Jeannette zu Fürstenberg antreibt – und sie mitunter (wie neulich in Davos) an Thomas Manns dort spielenden Zauberberg denken lässt, diese große Erzählung, in der aus drei Wochen im Sanatorium sieben Jahre werden, ehe der Erste Weltkrieg diese Welt aus intellektuellen Disputen und Lustwandelei hinwegfegt… Ulf Tietge

Wie gut wir sind, zeigt sich in Krisenzeiten

Wie groß zu Fürstenberg denkt, kann man nachlesen. „Europes new Renaissance“ heißt der englische Titel ihres Buchs – in Deutschland steht der Weckruf als „Wie gut wir sind, zeigt sich in Krisenzeiten“ in den in den Buchhandlungen. Sehr lesenswert!

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