Wie Wohnraum zum Wettbewerbsvorteil wird
Gute Bezahlung, ein attraktives Aufgabengebiet, außertarifliche Leistungen – Unternehmen müssen sich immer mehr um ihre Beschäftigten bemühen. Ein neues altes Betätigungsfeld dabei: Wohnungen.
Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir Unternehmer uns beim Smalltalk im April und Mai bevorzugt über Fußball unterhalten. Wer denn deutscher Meister wird, wie der SC abschneidet und solche Dinge. Wenn heute Unternehmer zusammenkommen, drehen sich Gespräche um ganz andere Dinge: Um die Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise, ausgelöst durch eine beispiellos aggressive Zollpolitik, um Handelskriege und Aufrüstung. Die Börsen beben und in ganz vielen Betrieben beschäftigt man sich mit beängstigenden Szenarien.
Das ist sicher alles richtig und nötig – und dennoch: Ich versuche,
mich in diesen Tagen ganz bewusst nicht nur auf Nachrichten aus Washington zu konzentrieren. Ich persönlich kann und will der Trump-Administration das kleine Einmaleins der Volkswirtschaftslehre, die Erkenntnisse David Ricardos und die Zusammenhänge komparativer Vorteile auch nicht erläutern. Not your monkey, würden Mental-Coaches dazu wahrscheinlich sagen. Und es stimmt ja auch: Unsere wichtigsten Handelspartner haben wir direkt vor unserer Haustür. Die Schweizer, die Franzosen und die ganze EU. Vielleicht bringt uns Donald Trump dazu, dass wir uns wieder mehr auf unsere Gemeinsamkeiten fokussieren und wieder enger zusammenrücken. Im Badischen gibt es einen klugen Ausdruck dafür: Vom Schwätzen wird man nicht dümmer, heißt es und wenn man das auf die direkte Kommunikation mit Kunden, Kollegen und Partnern bezieht, dann eröffnen sich wirklich neue Perspektiven.
Bei uns im Südwesten gibt es nach wie vor viele tolle Geschichten von beeindruckenden Unternehmerpersönlichkeiten, die es mit Fleiß, Esprit und guten Ideen weit gebracht haben. Bernd Hauser ist so ein Typ, den ihnen die Redaktion ab Seite 12 vorstellt. Weiter hinten im Heft schildern wir Ihnen, wie Unternehmer in Eigenregie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deichseln und wie wir in Titisee-Neustadt gute Startbedingungen für die nächste Generation schaffen: beim Nachfolgetag der Industrie- und Handelskammern, über den wir ab Seite 60 berichten.
Sie sehen also: Es gibt auch gute Nachrichten! Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen nachhaltig gute Geschäfte und viel Vergnügen mit dieser Ausgabe. Mit den besten Grüßen, Ihr
Thomas Conrady, Präsident der IHK Hochrhein-Bodensee
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