Die Schnelltests von Joan Goetz sind ein Gamechanger in der biomedizinischen Forschung. Mit fluoreszierenden Nanopartikeln machen sie Biomarker und damit mögliche Krankheiten sichtbar.

Krankheiten einfacher erkennen: Poly-Dtech verfolgt das Ziel, Biomarker – also Moleküle, die auf eine Krankheit oder eine biologische Reaktion hinweisen – schneller, kostengünstiger und einfacher nachweisbar zu machen. Das Straßburger Biotechnologie-Start-up entwickelt biologische Nachweistests auf Basis einer innovativen Technologie mit fluoreszierenden Nanopartikeln. Auch auf dem deutschen Markt ist Poly-Dtech inzwischen vertreten.
„Unsere Technologie bietet zwei Vorteile: Zum einen ermöglicht sie Mix-and-Read-Tests, die in einem einzigen Schritt ohne komplexe Handgriffe durchgeführt werden können“, erklärt Joan Goetz, der Kopf hinter Poly-Dtech. Zum anderen werde Multiplexing möglich – der gleichzeitige Nachweis mehrerer Biomarker in derselben Probe. „Diese Methode nennt sich TR-Fret-Multiplexing. Sie ist eine auf dem Markt einzigartige Technologie, eine bahnbrechende Innovation im Bereich der biomedizinischen Forschungstests und ein wahrer Gamechanger“, sagt Goetz.
Zweiter Standort in Hongkong
Die Idee für das 2019 gegründete Start-up entstand direkt aus seiner Doktorarbeit an der Uni Straßburg, wo er diese Technologie gemeinsam mit seinem Partner Loïc Charbonnière entwickelt hat. Unterstützung erhielten die beiden vom Inkubator Semia, der Universität Straßburg, verschiedenen Forschungseinrichtungen, der Region Grand Est, der staatlichen Investitionsbank BPI France sowie der elsässischen Industrie- und Handelskammer. Da ein Teil der Doktorarbeit in Hongkong entstand, ist dort ein zweiter Standort entstanden, der das Tor zum asiatischen Markt öffnet, wo die biomedizinische Forschung regelrecht boomt.
Corona-Pandemie als Booster
Aktuell beschäftigt Poly-Dtech sechs Mitarbeiter. „Wir sammeln aktuell 7,5 Millionen Euro frisches Kapital ein, um unsere internationale Entwicklung zu beschleunigen. Ziel ist es, in den nächsten vier Jahren etwa 40 neue Talente einzustellen“, so Goetz. Während der Corona-Pandemie hat das Start-up mehr als eine Million Schnelltests verkauft und damit einen Umsatz von mehr als einer Million Euro erzielt. „Dieser Erfolg war das Sprungbrett für die Finanzierung und Entwicklung unserer Technologie.“
Die neuartigen Biomarker-Tests kamen Ende 2024 auf den Markt und befinden sich derzeit in einer starken Wachstumsphase. Eingesetzt werden sie in Forschungslaboren, Pharma- und Biotechunternehmen sowie Auftragsforschungsinstituten – mit den Schwerpunkt Onkologie und chronische Entzündungen. Aktuell werden neue Produktreihen etwa für Neurowissenschaften und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt. Langfristig möchte sich Poly-Dtech in Richtung In-vitro-Diagnostik weiterentwickeln, um Tests direkt für Patienten anzubieten.
Über die Produkte für menschliche Gesundheit hinaus plant Poly-Dtech, die Technologie auch an andere Anwendungsbereiche anzupassen, wie Tiergesundheit, Umwelt oder Lebensmittelanalyse. Anette Weigold
Poly-Dtech
Gründer: Joan Goetz
Ort: Straßburg
Gründung: 2019
Branche: Biomedizinische
Forschung
Webseite: poly-dtech.com
