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Ausgabe 02/2026
Aus der IHK  IHK Hochrhein-Bodensee
Regio Report IHK Hochrhein-Bodensee
Azubisuche im ländlichen Raum

Unternehmen im Oberen Wiesental setzen auf neue Wege

Wir suchen Auszubildende! Von gut laufenden Betrieben im ländlichen Raum hört man das oft, gerade wenn die Anbindung an den ÖPNV nicht optimal oder die nächste große Stadt weit weg ist.

Hidden Champion: Sensopart ist im Oberen Wiesental zu Hause und damit eher versteckt. Das macht die Suche nach Beschäftigten und Azubis herausfordernd. Foto: Sensopart

Es gibt Adressen, die deutlich leichter mit Bus und Bahn zu erreichen sind als der Firmensitz von Sensopart in Wieden. Die Buslinie 7306 fährt die nächstgelegene Haltestelle Wiedenmatt an Werktagen zwölfmal von Schönau aus an, zurück kommt man von dort neunmal. Gut 20 Minuten dauert die Fahrt. Idyllisch zwischen Feldberg und Belchen gelegen, ist Wieden ein idealer Ort für „Wanderer, Walker, Biker und Naturliebhaber“, heißt es auf der Website des staatlich anerkannten Erholungsorts. Für Unternehmen ist die Lage weit abseits der Bundesstraße 317 dagegen eher schwierig. Gerade, wenn es um junge Menschen geht, die nicht ins eigene Auto steigen können. Das macht das Besetzen von Lehrstellen für Sensopart Industriesensorik zu einer Herausforderung, sagt Ausbilderin Joana Rueb.

Da hingehen, wo Jugendliche sind Für Unternehmen im ländlichen Raum, wie etwa Sensopart, gestaltet sich die Azubi-Suche oft schwierig.

Sichtbar werden
So wie Sensopart geht es vielen Unternehmen im Hotzenwald, dem oberen Wiesental oder im Hegau. Noch schwieriger wird es, wenn es sich um kleine und weniger bekannte Firmen handelt, die dementsprechend nur wenige Lehrstellen anbieten. „Da wird man gern übersehen“, sagt Katharina Hackner von Frank Bürsten in Schönau. Umso wichtiger sind gute Ideen und gemeinsames Vorgehen wie zum Beispiel die He-Du-Kooperation zwischen Dunckermotoren und Hectronic in Bonndorf oder im Initiativkreis Oberes Wiesental (IOW).
Im Norden des Landkreises Lörrach haben sich neun Unternehmen zusammengeschlossen, um die Wirtschaftsregion Oberes Wiesental zu stärken. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht dabei die Gewinnung von Auszubildenden, erläutert Katharina Hackner. Neben Frank Bürsten und Sensopart engagieren sich dort der Chemiespezialist Celanese, die Konfitürenmanufaktur Faller, die Maschinenbauspezialisten Heinzmann und Zahoransky, Hella Innenleuchtensysteme, Interbros und die Elektrizitätswerke Schönau. Mit im Boot sind auch die Rathäuser von Schönau und Todtnau.

 

Katharina Hackner ist bei Frank Bürsten verantwortlich für Verkauf und Marketing. Sie hat das Projekt „IOW meets Jugendzentrum“ ins Leben gerufen, das niederschwellig für Ausbildungsplätze wirbt.

Nicht warten, sondern handeln
„Früher hatten wir so viele Bewerbungen“, sagt Katharina Hackner und deutet mit ihrer Handfläche über der Tischfläche die Höhe eines dickeren Papierstapels an. Zwei starke Aktenordner würden hier locker Platz finden. Doch dieses „früher“ ist lange her. Nicht anders sieht es bei Sensopart aus: „Wir sind tatsächlich ein ‚Hidden Champion‘. Uns findet man eher selten“, sagt Marketingleiter Bernd Eckenfels und lächelt. Das gilt auch für viele andere Unternehmen im IOW.

Daher geht der Initiativkreis voran. Er setzt unter anderem auf eigene Werbemittel, eine Website sowie ganz konkret auf das Format „IOW meets JUZ“. Die Idee dazu hat Katharina Hackner entwickelt. „Wir müssen dahin gehen, wo potenzielle Auszubildende sind, die sich zum Thema Ausbildung und Beruf vielleicht noch nicht so viele Gedanken gemacht haben. Das Jugendzentrum ist so ein Ort“, erläutert die Verantwortliche für Verkauf und Marketing bei Frank Bürsten. Mit „Wir“ sind alle Unternehmen im IOW gemeint, vor allem diejenigen, die aufgrund ihrer Größe oder ihres Bekanntheitsgrads unter dem Radar fliegen: „Wenn wir als Frank Bürsten wegen einer oder zwei Ausbildungsstellen einladen würden, kommt niemand. Wenn sich aber mehrere Unternehmen aus dem IOW zusammentun und ihre Angebote gemeinsam vorstellen, dann ist die Resonanz größer.“ Das sieht auch Joana Rueb von Sensopart so.

 

Frank Bürsten hat seine Auszubildenden im Jugendzentrum gefunden. Furkan Özturk (r.) hat seine Ausbildung zum Fachlageristen bereits abgeschlossen, Raul Bodoni (l.) hat sie gerade angefangen. Fotos: Sensopart; Patrick Meck; Frank Bürsten

Einfach und niederschwellig
Der Hintergedanke bei „IOW meets JUZ“ bestand nicht nur darin, Jugendliche in einem Umfeld zu treffen, wo sie sich wohlfühlen, sondern sie abzuholen und ihnen den Weg zu einer Ausbildungsstelle möglichst einfach zu machen. Unabhängig vom Bildungsstand und von der Herkunft. Katharina Hackner: „Das Thema Bewerbung wird sicher in der Schule angesprochen, aber es mangelt häufig an der Umsetzung. Gerade Jugendliche, die wenig oder keine Unterstützung von ihren Eltern erhalten, wirken da oft allein und hilflos.“ Die Hürde, sich für einen Ausbildungsplatz zu bewerben, scheint riesig und werde häufig gescheut. Zumal oft auch gar nicht bekannt sei, wie groß das Spektrum an Ausbildungsberufen in der Region ist. Daher gab es von Seiten der knapp zehn Aussteller bei „IOW meets JUZ“ konkrete Vorstellungen ihres Ausbildungsangebots, einfache Formulare für Lebenslauf und Co., die an Ort und Stelle ausgefüllt werden konnten – und vor allem Zeit für Gespräche.

Auch Einladungen zum Probearbeiten und Praktika gehören dazu. Die Perspektive hat gewechselt, sagt Joana Rueb: „Wir als Unternehmen müssen uns mehr anstrengen, um junge Menschen für eine Ausbildung bei uns zu begeistern.“ Bernd Eckenfels nickt und ergänzt: „Es gibt im Wiesental einfach keinen Riesenpool an Azubis. Du musst als Anbieter aktiv sein.“ Eckenfels muss es wissen: Seit 1999 hat Sensopart in Gottenheim einen zweiten und mittlerweile größeren Standort, gerade einmal elf Kilometer vom Freiburger Münster entfernt. Da gestaltet sich die Azubi-Suche entspannter.
Für die Unternehmen im IOW endet das Engagement aber nicht mit der Unterschrift unter dem Ausbildungsvertrag. „Es gibt gemeinsame Workshops und Treffen, wo alle Azubis immer wieder zusammenkommen“, berichtet Ausbilderin Joana Rueb. Das stärke die Gemeinschaft und sei ein positives Signal, ergänzt Eckenfels, „weil die Presse darüber berichtet und so mehr Menschen auf die beteiligten Unternehmen aufmerksam werden.“

Gemeinsam handeln

Der Initiativkreis Oberes Wiesental (IOW) wurde vor 25 Jahren gegründet. Ihm gehören aktuell unter anderem neun Unternehmen an. Ein Ziel des IOW ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen im Oberen Wiesental durch Kooperation und Lobbyarbeit zu sichern und stärken.

 

„Der Aufwand ist gestiegen“
Der Rückgang der Bewerberzahlen habe eine weitere Folge, sagt Hackner: „Der Aufwand, einen Auszubildenden erfolgreich durch die Ausbildung zu bringen, ist größer geworden.“ Mal seien es mangelnde Deutschkenntnisse, mal eine niedrige Aufmerksamkeitsspanne – „man muss viel häufiger unterstützend eingreifen oder Hilfestellung geben“.
Das werde im Gegenzug aber wertgeschätzt. So wie von Azubi Raul Bodoni und seinem Vorgänger Furkan Oztürk. Der 17 Jahre alte Bodoni ist einer der Jugendlichen, die ihre Zeit gern im Jugendzentrum verbracht haben. Er hat seine Ausbildung zum Fachlageristen im Sommer 2025 nach Abschluss der Mittleren Reife und einem Praktikum bei Frank Bürsten begonnen. Da war Furkan Oztürk mit seiner gerade fertig. Mittlerweile ist der 18-Jahrige auch als Fahrer im Einsatz. Beide schätzen das Engagement ihrer Chefin und der Verantwortlichen, die sie während ihrer Ausbildung erhalten haben. „Das war gut“, sagt Furkan Oztürk und lächelt. Dann dreht er sich um, damit er seinen Job erledigen kann. Patrick Merck

IHK-Ansprechpartner

Alexandra Thoß, Geschäftsführerin und Leitung
Ausbildung, 0 75 31/28 60-1 31, alexandra.thoss@konstanz.ihk.de

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