Die IHK Südlicher Oberrhein hat ihre Vollversammlung erstmals vollständig digital gewählt. Rund 75.000 Wahlberechtigte entschieden über die 50 Sitze im „Parlament der regionalen Wirtschaft“ – mit einem deutlich höheren Frauenanteil als zuvor.

Alle fünf Jahre wählen die Mitglieder der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein ihre Vollversammlung – das oberste Organ der IHK. Rund 75.000 Wahlberechtigte waren aufgerufen, vom 4. bis 24. März ihre Stimme abzugeben. Die Auszählung der digital abgegebenen Stimmen erfolgte am 26. März in Lahr.
Die Wahlberechtigten stimmten je nach Branchenzugehörigkeit in einer von vier Gruppen (Produzierendes Gewerbe, Absatzwirtschaft, Versicherungs- und Kreditgewerbe sowie Dienstleistungs-, Verkehrs- und Beherbergungsgewerbe) ab, aufgeteilt in den Bezirk Freiburg (Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Stadt Freiburg) und den Bezirk Lahr (Ortenaukreis). Wie viele Sitze eine Wahlgruppe in der Vollversammlung hat, hängt von der Größe und Bedeutung des Wirtschaftszweigs der jeweiligen Gruppe im entsprechenden Gebiet ab. Zur Wahl hatten sich in diesem Jahr 80 Unternehmer aus der Region gestellt, 50 Sitze im „Parlament der regionalen Wirtschaft“ waren zu vergeben.
In diesem Jahr wurde die IHK-Wahl ausschließlich digital durchgeführt. Zur Auszählung waren zahlreiche Kandidaten in den großen Sitzungssaal der IHK nach Lahr gekommen, um dort live zu erfahren, ob sie es in die Vollversammlung geschafft hatten. IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon und der Vorsitzende des Wahlausschusses, Oliver Schloz, bedankten sich für das ehrenamtliche Engagement der Unternehmer in der Vollversammlung. „Es ist wichtig, dass wir eine solche Institution haben. Dass sich die Wirtschaft in der Region sich selbst verwaltet, dass gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen Entscheidungen für Unternehmen treffen. Nur so können Dinge, die die Wirtschaft betreffen, möglichst praxisnah umgesetzt werden“, betonte Schloz. Als erfreulich bezeichnete Salomon die Tatsache, dass fortan 18 (zuvor: 13) Frauen in der Vollversammlung aktiv sein werden. Ihr Anteil steigt auf 36 Prozent. „Das ist ein tolles Zeichen, die Vollversammlung ist damit wieder ein Stück weiblicher geworden.“
Die Mitglieder der neuen Vollversammlung wählen im Rahmen einer konstituierenden Sitzung am 30. Juli 2026 aus ihrer Mitte das Präsidium mit Präsident, Stellvertreter und Vizepräsident. Auch die Unternehmensvertreter und Experten von acht IHK-Ausschüssen werden an diesem Tag bestellt. Alle Aktiven sind ehrenamtlich tätig; sie setzen sich damit unentgeltlich für die Wirtschaft in der Region ein.
