Kleine Tipps – große Wirkung
Kleine und mittelständische Betriebe haben meist einen anderen Informationsbedarf als große Unternehmen. Kleine Tipps können deshalb schon einen großen Nutzen bringen. Auf dieser Doppelseite...
Doch wie lässt sich die Unzufriedenheit, die zum Ausbildungsabbruch führt, rechtzeitig erkennen? „Das ist ein schleichender Prozess“, sagt Keßner, „da gibt es viele Indikatoren, beispielsweise fehlende Motivation, unentschuldigtes oder häufiges Fehlen, wiederholtes Zuspätkommen.“ Wenn das Umfeld diese Anzeichen auch sieht, braucht es doch die Unterstützung von außen. „Bei einer zunächst fremden Person ist das Konfliktpotenzial einfach deutlich niedriger als im Gespräch mit Eltern, Ausbildern oder Lehrern“, weiß der Ausbildungsbegleiter. Keßner hat unter anderem zwei Jahre lang Arbeitssuchende auf dem Weg zurück in die Arbeit bei der Handwerkskammer unterstützt; neun Jahre war er bei der Jugendberufshilfe Ortenau tätig und zuvor in der katholischen Jugendarbeit sowie in der Arbeitnehmerseelsorge aktiv. Keßner hat zudem eine zweijährige Ausbildung zum Betriebsseelsorger sowie verschiedene Zertifikate. Und auch mit der dualen Ausbildung kennt sich der 56-Jährige aus: „Meinen Berufsweg habe ich als Schlosser begonnen.“
Um Kontakt zu potenziellen Ausbildungsabbrechern aufzunehmen, will Keßner Sprechzeiten an den Beruflichen Schulen einrichten. Verbindungen zu den Schulsozialarbeitern gibt es schon. Das Angebot soll möglichst niederschwellig sein. Die Schwierigkeiten der jungen Leute sind weitreichend, weiß Keßner: „Das geht von Zweifeln an der Berufswahl über Schulden bis zu Drogenproblemen.“ So langwierig der Prozess von der ersten Unzufriedenheit zur endgültigen Vertragslösung, so zeitaufwendig ist auch die Begleitung eines potenziellen Abbrechers. „Aber es lohnt sich“, glaubt der erfahrene Mann. „Dem Betrieb geht ein Facharbeiter verloren. Und auch die finanziellen Auswirkungen sind hoch. Im Durchschnitt kostet so eine Vertragslösung inklusive Neubesetzung einen Betrieb etwa 7.000 Euro.“
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Markus Keßner
Tel. 0761 1858-164
kessner@freiburg.ihk.de
www.suedlicher-oberrhein.ihk.de (Suchnummer 4351384)
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