
Der Freiburger Energieversorger Badenova und der Schwanauer Tunnelbohrmaschinenhersteller Herrenknecht realisieren gemeinsam ein Geothermieprojekt. In der Nähe von Freiburg sind Tiefengeothermie-Bohrungen sowie der Bau eines Heizwerks geplant. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) hat den Hauptbetriebsplan bereits genehmigt.
Ziel der Zusammenarbeit von Badenova und Herrenknecht sei es laut Pressemitteilung, gemeinsam einen Beitrag zur Wärmewende in der Region zu leisten und rund 20.000 Haushalte in Freiburg langfristig mit nachhaltiger und sicherer Wärme aus heimischen Energiequellen zu versorgen. Hierfür bündeln beide Unternehmen ihre Kompetenzen in der Projektgesellschaft Erdwärme Breisgau, an der sie jeweils zur Hälfte beteiligt sind. Mit rund 60 Millionen Euro sind die Erschließung des Reservoirs und der Bau des Heizwerks veranschlagt.
„Die Tiefengeothermie ist für mich eine Schlüsseltechnologie der Wärmewende. Mit dem Projekt an der A5 bei Hartheim bringen wir sie nun zusammen mit Badenova einen großen Schritt voran. Gemeinsam erschließen wir ein enormes Energiepotenzial, das direkt unter unserer Heimatregion liegt“, sagt der Vorstandsvorsitzende Martin Herrenknecht. Badenova-Vorstand Dirk Sattur, verdeutlicht: „Geothermieprojekte dieser Größenordnung erfordern unterschiedliche Kompetenzen. Herrenknecht bringt Erfahrung aus Tiefbohr- und Infrastrukturprojekten ein, Badenova aus Wärmeversorgung und Fernwärmebetrieb. Diese Kompetenzen bündeln wir in der gemeinsamen Projektgesellschaft.“
Heißes Wasser in 3.200 Metern Tiefe
Mit Erdwärme Breisgau soll natürliche Wärme aus tiefen Gesteinsschichten für die Wärmeversorgung der Region genutzt werden. Geplant ist die Nutzung eines rund 3.200 Meter tief liegenden Heißwasservorkommens unter der Gemarkung Hartheim. Dem geförderten Tiefenwasser wird an der Oberfläche Wärme entzogen, bevor es wieder in das gleiche Gesteinsreservoir zurückgeführt wird. „Die anstehenden Bohrungen werden die entscheidenden Informationen über Temperatur und Ergiebigkeit des Reservoirs liefern. Auf dieser Grundlage kann bewertet werden, ob die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb und die weitere Umsetzung des Projekts erfüllt sind“, sagt Klaus Preiser, Geschäftsführer von Badenova Wärmeplus.
Ab Herbst 2026 beginnen die vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände auf Höhe des Rastplatzes Hardt bei Hartheim. Dazu gehören Erdarbeiten, die Herstellung von Arbeits- und Lagerflächen sowie die Einrichtung der Baustelleninfrastruktur. Die Aufnahme der Bohrarbeiten ist derzeit für das zweite Halbjahr 2027 vorgesehen. Während der Bohrphase sollen es die Möglichkeit geben, sich bei Führungen vor Ort über das Projekt zu informieren.
