In den kommenden zwölf bis 18 Monaten soll das Unternehmen schlanker, agiler und schlagkräftiger werden.
Noch dürften die rund 8500 Beschäftigten in München und Offenburg wohl nicht zur Ruhe kommen: Ende Juni hatten sich nach nicht einmal einem Jahr die Wege von Burda Media und CEO Jan Wachtel schon wieder getrennt – der ehemalige Bauer-Manager hat sich ganz offenbar nicht mit dem Verwaltungsrat auf eine gemeinsame Strategie für die Zukunft der Zeitschriftensparte einigen können. Im Juli hatte dann Eli Varn die Rolle als Vorständin für das deutsche Mediengeschäft übernommen. Nun kündigt Burda Media an, eine umfassende Transformation einzuleiten. In den kommenden zwölf bis 18 Monaten soll das Unternehmen einer Pressemitteilung zufolge schlanker, agiler und schlagkräftiger werden.
Im Zentrum der Neuaufstellung sollen demnach „starke Marken, direkte Kundenbeziehungen und die konsequente Nutzung von KI“ stehen.
Im deutschen Publishing-Geschäft führt Burda Media unter der Führung von Elisabeth Varn den Burda Verlag und die Burda Forward zusammen. Ziel ist ein integriertes Medienhaus. Dabei entstehe ein neues gemeinsames Unternehmen; keine der beiden bisherigen Organisationen übernimmt die andere, wird in der Pressemitteilung betont. Marken sollen künftig aus einer Hand geführt, Print und Digital enger verzahnt und Kompetenzen übergreifend gebündelt werden.
Mit der Neuaufstellung werden zentrale Führungsrollen neu geschaffen oder unternehmensübergreifend gebündelt: Stefan Ottlitz übernimmt ab sofort die Funktion des Chief Digital Officer und die Markenverantwortung für Focus. Er wird Geschäftsführer von Burda Forward und Burda Verlag Publishing und führt die Focus-Angebote aus einer Hand. Ottlitz war zuletzt Geschäftsführer bei „Spiegel“. Manuela Kampp-Wirtz verantwortet den Lifestyle-Bereich einschließlich Bunte und Bunte.de. Sven Dams übernimmt als Chief Product Officer (CPO) übergreifend die Verantwortung für die synergetische Produktion der Print-Produkte sowie mehrere Markenwelten. Thomas Koelzer wird übergreifender Chief Technology Officer (CTO) und bleibt für die Markenwelt Chip verantwortlich. Rebecca Gottwald wird Chief AI Officer. Wiebke Meeder wechselt zum 1. Oktober als Chief Revenue Officer von der Handelsblatt Media Group zu Burda Media. Florian Buck, bislang CFO des Burda Verlags, übernimmt als CFO die übergreifende Verantwortung für die Finance Funktion.
Im Zuge der Neuordnung verlassen Daniel Steil, Geschäftsführer Burda Forward, sowie aus dem Burda Verlag Martin Weese, Chief Digital Officer, Matthias Frei (Brand Director News) und Elfi Langefeld, Chief Product Officer Lifestyle, das Unternehmen.
Geschäftsführer der Burda Verlag Publishing GmbH werden neben Elisabeth Varn und Manuela Kampp-Wirtz sowie Stefan Ottlitz zudem Sven Dams und Thomas Koelzer, der auch Geschäftsführer der Burda Forward GmbH bleibt.
Auch die Steuerung der internationalen Medienaktivitäten wird neu ausgerichtet. Künftig setzt Burda Media stärker auf unternehmerische Verantwortung in den einzelnen Ländern. Marie Stephan übernimmt die alleinige Geschäftsführung der Burda International Holding.
Die Transformation betrifft auch die von Lydia Rullkötter verantworteten Bereiche IT und HR. Ziel sind eine engere Verzahnung mit dem Kerngeschäft, einfachere Schnittstellen und klare Verantwortlichkeiten.
„Wir richten Burda Media konsequent entlang der Fähigkeiten aus, die in Zukunft den Unterschied machen“, erklärt Elisabeth Varn, Vorständin für Burda Media Deutschland. „Damit schaffen wir die Grundlage, unsere wirtschaftliche Stärke langfristig zu sichern und wieder mehr Raum für Innovationen und nachhaltiges Wachstum zu gewinnen.“ Vorständin und CFO Lydia Rullkötter ergänzt: „Gerade in Zeiten der Transformation brauchen wir Klarheit und enge Zusammenarbeit. Deshalb müssen wir unsere Support-Funktionen noch stringenter an den Bedürfnissen der operativen Geschäfte ausrichten und konsequent verschlanken.“
