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Ausgabe 03/2026
Aus dem Südwesten
Andreas Widmann und seine Liebe zum Surfen

Ein Herz aus Hartschaum

Schon erstaunlich, was bei uns im Südwesten alles hergestellt wird. Seit mehr als 40 Jahren gehören international angesagte Surf- und Kiteboards dazu – made am Bodensee.

Ein unscheinbarer Hof im Gewerbegebiet Stromeyersdorf in Konstanz. Nur ein kleines Schild an der Einfahrt verweist auf den Three-Up-Surfshop. Der liegt an der Stirnseite des Areals im Tiefgeschoss. Zufällig kommt hier niemand vorbei. Anders ausgedrückt: Wer Andreas Widmann, den Gründer des Surfshops, aufsucht, kennt sich aus. Denn der Konstanzer ist eine Institution, wenn es um Bretter für den Wassersport geht.
Schon als Teenager baut Widmann Boards – erst für sich, dann für Freunde. Finanzielle Interessen hat er indes keine: Er will bloß das beste Brett bauen. Der Anspruch, mit dem er Anfang der 1980er-Jahren gestartet ist, blieb über die Jahre erhalten. Auch als er 1988 mit 23 Jahren und ein paar Freunden einen ersten Surfshop eröffnet. Während seine Mitstreiter auf Wachstum setzen, ist ihm der Sport wichtiger. „Wenn das Wetter gestimmt hat, bin ich vormittags lieber an den See zum Windsurfen.“ Und er hat keine Karriere-Ambitionen: „Ich wollte nie groß werden!“, sagt er. Lieber baut er mit seinem Kumpel Raimund Kegel eigene Boards, verfeinert sie und geht damit aufs Wasser. Als er 1997 mit einem Eigenbau auf Hawaii surft, werden andere Surfer auf den Typen from Germany und seine namenlosen Bretter aufmerksam. Er braucht eine Marke – die Geburtsstunde von Wark-Boards. Dahinter stecken die Initialen der beiden Freunde. „Raimund hatte allerdings nie etwas mit der Firma, die hinterher entstanden ist, zu tun.“ Der Name ist eine Reminiszenz an die gemeinsame Zeit.

Zwischen Welle und Werkstatt surfen
Auch für Wark-Boards gilt: Es geht nicht um Mengen, um Marktpräsenz oder Marketing. „Ich mache kaum was, auf das ich nicht wirklich Lust habe“, sagt Andreas Widmann. Für ihn steht aus beruflicher Sicht das Perfektionieren, das Verbessern und Optimieren an erster Stelle. Das macht er seit einigen Jahren auch für namhafte Hersteller. Dazu verbringt der 61-Jährige gern Zeit mit der Familie und beim Sport. Er grinst. „Ich habe Work-Life-Balance schon gelebt, als es diesen Begriff noch nicht gab.“ Auch deshalb geht es bei Wark-Boards ruhig zu.
Gemeinsam mit Kurt Schanuel, einem gelernten Bootsbauer, entstehen in Konstanz pro Jahr 40 bis 50 Boards – vom SUP fürs Standup-Paddeln über Wake- und Kiteboards, Windsurfbretter bis hin zu Spezialanfertigungen für Menschen mit Handicaps. Alle Produktionsschritte passieren in der kleinen Manufaktur: vom exakten Zuschnitt des Hartschaumkörpers über finale Shapes, die verschiedenen äußeren Lagen bis hin zum Design. Es sind ausschließlich Spezialanfertigungen – Custom Boards. Sie sind abgestimmt auf den jeweiligen Menschen, dessen sportliche Ambitionen und sein Können. Die Kosten dafür liegen – je nach Brett – bei 1500 bis 4000 Euro. Patrick Merck

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