Die EWS Netze verpachten zum 1. Januar 2027 ihre Stromnetze an die Badenova Netze. Man könne die anstehenden Herausforderungen nur gemeinschaftlich lösen, hieß es in einer Pressemitteilung der Elektrizitätswerke Schönau. Badenova braucht indes 120 Millionen Euro für die Energiewende.

Ab dem kommenden Jahr übernimmt die Badenova den Betrieb der Stromverteilnetze in Schönau und Umgebung, hieß es in einer Pressemitteilung des Energieversorgers EWS. Zudem wechseln einige Mitarbeiter der EWS Netze zu Badenova Netze, laut Unternehmen soll dies einen reibungslosen Übergang erleichtern.
Grund für die Kooperation im Netzbetrieb sei die sich stark verändernde Energielandschaft. „Insbesondere die Stromnetze stehen im Zuge der Energiewende durch die wachsende Zahl dezentraler Einspeiser, die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr sowie die Digitalisierung der Netzinfrastruktur vor umfassenden Herausforderungen, die nur gemeinschaftlich gelöst werden können“, so EWS.
In einem ersten Schritt dieser Zusammenarbeit verpachten die EWS Netze, eine 100-prozentige Tochter der Genossenschaft, ihre Stromnetze zum 1. Januar 2027 an die Badenova Netze. Die EWS Netze hält in Schönau und Umgebung neun Stromnetzkonzessionen, für deren Betrieb damit künftig die Badenova Netze zuständig sein wird.
Man sei glücklich darüber, mit der Badenova einen regionalen und im kommunalen Besitz befindlichen Partner gefunden zu haben, sagte Alexander Sladek, Vorstand der EWS Schönau. Diese Partnerschaft sei die Grundlage, um die Netze fit für die Zukunft zu machen, so Dirk Sattur, Vorstand der Badenova.
Badenova konnte seinen Umsatz 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht steigern auf rund 1,49 Millionen Euro, der Bilanzgewinn bliebt weitgehend gleich bei 57 Millionen Euro. Die Investitionen lagen bei 177 Millionen Euro.
Der Energieversorger benötigt allerdings 120 Millionen Euro zusätzlich für die Energiewende und die Unternehmensspitze will, um die nötigen Investitionen stemmen zu können, mit den Kommunen der Region über einen finanziellen Beitrag sprechen. Das sagten die Badenova-Chefs, CEO Hans-Martin Hellebrand und Dirk Sattur, gegenüber der Badische Zeitung. Badenova wolle das Eigenkapital erhöhen und so „Stromnetze stärken, Fernwärme ausbauen und in Erneuerbare investieren“, wird Vorstandschef Hans-Martin Hellebrand zitiert. Und weiter: „Wir werden daher mit den Kommunen im Sommer erörtern, wie wir eine Eigenkapitalerhöhung gestalten, um unseren Investitionspfad fortzusetzen. Alternativ kann man Ausschüttungen reduzieren, also thesaurieren – beides prüfen wir.“
