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Ausgabe 02/2026
Gründer  Start-up Storys
Subsequent in Konstanz

Wie man mehr sieht

Erst hagelte es Preise, dann wurde es ruhiger um die Konstanzer Bewegungs-Analytiker von Subsequent. Jetzt hat Gründer Manuel Stein neue Ideen und setzt auf Reha, eine Fitness-App und Forschung.

Gut vernetzt: Auf Einladung des scheidenden Landesvaters Winfried Kretschmann stellte Subsequent-Gründer Manuel Stein seine Technologie vor. Foto: Subsequent

Mit dem Handy filmen, wie man läuft, um dann detailliert zu erfahren, ob die körpereigenen Abläufe stimmen? Das macht das 2021 von Manuel Stein gegründete Tech-Start-up Subsequent möglich. Das Unternehmen bietet hochgenaue, echtzeitfähige Tracking-Systeme und Bewegungsanalysen auf Basis einfacher Videoaufnahmen. Die Konkurrenz aber ist groß. „Auf einem guten Markt ist man nie allein“, weiß Stein.
Das Besondere an Subsequent sei, „dass wir ausschließlich auf Modelle setzen, die von uns kreiert und entwickelt wurden. Wir greifen nicht auf Verfahren anderer Anbieter zurück, die wir dann für unsere Zwecke optimieren müssten“. Dazu komme, dass für die notwendigen Aufnahmen weder Sensoren, Laborbedingungen noch spezielle Kameras gebraucht werden. Ein Smartphone oder ein normales Fernsehbild seien ausreichend, um Bewegungsanalysen von Einzelnen oder ganzen Gruppen – etwa einer Fußballmannschaft – inklusive Interaktionen untereinander zu erstellen. „Auf dieser Basis lassen sich Abläufe erkennen und optimieren, zum anderen lassen sich individuelle Profile von Aktiven anlegen.“ Das nutzten unter anderem der Deutsche Eishockeybund, der Österreichische Fußballverband oder Firmen wie die internationalen Talentspäher von Eyeball und brachte Subsequent in den Jahren 2022 und 2023 eine ganze Reihe von Preisen und Auszeichnungen ein.
Der technische Ansatz von Subsequent mit der Entwicklung eigener Modelle und seiner eigenen KI trifft auch in der Politik auf ein positives Echo: 2022 erhielt Subsequent den Innovationspreis des Landes, ein Jahr darauf wurde es vom Bundeswirtschaftsministerium als digitales Start-up des Jahres ausgezeichnet und war Landespreissieger Baden-Württemberg des KfW-Awards Gründen. Das Unternehmen zählt aktuell acht festangestellte Mitarbeiter. „Uns geht es gut“, sagt Stein, der keine konkreten Umsatzzahlen nennen möchte.

Neue Lifestyle-App
Neben der Analyse im Sport habe der Reha-Bereich für Subsequent an Bedeutung gewonnen. Daten und Auswertungen könnten in der stationären Bewegungstherapie eingesetzt werden, erläutert der Gründer: „Ein Referenzunternehmen in diesem Bereich sind die Kliniken Schmieder in Konstanz.“
Bisher ist die Subsequent allein im B2B-Segment aktiv. „Doch das wird sich ändern“, verrät Stein, der einst an der Universität Konstanz Informatik studiert hat. Chancen sieht er vor allem im Consumer-Bereich. So steht eine „kostengünstige Lifestyle-App für Work-outs und interaktive Übungsanalysen im Home-Fitness-Bereich“ kurz vor der Veröffentlichung – doch auch hier ist die Konkurrenz groß. Das Besondere am Subsequent-Ansatz: Die Entwicklung der App lief ohne Risikokapital oder Investoren, sagt Stein. Überhaupt spielt Entwicklung bei Subsequent eine große Rolle. Das sieht man auch beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. „Aktuell leiten wir mehrere Projekte des Ministeriums, mit denen wir in etwa drei Jahren mehr als eine Million Euro in der Region investieren.“ Patrick Merck

Subsequent

Gründer: Manuel Stein
Ort: Konstanz
Gründung: 2021
Branche: Technologie
Webseite: https://subsequent.ai

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