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Ausgabe 01/2026
Unternehmen
Wirtschaftsstandort im Porträt

Warum Lörrachs Nähe zur Schweiz ein Standortfaktor ist

Lörrachs Nähe zu Basel ist Herausforderung und Chance zugleich. Bei den Löhnen der Schweizer Nachbarn kann die Stadt kaum mithalten, weiß aber um ihre Vorzüge und Vorteile durch die Lage im Dreiländereck – und diese auch zu nutzen…

Foto: Adobe Stock/Ipsimus

Nein, Lörrach ist keine Vorstadt von Basel, auch wenn es ein bisschen so wirken mag. Die Schweizer Metropole ist gerade mal ein paar Kilometer von der deutschen Mittelstadt entfernt, die Grenze nur ein paar Schritte, die Bebauung ist fließend.
Basel ist quasi der hippe Nachbar von gegenüber, ein weltweit führender Life-Sciences-Cluster, bedeutender Messestandort und Bankenplatz. Die Schweiz zählt zu den wettbewerbsfähigsten und stabilsten Volkswirtschaften weltweit. Faktoren, von denen Lörrach indirekt profitiert, gegen die sich der Wirtschaftsstandort aber auch behaupten muss.
Die Stadt liegt im unteren Wiesental, im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz, ist inzwischen auf mehr als 50 000 Einwohner gewachsen und die größte im gleichnamigen Landkreis. Mit der Nachbarstadt Weil am Rhein bildet Lörrach ein gemeinsames Oberzentrum.
Lörrach galt lange als unschöne Grenzstadt, ist dem aber entwachsen und hat sich städtebaulich und strukturell stark gewandelt. Auch wirtschaftlich geht was in der Stadt: Den Wirtschaftsstandort prägen besonders die Cluster Gesundheit und Einzelhandel sowie namhafte Namen wie Milka – der Lebensmittelriese Mondelez zählt zu den größten Arbeitgebern der Stadt.

Neues Zentralklinikum eröffnet 2027
Den Gesundheitssektor werde die Inbetriebnahme des neuen Dreiland-Klinikums noch weiter anschieben, sagt Marion Ziegler-Jung, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung. Das neue Zentralklinikum soll Stand jetzt im Frühjahr 2027 eröffnet werden. Rückläufig ist dagegen der Anteil der Beschäftigten im produzierenden Bereich. Viele Jahre war die Textilindustrie ein wichtiger Wirtschaftszweig in Lörrach, hat dort jedoch, wie deutschlandweit, unter dem Druck der internationalen Konkurrenz an Bedeutung eingebüßt. Doch es gibt auch Überlebende der Krise: Einzelne Betriebe wie Technische Textilien Lörrach oder die Oberbadische Bettfedernfabrik haben sich erfolgreich in Nischen positioniert.
„Ermutigende Impulse“ kommen laut Ziegler-Jung auch aus den Bereichen Maschinenbau und Metallverarbeitung. Mittelständler wie das Automotive-Unternehmen A. Raymond, NSI-Präzisionsdrehteile und der Maschinenhersteller Kaltenbach, der jüngst eine neue Produktionsstätte eröffnete, haben 2025 in den Standort Lörrach investiert. Raum und Netzwerk für Gründer bietet darüber hinaus das Innovationszentrum Innocel.

Lörrach und die hohen Löhne
Firmen fühlen sich also wohl in Lörrach, obwohl die Nähe zur Schweiz es den Unternehmen nicht immer leicht macht. In der Schweiz liegt das Lohnniveau deutlich höher als in Deutschland, so dass der Schweizer Arbeitsmarkt sehr attraktiv für Arbeitnehmer aus Lörrach ist. „Dies erschwert die Rekrutierung und Bindung
qualifizierter Mitarbeiter und führt zu höheren Lohnkosten auf deutscher Seite und somit zu Wettbewerbsnachteilen im innerdeutschen Vergleich“, sagt Ziegler-Jung. Ähnliche Klagen hört man auch aus den Unternehmen. Etwa von Jonathan Gorenflo, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Step mit Sitz in Lörrach, und von Bruno Hall, geschäftsführender Gesellschafter des Elektrofachhändlers Expert Villringer und Mitglied der Vollversammlung der IHK Hochrhein-Bodensee. Hall ergänzt, die Nähe zu Frankreich bringe aufgrund der Sprachbarriere und der Unterschiede im Ausbildungssystem kaum Erleichterung. „Auch sehen sich unsere Mitarbeiter in den Bereichen Gastronomie und Wohnraum in Lörrach mit höheren Kosten konfrontiert.“

 

„Reiner Wohnstandort sollte Lörrach angesichts geopolitischer Veränderungen nicht werden.“ Marion Ziegler-Jung, Geschäftsführerin Wirtschaftsförderung

Grenzlage: Chance und Herausforderung
Und dann liegt die Stadt ja auch noch an einer EU-Außengrenze. Auch das bringt Herausforderungen mit sich, berichtet Alexander Graf, Leiter Geschäftsfeld Standortpolitik der IHK Hochrhein-Bodensee. Das Stichwort hier: Zollformalitäten. Die führen zu einigem Aufwand beim grenzüberschreitenden Warenaustausch. Was besonders Handelsunternehmen wie Expert Villringer betrifft. Hall: „Ein guter Teil des Marktgebiets eines Handelsunternehmens in Lörrach liegt außerhalb von Deutschland.“
Doch trotz allem: Lörrachs Nachbarn sind bereichernd – sie machen den Standort auch attraktiv. Nicht nur für Schweiz-Pendler. Unternehmen wie Step nutzen den trinationalen Markt für Kooperationen und Kundenakquise – und können ihre Schweizer Kunden genauso schnell erreichen, wie die Kunden in Deutschland, dank der gut ausgebauten Infrastruktur in der Metropolregion Basel: Die bietet je nach Bedarf den Anschluss ans ICE-Netz über Basel und an die Autobahnen gen Süden und Norden, die Rheinhäfen für den Gütertransport und den Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg.
Oberbürgermeister Jörg Lutz jedenfalls findet: „Die Nähe zur Schweiz ist für Lörrach ein klarer Standortvorteil. Insbesondere für den Einzelhandel, der stark von der Kaufkraft aus dem Nachbarland profitiert.“ Die Mehrwertsteuerrückerstattung und Preisvorteile in Deutschland locken Schweizer Kunden, die je nach Sortiment bis zu 30 Prozent zum Umsatz in Lörrach beitragen. Auch das höhere Einkommen der vielen in Lörrach lebenden Grenzgänger wirke sich positiv auf die Nachfrage in der Stadt aus, berichtet Unternehmer Hall. Rund 5500 tägliche Schweiz-Pendler sind es aktuell allein aus der Stadt Lörrach, mehr als 22 000 aus dem gesamten Landkreis.

Lörrachs Rolle als Tor in die EU
Lörrach muss sich also nicht verstecken – und tut es auch nicht. „Strategisch setzen wir auf eine enge grenzüberschreitende Vernetzung“, sagt der OB. Da helfen Initiativen wie Metrobasel, der Trinationale Eurodistrict Basel oder der Bio-Valley-Treffpunkt Lörrach. Wie aber schafft Lörrach den Balanceakt, einerseits eng mit Basel verflochten zu sein und gleichzeitig einen eigenständigen Wirtschaftsraum zu entwickeln, ohne zum reinen Wohnort zu werden? „Unser Ziel ist es, Lörrach als attraktiven und verlässlichen EU-Standort sichtbar zu machen.“ Das gelinge aktuell vor allem im Bereich der Life Sciences. Aber nicht nur: „Immer wieder gibt es Ansiedlungen von Unternehmen, die Zertifizierungen von Schweizer Produkten für den europäischen Markt vornehmen. Mit Tally Weijll gibt es zum Beispiel ein Schweizer Textilunternehmen in Lörrach, das aufgrund der Nähe zum Hauptsitz in Basel hier angesiedelt wurde.“
Aus Sicht der Wirtschaftsförderung und des OB ist die Sicherung von Gewerbeflächen ebenso von zentraler Bedeutung: Sie gewährleiste Arbeitsplätze, Entwicklungsperspektiven, stabile Gewerbesteuereinnahmen sowie die lokale Versorgung mit handwerklichen Dienstleistungen. Weil die Tal- und Grenzlage bebaubare Flächen in Lörrach zum knappen Gut machen, seien Nachnutzungen von Wandel-Arealen strategisch wichtig. Und der Wettbewerb um Fachkräfte? Da betont man bewusst die Vorteile des Standorts Deutschland – etwa die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch mehr staatliche Unterstützung. Lutz: „Gerade für junge Familien ist das ein starkes Argument, bei dem wir im Vergleich zur Schweiz deutlich punkten können.“ Susanne Ehmann

Auf Seiten der Wirtschaft

Ansprechpartner für die Unternehmen im Landkreis Lörrach ist die IHK Hochrhein-Bodensee. Rund 50 Mitarbeiter kümmern sich am Standort Schopfheim um die Belange der Wirtschaft in der Region.
Zum Standort gehört auch das Bildungszentrum, das Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer und -geber bietet.
Kontakt: 0 76 22/3 90 70, info@konstanz.ihk.de

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