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Albergo Diffuso

Was sich der Schwarzwald von Italien abguckt

Im Schwarzwald sollen „verstreute Hotels“ entstehen, nach dem Vorbild des „Albergo Diffuso“, einem in Italien und der Schweiz etablierten Modells. Nun wurden fünf Ortschaften ausgewählt.

Auch Oberharmersbach ist Modell-Ort Foto: Heimatlichter_Schwarzwald Tourismus

Bei „Alberto Difusso“ werden laut der STG bestehende, teils leerstehende Gebäude in einem Ort zu einem dezentralen Hotel zusammengeführt. Gäste übernachten in authentischen, im Dorf verteilten Unterkünften, während zentrale Funktionen gemeinschaftlich genutzt werden: Der Dorfplatz wird zur Lobby, die lokale Gastronomie zum Frühstücksraum und die Einheimischen zu Gastgebern.

Ausgewählt wurden jetzt Nöggenschwiel (Ortsteil von Weilheim, Landkreis Waldshut), Oberharmersbach (Ortenaukreis), Prinzbach (Ortsteil von Biberach, Ortenaukreis), Klosterreichenbach (Ortsteil von Baiersbronn, Landkreis Freudenstadt) und Schiltach (Landkreis Rottweil). Das teilt die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) mit.

„Wir nehmen das Albergo-Diffuso-Modell als Basis, arbeiten konzeptionell aber an der Schwarzwälder Variante“, sagt Heide Glasstetter, Projektverantwortliche und Bereichsleiterin Innenmarketing bei der Schwarzwald Tourismus GmbH. „Denn im Unterschied zu Italien gibt es in der Ferienregion Schwarzwald keine verlassenen Bergdörfer, sondern prinzipiell gut aufgestellte kleine Tourismusorte, die aber vor strukturellen Herausforderungen stehen. Sie möchten wir aktiv und individuell im Rahmen des Projekts begleiten, um sie und damit den Tourismus vor Ort nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen.“

Das Konzept bietet laut STG insbesondere für ländliche Gemeinden im Schwarzwald eine vielversprechende Perspektive. Angesichts von Herausforderungen wie rückläufigem Tourismus, Leerstand, Investitionsstau und dem Verlust an Lebendigkeit in den Ortskernen eröffne das Albergo-Diffuso-Modell neue Chancen: Es könne zur Revitalisierung bestehender Bausubstanz beitragen, regionale Wertschöpfung stärken, lokale Netzwerke fördern und die Lebens- sowie Aufenthaltsqualität nachhaltig verbessern.

Konzeptionsstart und Begleitung der Modell-Orte bis Ende 2026

Im Rahmen des Projekts werden die fünf Modell-Orte bis Ende 2026 begleitet und erhalten umfassende, kostenfreie Beratungs- und Moderationsleistungen. Geplant sind verschiedene Projektschritte, darunter ein Online-Sondierungsgespräch sowie mehrere Workshops vor Ort und online. Die fachliche Begleitung erfolgt durch die Schwarzwald Tourismus GmbH sowie die Agentur Co:compass.

Der Prozess umfasst dabei mehrere Phasen: Analyse, Kick-off, Entwicklung, Reflexion, Vernetzung und Umsetzungsplanung. Parallel dazu arbeiten die Modell-Orte eigenständig an zentralen Aufgaben wie dem Aufbau eines lokalen Akteurs-Netzwerks, der Entwicklung eines Zielbilds und eines konkreten Projektplans sowie der Entwicklung und Umsetzung erster Lösungsansätze. Ziel ist, für jeden Modell-Ort einen maßgeschneiderten Umsetzungsplan zu erarbeiten – inklusive konkreter Maßnahmen, Zuständigkeiten sowie Zeit- und Kostenschätzungen.

Mit dem Projekt „Schwarzwald.Dorf.Hotel. – Albergo Diffuso“ erprobt Schwarzwald Tourismus seit 1. September neue Wege zur Belebung von Ortskernen, Stärkung der regionalen Baukultur und Weiterentwicklung der Gastgeberlandschaft.

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.

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