Sind die Aussichten wenigstens positiv?
Wenn man auf die Tendenz im Auftragseingang schaut, gibt es ein wenig Hoffnung. Gaben im Herbst noch deutlich mehr Produktionsbetriebe einen Rückgang von Auftragseingängen an, so hat sich dieses Verhältnis zum Jahreswechsel ausgeglichen. Jeweils rund 19 Prozent berichten von steigenden oder fallenden Auftragseingängen. Bei der Mehrzahl ist der Auftragseingang gleichbleibend.
Wie sieht es beim Export-Geschäft aus?
Die Exporterwartungen werden signifikant besser eingestuft. Hier verdoppelt sich der Anteil der Unternehmen, die steigende Exporte prognostizieren, von 13 auf 26 Prozent. Parallel geht der Anteil derer, die mit sinkenden Auslandsgeschäften planen, von 27 auf 17 Prozent zurück. Trotz der Unwägbarkeiten im internationalen Warenaustausch durch Zölle und andere mögliche Einschränkungen.
Gibt es solche positiven Tendenzen auch im Handel?
Leider nein. Die Einschätzung der Händlerinnen und Händler ist weiter sehr von Zurückhaltung geprägt.
Im Frühjahr 2024 sprachen nur acht Prozent der Handelsunternehmen von einer guten Geschäftslage, diesmal sind es 15 Prozent. Das klingt doch positiv.
Im Prinzip schon, aber die Zahl der Betriebe, die von einer schlechten Geschäftslage berichten, hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 41 Prozent nahezu verdoppelt. Dazu kommt, dass bei 57 Prozent der Händler die Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken sind. Dies bereitet mit Blick auf das abgelaufene Quartal Sorge, weil das Weihnachtsgeschäft einen großen Teil zum Gesamtumsatz im Handel beiträgt.
Wie sieht es beim Kaufverhalten aus?
Die aktuelle Tendenz ist wenig erbaulich. Drei von vier Händlern sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten der Kunden, nur ein Viertel beschreibt es als saisonüblich. Von Kauffreudigkeit wird nicht berichtet.
Wenn wir nochmal den Blick aufs große Ganze richten: Was könnte sich in Sachen Arbeitsplätze und Beschäftigung tun?
Da ist wenig Bewegung zu spüren. Der mit 61 Prozent überwiegende Teil unserer befragten Unternehmen geht von einer konstanten Anzahl beschäftigter Personen aus. Etwas mehr als ein Viertel kann sich einen Stellenabbau vorstellen. Nur etwa zwölf Prozent aller Unternehmen rechnen aktuell mit zusätzlichen Einstellungen.
Und wie wird angesichts des schwierigen Umfelds mit Investitionen umgegangen?
Da sind die Unternehmen weiter zurückhaltend. Sie bleiben weiter deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Der Anteil der Unternehmen, die in den kommenden zwölf Monaten keine Investitionen vornehmen wollen, hat sich auf Jahressicht bei rund 15 Prozent eingependelt. Mehr als ein Drittel will weniger investieren, und 39 Prozent in etwa so viel wie im Vorjahr. Wichtigste Investitionsfelder sind die Ersatzbeschaffung, Maßnahmen zur Digitalisierung sowie Rationalisierungsmaßnahmen im Produktionsbereich.