Der rote Kappuccino
Vom Kap der guten Hoffnung über die Farm in Konstanz in deutsche Kaffeetassen
von Daniela Santo, Ulf Tietge
Silikonfugen als Gummibänder aus Schnuller-Kautschuk: Mit dieser Idee starten die Geffers aus March gerade durch – und setzen mit Investor Ralf Dümmel auf einmal wieder Millionen um…
von Ulf Tietge
Mit 60 noch ein Unternehmen gründen? Warum nicht, wenn man eine geniale Idee hat! Dann schafft man es sogar, dass sich in der Höhle der Löwen alle Investoren um einen reißen. Genauso ist es Sandra und Heiko Geffers von Eezee aus March bei Freiburg gegangen, die eine Alternative zur Silikonfuge aus Kartuschen erfunden haben. Ratzfatz montiert, super einfach angebracht (daher eezee wie easy), abnehmbar, waschbar und sauberer als die klassische Fuge aus der Spritzpistole. Schimmelt nicht, vergilbt nicht, ist wasserdicht – aber banal einfach. „Wir haben selbst nicht geglaubt, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, Fugenbänder als Alternative zur klassischen Silikonfuge anzubieten“, sagt Heiko Geffers. „Also haben wir erst mal einen Patentantrag in Europa und den USA gestellt, dann Gebrauchsmusterschutz beantragt und siehe da: Auf diese Idee ist wirklich noch keiner gekommen.“
Dabei haben sich die Geffers mächtig Zeit gelassen. 2008 ist die Idee mit der Gummiring-Fuge entstanden, 2020 die Entwicklung so richtig gestartet, 2023 wurde die Firma gegründet – und jetzt geht die Post ab. Die 100 000 Euro Umsatz aus 2025 hat man in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres schon getoppt. „Zwei Millionen dürften es dieses Jahr werden“, sagen die Geffers. 2027 dann fünf Millionen. Dafür hat man Ralf Dümmel im Boot, der gerade seine Kontakte in der Baumarktbranche aktiviert, während die Geffers neun Handelsvertreter engagiert haben und bei den großen Fachhändlern für Handwerker gelistet wurden.
Die Geffers kommen aus der Fugenbranche. Heiko Geffers hat vor 40 Jahren als Gas- und Wasser-Installateur angefangen, ist Haustechniker geworden, hat die Herbolzheimer Firma Franz Herbstritt 2002 ge- und 2024 wieder verkauft. Herbstritt machte Bäder – und Heikos Frau Sandra hatte als Kundendienstleiterin immer wieder Diskussionen um Fugen. „Um ehrlich zu sein: So ganz richtig kann das keiner“, sagt Heiko Geffers im Nachhinein. „Wenn genug Platz ist und die Fuge nur gerade gezogen werden muss: kein Problem. Aber im Eck unter einem WC? Da sieht es ganz anders aus.“
Und so kam Sandra Geffer auf die Idee mit dem Ring aus Silikonkautschuk, dem gleichen Material, aus dem auch Babyschnuller sind. 800 Millimeter lang, das reicht für konvex geformte Waschbecken, Urinale und Toiletten in Standardgröße. Für Sonderfälle gibt es das Fugenband, selbstklebend und zuschneidbar. Produziert wird bei den Gummiwerken Albtal in Marxzell, aber ob die auch eine weltweite Nachfrage bedienen können, bleibt abzuwarten. Genau darum aber geht es den Geffers mit Investor Dümmel, der für zehn Prozent der Anteile 100 000 Euro auf den Tisch gelegt hat.
Verkauft werden die Silikonringe zu Preisen um 15 Euro – und sind damit auch nicht teurer als eine gute Kartusche Silikon. „Für den Handwerker zählt am Ende das Tempo“, sagt Heiko Geffers. „Der Ring sitzt in ein paar Sekunden, die Fuge braucht eher fünf bis zehn Minuten und dann muss auch noch alles 24 Stunden aushärten.“
Vom Kap der guten Hoffnung über die Farm in Konstanz in deutsche Kaffeetassen
von Daniela Santo, Ulf Tietge
Fabian Schmidt ging für ein Jahr nach Amerika und kam mit einer Gründungsidee zurück. Von Konstanz aus bringt er jetzt gemeinsam mit Robin Cremer...
von Benedikt Brüne
Aus ihrer langjährigen Tätigkeit im Personalbereich heraus gründete Alexandra Zink-Colacicco Anfang 2025 in Schramberg die HR-Beratung Personal Pur für kleine und mittelständische Unternehmen.
von Daniela Santo
Analysen waren einmal teuer, langsam und knapp. Heute liefert KI sie in Minuten – und macht damit nicht Wissen, sondern...
von Christoph Münzer
6 Millionen Euro investiert die Z24 Industrietechnik GmbH für den Bau ihres neuen Firmengebäudes im Industriegebiet Umkirch. Die bisherigen Räume...