Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
Der große Geldregen Der Defence-Markt boomt – und mit ihm die Chancen für Unternehmen. IHK-Berater Klemenz erklärt, welche Förderprogramme den Marktzugang erleichtern und worauf es bei der Antragstellung ankommt. Schwerpunkt Sicherheit: Fördermittel für Rüstungsprojekte D ie boomende Sicherheits- und Vertei- digungsindustrie ist für vieleUnterneh- men ein interessanter Markt geworden. Eine „Chance für die baden-württembergische Verteidigungswirtschaft“, sagt dazu das Wirt- schaftsministerium des Landes. Der Schritt in diesen Markt kann teuer sein – aber die Kosten dafür muss ein Unternehmen nicht zwangs- läug allein stemmen. In Deutschland gibt es Förderprogramme von Bund, Ländern und EU – doch welche eignen sich, wenn ein Unter- nehmen in Rüstung machen möchte? Philipp Klemenz von der IHK Südlicher Ober- rhein berät die Mitglieder der drei IHKs im Regierungsbezirk Freiburg zu Fördermöglich- keiten – auch im Defence-Bereich. Er rät zu Programmen, bei denen schnell entschieden ist, ob es klappt mit der Förderung, und die nicht themenbezogen sind. Und dann ent- scheidet das Spotlighting: Was beleuchte ich an meinem Vorhaben so, dass es ins Förder- programm passt? Klemenz empehlt vor allem zwei: das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und die Forschungszulage. Das ZIM ist ein bundes- weites, technologie- und branchenoenes Förderprogramm für Forschungs- und Ent- wicklungsprojekte, die zu neuen Produkten, technischen Dienstleistungen oder besseren Produktionsverfahren führen. „Das ist gerade in der Kooperation mit Forschungseinrichtungen gut, denn diese werden zu 100 Prozent geför- dert.“ Bessere Chancen auf Förderung haben beim ZIM Klemenz zufolge Dual-Use-Güter. Güter oder Technologien also, die sowohl zu zi- vilen als auch militärischen Zwecken einsetzbar sind. Und das gilt es im Antrag hervorzuheben. Beispiel: Ultrahochfester Beton taugt zum Bau von Brücken – und für Bunker. Auch nachträgliche Förderung möglich Hat ein Unternehmen in den vergangenen Jah- ren schon ein Dual-Use-Gut entwickelt, emp- ehlt Klemenz zum anderen die steuerliche Forschungszulage. Das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung er- möglicht die steuerliche Begünstigung von Forschungsausgaben der Unternehmen – un- abhängig von Größe, Rechtsform und Branche. Darunter fallen auch Produktionstechnologien. Hauptsache: branchenneu. „Es ist das einzige Programm in Deutschland, womit man nach- träglich fördern kann – auch abgebrochene Projekte“, sagt Klemenz. Möchte ein Unternehmer eine neue Produk- tionsmaschine kaufen, kann die Bundesförde- rung für Energie- und Ressourcenezienz in der Wirtschaft geeignet sein. Dabei steht die Energieezienz im Vordergrund – wofür die Maschine letztendlich verwendet wird, sei erst mal nicht relevant. Neben diesen gibt es auch Programme, die sich explizit an Unternehmen aus dem Sicher- heits- und Verteidigungsbereich richten. Aber: „Diese Förderaufrufe sind selten“, sagt Klemenz. Auch seitens der EUgebe es jetzt mehrere Pro- gramme, wie etwa den Nato-Innovationsfonds, der besonders in Start-ups investiert. Nachteil vieler Programme: Es dauert, bis eine Entschei- dung fällt. Klemenz: „Ein Jahr zu warten, ehe ich überhaupt erst loslegen kann, das bremst Ent- wicklung und Innovation aus.“ Dennoch sagt Klemenz klar: Einen Versuch ist es wert. Auch wenn der Arbeitsaufwand je nach Förderpro- gramm ordentlich ist. Aber allein bei der For- schungszulage könnten Unternehmen, je nach Projektstart und Unternehmensgröße, bis zu 4,2 Millionen Euro jährlich rausholen. se Foto: Adobe Stock/ Alrika Fördermittelberatung über die IHK Kontakt: Philipp Klemenz philipp.klemenz@freiburg.ihk.de 0761/3858269
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