Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'25 -Südlicher Oberrhein

mon Kaiser, IHK-Geschäftsführer der Aus- und Weiterbildung. „Das gilt auch für dieses Jahr“, sagt Kaiser, „es gibt immer noch attraktive Aus- bildungsplätze in praktisch allen Bereichen, es werden nach wie vor Verträge geschlossen. Die Chancen auf eine Übernahme für die Absol- venten sind derzeit sehr hoch.“ Die Firma Kammerer aus Hornberg hatte ihr Be- werbungsfenster offiziell schon geschlossen, als Ende Juli doch noch eine vielversprechen- de Bewerbung ins Haus flatterte. Das Schrei- ben stammte von Aaron Pfaff, Jahrgang 2003, der einen Tag nach seiner Bewerbung direkt zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde und tags darauf bereits seinen Ausbildungs- vertrag unterzeichnen durfte. „Eigentlich wollte ich Lehrer werden, stellte aber schon im ersten Semester fest, dass das Studium für mich zu wissenschaftlich und praxisfern war. Jetzt lerne ich Zerspanungsmechaniker und freue mich darauf“, sagt Pfaff, der am 1. September mit der Ausbildung begann. Wichtig: Zusammenarbeit mit Schulen Der Umweg über das angefangene Studium – aus Sicht von Aaron Pfaff war das sicher nicht der Königsweg. Um direkt auf den für ihn pas- senden Berufsweg zu kommen, hätte er sich in seiner Schulzeit mehr Berufsvorbereitung ge- wünscht. „Am Gymnasium wird angenommen, dass nach demAbi eh alle studieren gehen. Der Fokus liegt nie auf der Ausbildung“, bedauert Pfaff. Wie eine Ausbildung im Detail abläuft, habe er sich selbst beibringen müssen. Die wichtigsten Berater seien sein Vater und ein Cousin gewesen. Den Kontakt zur Firma Kam- merer habe jemand aus seinem Freundeskreis hergestellt. Familiäre Netzwerke oder Freunde sind für junge Menschen oftmals die entschei- denden Ratgeber beim Berufsstart, wie Studien belegen. Bis vor ein paar Jahren pflegte die Firma Kam- merer einen engen Austausch mit der örtlichen Hauptschule. Doch die Schule musste schlie- ßen. „Seitdem kooperieren wir mit der Real- schule in Triberg, bieten dort Praktika an“, sagt Ausbilder Thomas Schlaps. Diese Zusammen- arbeit möchte Schlaps in Zukunft intensivieren und ausweiten auf andere Schulen in der Um- gebung. Damit sie in Hornberg auf den passen- den Azubi nicht noch einmal bis auf den letzten Drücker warten müssen. IHK-Geschäftsführer Simon Kaiser unterstützt solche Initiativen. „Die Berufsorientierung ist inzwischen zwar theoretisch gut in den Lehr- plänen verankert. Das Problem liegt aber darin, dass die Lehrpläne in Sachen Berufsorientie- rung nicht überall gleich engagiert gelebt wer- den“, analysiert Kaiser. „Leider ist es noch im- mer so, dass Betriebe und Jugendliche oftmals nicht zueinander finden.“ Umso wichtiger seien Praktikumswochen, aber auch Formate wie die Last-Minute-Lehrstellenbörse, die die IHK Süd- licher Oberrhein jedes Jahr zusammen mit der Arbeitsagentur und der Handwerkskammer auf die Beine stellt. flo Info Karriere ohne Studium Abitur in der Tasche, doch das Studium ist zu praxisfern: Der Weg, den Aaron Pfaff gegangen ist, wird für Abiturienten und Absolventen mit Fachhochschulreife immer interessanter: Aus der letzten Ausbildungsbilanz der IHK Südlicher Oberrhein geht hervor, dass die Quote der Auszubildenden mit Allgemeiner Hochschulreife seit zehn Jahren stabil über 15 Prozent liegt. „Wir müssen auch Gymnasiasten zeigen, dass es zum Studium eine attraktive Alternative gibt: die Ausbildung in einem innovativen Unternehmen“, sagt Simon Kaiser, IHK- Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung. „Abitur und Ausbildung passen bereits heute sehr gut zusammen. Diesen Trend wollen wir über die berufliche Orientie- rung an den Schulen weiter verstärken“. Finanziell attraktiv sei die berufliche Ausbildung ohnehin. „Der Vorteil liegt auf der Hand: Vom ersten Tag an wird Geld verdient, der Start ins eigenfinanzierte Leben kann beginnen“, sagt Kaiser. „Der berufliche Karriereweg mit Weiterbil- dungen und der Übernahme von Ver- antwortung kann zudem bedeuten, am Ende seines Erwerbslebens in Summe mindestens genau so viel Einkommen er- zielt zu haben wie mit einem Hochschul- abschluss.“ tas Arbeitssicherheit · Arbeitsmedizin Baustellensicherheit (SiGeKo) Betr. Gesundheitsmanagement Brandschutzorganisation Datenschutz · Arbeitsschutzaudit Gefahrstoffe · Gefahrgut SUPPORT & CONSULTING Ein Unternehmen der SCHWERDT GRUPPE Arbeitssicherheit Arbeitsmedizin Brandschutz Schulungen von Stapler, Kranen und Arbeitsbühnen UVV-Prüfungen CE Konformität Gefährdungsbeurteilung, Belastung u. Beanspruchung der Arbeitsplätze www.support-consulting.de GmbH · Hauptstraße 70a · 79364 Malterdingen Fon +49 176 10509086 · info@support-consulting.de Baden-Baden ·Offenburg ·Lahr ·Rottweil ·Villingen-Schwenningen ·Freiburg Ressourcen bündeln. Vorsprung schaffen. www.hewa-ft.de Südlicher Oberrhein 10/2025 38

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