Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'25 - Hochrhein-Bodensee
52 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 2 | 2025 Mit der „Regionalen Wasserstoffstrategie SüdwestBW“ hat das Netzwerk jüngst ei- nen konkreten Fahrplan entwickelt, um dem weißen Fleck auf der Landkarte den Kampf anzusagen. Und das Strategiepapier lässt keinen Zweifel: Auch wenn die Anbindung an das bundesdeutsche Kernnetz erst ein- mal in weite Ferne gerückt ist – ein weiterer Ausbau ist erst für 2040 geplant -, bleibt die Region nicht untätig und bündelt ihre Stärken. Dezentrale Versorgungkonzepte, sogenannte Wasserstoff-Hubs, rücken jetzt in den Fokus, um den ab 2030 erwarteten Bedarf für Südbaden von rund 500.000 Ton- nen Wasserstoff zu decken. 15 Standorte für regionale Wasserstoffer- zeugung wurden in den drei Kammerbezirken Südlicher Oberrhein, Schwarzwald-Baar- Heuberg und Hochrhein-Bodensee und de- ren Randbezirken identifiziert – angefangen vom Norden mit Gernsbach im Landkreis Rastatt bis runter in den Süden mit Fried- richshafen am Bodensee. Dabei flossen Faktoren wie Standortlage, infrastrukturelle Anbindung, etwa an Autobahnen, und lokaler Bedarf in die Analyse ein. „Bis die Stand- orte konkret angegangen werden können, müssen wir jetzt erst alle Akteure an einen Tisch bekommen, von Unternehmen über Kommunen bis hin zu Energiedienstleistern“, sagt Laura Csulits, Referentin für Raument- wicklung, Mobilität und Infrastruktur bei der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Auch die jeweiligen Flächenbedarfe und -verfügbar- keiten müssten zügig geprüft werden. Csu- lits fordert von der Landesregierung mehr Flexibilität, insbesondere durch verkürzte Fristen und parallele Verfahrensschritte bei der Planung und dem Bau von Elektrolyseu- ren und Hubs. Eine zentrale Voraussetzung für den Wasser- stoffhochlauf ist ausreichend erneuerbare Energie, heißt es in der Regionalen Wasser- stoffstrategie SüdwestBW. „Ohne den Aus- bau von Wind- und Solarenergie wird das ge- samte Vorhaben nicht funktionieren“, mahnt Fabian Burggraf von Klimapartner Südbaden. Der Betrieb der Elektrolyseure hänge direkt von der Verfügbarkeit regenerativer Strom- quellen ab – ein Punkt, den die Region und vor allem die Landesregierung nicht aus den Augen verlieren dürfe . Investor aus der Schweiz Wie dezentrale Wasserstoffversorgung Realität werden kann, zeigt der Schweizer Investor Infener in Villingen-Schwenningen. Dort soll bereits ab 2026 ein Wasserstoff- Hub mit einer Elektrolysekapazität von bis zu 20 Megawatt jährlich etwa 2.000 Ton- nen grünen Wasserstoff produzieren. Mit 45 Millionen Euro Investitionsvolumen setzt Infener auf die Versorgung von regionalen Logistik-, Verkehrs- und Industrieunterneh- men. Potentielle Abnehmer vor Ort hat der Schweizer schon gefunden: Ein Logistiker plant beispielsweise, seine Hydrogen-Truck- und -Busflotten damit zu betreiben. Für Infener-CEO Joel Vogl ist Deutschland ein strategisch wichtiger Markt: „Deutsch- Wasserstoffforum der IHK Die IHK Hochrhein-Bodensee lädt am Donnerstag, 8. Mai , interes- sierte Unternehmen und regionale Akteure zum 5. IHK-Wasserstoff- Forum ins Konzil in Konstanz ein. Spannende Impulsvorträge und der Blick in die Region ermög- lichen einen intensiven Austausch. Grafik: Bundesnetzagentur Deutschlands genehmigtes Wasserstoff-Kernnetz Gestrichelte Linien: Neubauleitungen Durchgezogene Linien: Umstellungsleitungen von Erdgas auf Wasserstoff
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