Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'25 - Hochrhein-Bodensee
von Birgit Hakenjos, Präsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, unmittelbar nach der Entscheidung der Bundesnetz- agentur im vergangenen Oktober. Ihre Kri- tik spiegelt die Reaktionen in der gesamten Region wider: Enttäuschung und Unver- ständnis. Ein Blick zurück zeigt, dass der Südwesten bei den vorangegangenen Bedarfsabfragen vielleicht nicht laut und deutlich genug auf sich aufmerksam gemacht hat – ein Fehler, den andere Regionen offenbar nicht began- gen haben. Doch spätestens bei der Erar- beitung des Wasserstoff-Kernnetzes hätte hinterfragt werden müssen, warum der Süd- westen Deutschlands auf der Karte als gro- ßer weißer Fleck hervorsticht. Wurde es aber nicht, sagt Fabian Burggraf, Geschäftsführer von Klimapartner Südbaden und Koordinator der Trinationalen Wasserstoffinitiative 3H 2 : „Selbst in Stuttgart ist man sich nicht be- W asserstoff ist ein zentraler Bau- stein der Energiewende. Er ist vielfältig einsetzbar und kann kli- mafreundlich hergestellt werden. Mit einem 9.000 Kilometer langen und 20 Milliarden Euro teuren Wasserstoff-Kernnetz soll in Deutschland bis 2032 der Weg in eine nach- haltige Energiezukunft geebnet werden. Schon im Laufe dieses Jahres werden die ersten Anschlüsse deutschlandweit verfüg- bar sein. Doch eine Region bleibt vorerst fast komplett außen vor: der Südwesten. Dabei sind gerade hier bei uns energieintensive Branchen wie Stahl-, Chemie-, Zement- und Glasindustrie beheimatet, die schon bald dringend auf alternative Energieträger wie Wasserstoff angewiesen sein werden. „Dass das südwestliche Baden-Württem- berg im Wasserstoff-Kernnetz nicht berück- sichtigt wird, ist eine Fehlentscheidung der Bundesregierung“, so die deutlichen Worte wusst, dass wir im Südwesten bedeutende Stahlproduktion, großtechnische Chemie- industrie und vieles mehr haben – wir sind eben nicht nur Wein, Black Forest und Kirsch- torte.“ Trinationale Wasserstoff-Initiative Genau um diese Stärken sichtbar zu ma- chen, entstand 2022 die trinationale Was- serstoff-Initiative. Dieses grenzüberschrei- tende deutsch-französisch-schweizerische Netzwerk vereint mittlerweile über 80 Partner – Industrieunternehmen, Kammern, Landkreise und Kommunen – und verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Den Aufbau einer zu- kunftsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in ganz Südbaden. Die Gebietskulisse auf deutscher Seite reicht von Rastatt über Freiburg und den Hochrhein bis an den Bodensee und in die Region Schwarzwald- Baar-Heuberg. 51
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