Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'20 -Südlicher Oberrhein
20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2020 BAUEN, WOHNEN, MODERNISIEREN ANZEIGEN DIZ-Safari der IHK: Eine Wissensexpedition der etwas anderen Art Exkursion in die digitale Zukunft N etzwerken im Bistrobus, Austausch über IT-Sicherheit und viele neue Ideen von Experten erwarteten die 25 Teilnehmer der ersten DIZ-Safari. Ihre Fahrt zum Digitalen Innovationszentrum (DIZ) in Karlsruhe verbrachten sie in einem Bus der besonderen Art. An Vierertischen konnten sie es sich mit frischen Brötchen, Marmelade und Kaffee im gelben Bistro-Bus gemütlich machen. Die Fahrt nach Karlsruhe wurde dabei fleißig zum Kennenlernen, Netzwerken und Austausch über IT-Themen genutzt. Angekommen im Forschungs- zentrum Informatik (FZI) erwartete die Teilnehmer zunächst eine Impulsrede von Dirk Achenbach, Leiter des Kompetenzzentrums IT-Sicherheit. Zu den hier erforschten Themen gehören Digitalisie- rung, künstliche Intelligenz sowie digitale Geschäftsmodelle. „Ganz besonders möchten wir jedoch Unternehmen für Schwachstellen der IT-Sicherheit sensibilisieren und praxisnahe Lösungen dafür finden“, sagte Achenbach. Im ersten Schritt sei es das Wichtigste, die Notwendigkeit zu erkennen, so der Experte. „Die IT wird in der Wertschöpfung der Unternehmen immer komplexer und leistungs- fähiger. Gleichzeitig wird die Cyberkriminalität zunehmend lukra- tiver, wodurch sich Unternehmen immer häufiger professionellen Angreifern gegenüber sehen“, erklärte Achenbach. Daher müssten die Produkte und (digitalen) Prozesse im Idealfall von Anfang an sicher gestaltet sein. Achenbach: „Dadurch hat man gleich zum Start einen richtig großen Vorteil, und dies ist nicht zwangsläufig immer gleich teuer.“ Wie es in der Praxis aussehen kann, wenn die Unternehmens-IT angegriffen wird, erläuterte Marcus Preschle, Softwareentwickler und ehemaliger IT-Leiter eines Zulieferers der Druckindustrie mit über 1.600 Mitarbeitern. Die gesamte IT-Infrastruktur des Unter- nehmens war Ende 2018 dem Emotet-Virus ausgesetzt, wodurch Dateien verschlüsselt wurden und das Unternehmen keinen Zugriff mehr auf die eigenen Systeme hatte. Von den Hackern kam eine Erpressung mit Geldforderung, auf die das Unternehmen jedoch nicht reagierte. Es entschied sich, das Problem durch gezieltes Krisenmanagement zu bewältigen, die Polizei einzuschalten und die Öffentlichkeit zu informieren. In den ersten 24 Stunden war nicht klar, wie sehr der Fortbestand des Unternehmens in Gefahr stand. Durch rasches Handeln und das richtige Notfallmanagement schaffte es das Unternehmen schließlich, die Krise zu meistern. Neue Impulse lieferten den Teilnehmern Start-ups aus dem Cyberlab des DIZ, die ihre Ideen rund um IT-Security vorstellten. Gardion prä- sentierte sich als virtuelles, privates Netzwerk, das in Deutschland betrieben wird. Wie man Schadsoftware automatisiert erkennen kann, zeigte Inlyse. Und dass sich Messengerdienste auch für den Businessbereich sicher nutzen lassen, bewies Blackpin. „Das ist ein super Format, um das Sicherheitsthema aus der Praxis zu betrachten und zu erfahren, wie die Kollegen das angehen“, sagte Wolfram Frei vom Software-Engeneering-Dienstleister Frei. „Die Idee mit dem Bistro-Bus ist toll, weil man auch mal raus kommt. Dadurch muss man sich für das Thema wirklich Zeit nehmen, das ist prima, um den Fokus darauf zu richten und sich in entspannter Atmosphäre damit auseinander zu setzen“, ergänzte Anke Schultheis vom City Hotel. Diese etwas andere Netzwerk- und Informationsveranstaltung findet ab jetzt quartalsweise statt und liefert Unternehmern Infor- mationen rund um das Thema Digitalisierung. heo Die nächste DIZ-Safari der IHK nach Karlsruhe findet am 12. Mai statt. Schwerpunktthema dieser Veranstaltung werden digitale Geschäftsmodelle sein. Details und Anmeldung unter www.suedlicher-oberrhein.ihk. ( 4525220) Im Bistrobus fuhren die Teilnehmer der ersten DIZ-Safari der IHK zum Forschungszentrum für Informatik nach Karlsruhe.
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