Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wirtschaft im Südwesten 12 | 2019 30 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Lkw-Abbiegeassistent IHK-Netzwerk wirbt für mehr Sicherheit W as leisten Abbiegeassistenten für Lkw im Praxiseinsatz? Wie kann die Technik dabei helfen, schwere Verkehrsunfälle mit Fuß- gängern und Radfahrern beim Rechtsabbiegen zu vermeiden? Diese Fragen standen im Mit- telpunkt des Besuchs von IHK-Vertretern bei der Straub-Verpackungen GmbH in Bräunlingen. Das auf Wellpappe-Verpackungen spezialisier- te Unternehmen nimmt an der Erprobung von Lkw-Abbiegeassistenten teil und hat mit För- dermitteln des Verkehrsministeriums Baden- Württemberg zwei Fahrzeuge seiner Lkw-Flotte mit der Sicherheits- technik nachgerüstet. Nach einigen Monaten Praxiseinsatz zieht Geschäftsführer Steffen P. Würth eine erste, positive Zwischenbilanz: „Als Unternehmen mit eigenem Fuhrpark wollen wir alles tun, um schwere Unfälle oder gar Todesfälle im Straßenverkehr zu vermeiden. Neben diesem Sicherheitsaspekt schaffen wir damit gleichzeitig ein attraktives Arbeitsumfeld für unsere Lkw-Fahrer, die eine moderne technische Ausstattung der Fahrzeuge zu schätzen wissen.“ Gerhard Lehmann, Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses, freut sich über die positiven Rückmeldungen: „Das Projekt zum Ab- biegeassistent verdeutlicht, wie wichtig ein regionales Netzwerk ist. In unserem IHK-Ausschuss sind nicht nur Spediteure und Anwender wie Straub-Verpackungen vertreten, sondern mit Professor Jochen Baier auch die wissenschaftliche Expertise und mit Continental sogar ein Anbieter von Abbiegeassistenzsystemen. Von dieser Zu- sammenarbeit profitieren alle.“ Robert Fleischer, Niederlassungs- leiter der Emons-Spedition auf Herdenen in Villingen und Mitglied im IHK-Verkehrsausschuss, bestätigt den Trend: „Eine europaweite schrittweise verpflichtende Einführung von Abbiegeassistenten ist zwar erst ab 2022 für neue Fahrzeugtypen und ab 2024 für neue Fahrzeuge vorgesehen. Aber Emons und viele andere Unternehmen erneuern kontinuierlich ihre Flotten und setzen dabei bereits heute auf die Sicherheitstechnik. In absehbarer Zeit werden Abbiegeas- sistenten technischer Standard sein.“ MS Martin Schmidt Fachbereich Standortpolitik 07721 922-207 martin.schmid@vs.ihk.de Bild: Straub-Verpackungen GmbH Hintergrund Professor Jochen Baier vom Steinbeis Transfer- zentrum für Logistik und Mobilität in Furtwan- gen leitet die wissenschaftliche Begleitung des Projekts: „Knapp die Hälfte aller tödlichen Un- fälle bei Zusammenstößen zwischen Lkw und ungeschützten Verkehrsteilnehmern könnte durch Abbiegeassistenten vermieden werden. Die Assistenzsysteme gewinnen stark an Be- deutung. Städte wie Wien wollen im Frühjahr 2020 ein Rechtsabbiegeverbot für Lkw ohneAb- biegeassistenten umsetzen. München vergibt städtische Aufträge bereits nur noch an Unter- nehmen, die Fahrzeuge mit Abbiegeassistenten einsetzen.“ Für den Feldversuch zur Erprobung von insgesamt 500 nachgerüsteten Lkwmit Ab- biegeassistenten stellt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg insgesamt 500.000 Euro zur Verfügung. Der Verband Spedition und Logis- tik Baden-Württemberg (VSL) als federführender Projektpartner, die Industrie- und Handelskam- mern und weitere Verkehrsverbände unterstüt- zen die Initiative. Jürgen Findeklee Vorstandsvorsitzender, Volksbank Schwarz- wald-Donau-Neckar eG, Tuttlingen IHK-Vollversammlungsmitglieder für die Wirtschaft und die Region #Gemeinsamihksbh: Gemeinsam erfolgreich sein! Die kaum sichtbare Außen- kamera am Windleitkörper über dem Fahrerhaus er- fasst die Personen im toten Winkel auf einem Display im Fahrzeuginneren und warnt den Fahrer optisch und mit einem akustischen Signal. Gerhard Lehmann, Steffen P. Würth und Logistikleiter Heinrich Kaiser sowie IHK- Projektleiter Martin Schmidt (von rechts).

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