Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

12 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 31 Die Preisträger Das Gasthaus Bad wird in dritter Generation von Mike Schlageter und seiner Frau Gertrud geführt. Mike Schlageter ist in vielerlei Hinsicht engagiert, was die Optimierung von Geräten und Abläufen in seiner Küche betrifft. Schon seit mehr als 20 Jahren wird die Abwärme der Restaurant-Kühlhäuser für die Erhitzung des Brauchwassers im gesamten Gebäude, inklusive der fünf Wohnungen, verwendet. Nach dem KEFF-Check wurde das Haus 2018/2019 komplett energetisch saniert und entspricht nun dem Standard KfW-Effizienz- haus 70. Außerdem wurde die komplette Au- ßenbeleuchtung auf LED umgestellt. Diese Maßnahmen mit einer Investitionssumme von 300.000 Euro senken natürlich unmittelbar und langfristig den Energieverbrauch. Hinzu kommt, dass Mike Schlageter sehr lange selbst daran getüftelt hat, dass durch Wärmedämmung und Zeitschaltuhren, also mit geringem finanziellen Aufwand, nun ein Großteil seiner Küchengeräte energetisch optimiert werden konnte. Die MaierWerkzeugmaschinen GmbH & Co. KG mit Geschäftsführer Michael Maier hat bei ihrem Neubau hoheAnsprüche an die Energieeffizienz des Gebäudes gelegt. Die thermisch aktivierte Bodenplatte heizt das Gebäude in Kombination mit PV-Anlage undWärmepumpe nahezu CO2- Neutral. B eim KEFFizienzgipfel haben es zwei Unternehmen aus der Re- gion unter die Top Ten geschafft: Maier Werkzeugmaschinen aus Wehingen und das Gasthaus Bad aus Furtwangen haben die Jury des Landeswettbewerbs mit ihren Projekten beeindruckt. Das Gasthaus Bad hat mit Tüftelei und Ideenreichtum sogar den dritten Platz belegt. Vorausgegangen ist den Maßnahmen ein sogenannter KEFF-Check, eine kostenfreie Erstanalyse der Effizienzpotenziale. Diese wird durchgeführt durch die Kompetenzstelle Energieeffizienz (KEFF). Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg ist Träger der Kompe- tenzstelle Energieeffizienz. Deren Leiter Simon Scholl bekräftigte bei der Preisverleihung: Die Energiewende sei nötig, „damit auch unsere nachfolgenden Ge- nerationen einen lebenswerten Planeten vorfinden“. Er forderte gleichzeitig die Eindämmung der einschlägigen Bürokratie, der Regulierung und der Umlagen im Energiebereich: „Insbesondere bei Fördermitteln, die es im Effizienzbereich gibt, herrscht häufig große Unsicherheit und es sind viele Formulare auszufüllen.“ Da die Produkte und Lösungen, um Gebäude, Maschinen und Prozesse energieeffizienter umzusetzen, zu einem guten Teil aus der Region stammen, liege im Thema auch eine große wirtschaftliche Chance über den Einspareffekt hinaus, betonte Scholl. In allen Branchen des produzierenden Gewerbes, des Handels und des Dienstleistungssektors gebe es zum Teil erhebliche Energieeffi- zienzpotenziale, die derzeit nicht hinreichend ausgeschöpft würden, sagte Umweltminister Franz Untersteller bei der Preisverleihung in Leinfelden-Echterdingen. Der Gipfelstürmer-Award soll deshalb nicht nur vorbildliche Leistungen würdigen, sondern andere Unter- nehmen auch dazu inspirieren und anstiften, es ihnen gleichzutun. „Es lohnt sich ökologisch und ökonomisch, seine Arbeitsabläufe oder betrieblichen Einrichtungen energetisch effizient zu gestalten“, betonte der Minister. Scho Simon Scholl Kompetenzstelle Energieeffizienz 07721 922-149 simon.scholl.keff-bw@vs.ihk.de Gertrud und Mike Schlageter vom Gasthaus Bad erhalten den mit 3.000 Euro dotierten Preis aus den Händen von Umweltminister Franz Untersteller (Bildmitte). Michael Maier (links) von der Maier Werkzeugmaschinen GmbH & Co. KG schaffte es mit seinem Projekt unter die besten zehn und wurde dafür von Umweltminister Franz Untersteller ausgezeichnet. Bilder: Eric Vazzoler Preise für regionale Unternehmen bei Landeswettbewerb Ausgezeichnete Effizienzprojekte

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