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Wirtschaft im Südwesten

2 | 2017

24

REGIO

REPORT  

IHK Südlicher Oberrhein

E

in halbes Dutzend Kinder in roten Gummikitteln sitzt im Turn-

raum der Kita in Kehl-Bodersweier um einen Tisch. Darauf

stehen gelbe, grüne, rote und blaue Farbschalen, die Farben

darin sind ziemlich verwässert. Mit einem Pinsel klecksen die Vier-

bis Fünfjährigen die Farbe auf ein weißes Blatt Papier, um sie dann

mit einem Strohhalm zu langgezogenen Farbrinnsalen quer über

das Blatt zu pusten. „Damit erledigen wir gleich drei Dinge auf

einmal“, erklärt Kita-Leiterin Martina Zaum-Hoffmann. „Durch das

Experiment lernen die Kinder erstens, dass Luft Wasser bewegen

kann und zweitens, welche neuen Farbtöne entstehen, wenn ver-

schiedene Farben gemischt werden. Und drittens haben wir am

Ende wunderschöne Einladungen für unser Sommerfest.“

Seit sieben Jahren besuchen die Fachkräfte der Einrichtung die

Fortbildungen, die die IHK Südlicher Oberrhein als lokaler Netz-

werkpartner vom „Haus der kleinen Forscher“ anbietet. „Einmal

sind wir schon zertifiziert, die zweite Zertifizierung erfolgt noch

diesen Sommer“, berichtet Zaum-Hoffmann. Neben den angelei-

teten Experimenten können die Mädchen und Jungen im speziell

eingerichteten Forscherzimmer selbst forschen. Sogar in der Krippe,

in der die Ein- bis Dreijährigen untergebracht sind, machen die Kita-

Mitarbeiterinnen erste Versuche. Zaum-Hoffmann: „Auch die ganz

kleinen Kinder forschen schon gern.“ Manche Eltern treibt allerdings

die Sorge um, dass das Experimentieren im Kindergartenalter für

ihre Sprösslinge zu früh ist. „Hin und wieder ist eine Mutter etwas

erschrocken, dass ihr Sohn oder ihre Tochter bei uns mit Scheren

arbeitet oder mal nass wird. Aber wir erklären ihnen dann, dass

die Kinder am besten etwas lernen, wenn sie es selbst austesten.“

Gerade fürs Ausprobieren bliebe im Alltag wenig Zeit. „Hier bei

uns können die Mädchen und Jungen in Ruhe nach Wegen und

Lösungen suchen und sehen, was aus ihren Aktionen entsteht oder

eben nicht. Dafür reicht manchmal schon Verpackungsmaterial“,

sagt die Leiterin lachend und zeigt auf ihre Kollegin Carolin Greth,

die mit der nicht einmal dreijährigen Lea geduldig Styroporkugeln

auf einen Schaschlikspieß piekst. Das Experimentieren ist außer-

dem die ideale Basis für den Vater-Kind-Tag, wie die Leiterin der

Einrichtung festgestellt hat. „Damit haben wir viele Väter in die Kita

geholt. Und sie haben aktiv mitgearbeitet - ein voller Erfolg.“ Auch

einen Großeltern-Tag hat es gegeben. „Sie sollen sehen und selbst

erleben, dass die Kindertagesstätte heute mehr ist als betreutes

Spielen“, sagt Martina Zaum-Hoffmann.

U

m das Thema Luft dreht sich an diesem Tag alles in der Kita

in Herbolzheim. An sieben Stationen lernen die Kinder das

Element kennen. So finden sie beispielsweise durch Experi-

mente heraus, was passiert, wenn sie ein mit Luft gefülltes Glasrohr

mit der Öffnung nach unten ins Wasser tauchen: das Wasser dringt

nicht in das Glasrohr ein. Mit selbst gebastelten Flugzeugen aus

Papier und einem Trinkhalm erfahren sie, dass Luft trägt – manch-

Die nicht einmal dreijährige Lea reiht geduldig Styroporkugeln

auf einen Schaschlikspieß (Bild links), die fünfjährige Ella und ihre

dreijährige Schwester Mara lassen aus durchsichtigen Plastikbeuteln

Winddrachen werden (oben), und Erzieherin Silvia Roser experimen-

tiert mit der sechsjährigen Katharina (rechts).

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen

Forscher“ engagiert sich für eine bessere Bildung

von Mädchen und Jungen im Kindergarten- und

Grundschulalter in Naturwissenschaften, Mathe-

matik und Technik. Netzwerkpartner im Südwesten

Baden-Württembergs ist die IHK Südlicher Ober-

rhein. Ein Blick in die evangelischen Kindergärten

in Kehl-Bodersweier und Herbolzheim sowie in das

Kinder- und Bildungszentrum in Umkirch zeigt, wie

das Projekt in der Praxis funktioniert.

IHK unterstützt „Haus der kleinen Forscher“zur

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