Was tun, wenn der Nachwuchs abwinkt
Wer als Unternehmer über Jahre an seinem Lebenswerk gefeilt hat, möchte es irgendwann auch gerne einem motivierten Nachfolger hinterlassen. Immer öfter scheiden Söhne und...
Humorig begrüßte IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon die Gäste: „Sie wissen ja, wie das mit dem Ehrenamt ist – viel Amt, wenig Ehre!“ Doch an diesem Abend solle es eben andersherum sein. „Deshalb haben wir den Rahmen etwas festlicher gestaltet.“ Eigentlich hätte die Prüferehrung nach ihrer Premiere im Jahr 2016 bereits früher wieder stattfinden sollen, allerdings hatte die Pandemie die Pläne zunichtegemacht.
Jedes Jahr nehmen die 2.000 ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer der IHK Südlicher Oberrhein etwa 9.000 Prüfungen in 150 verschiedenen Ausbildungsberufen und bei 25 unterschiedlichen Weiterbildungsabschlüssen ab. Das macht, die Vor- und Nachbereitung der Prüfungen eingerechnet, rund 70.000 Stunden. „Nun stellen Sie sich vor, diese Stunden müsste die Wirtschaft voll entlohnen“, rechnete IHK-Präsident und Festredner Eberhard Liebherr vor. „Es wäre ein Millionenbetrag.“ Aber nicht nur die finanzielle Seite würde für Probleme sorgen. Denn würden Berufsprüfer in ihrem Arbeitsalltag ausschließlich prüfen, würde die Praxis auf der Strecke bleiben. „Dabei ist diese Praxisnähe so wichtig für diese Aufgabe. Und die bringen Sie mit!“, würdigte Liebherr und ergänzte: „Die ehrenamtlich tätigen Prüferinnen und Prüfer sind für die Wirtschaft am südlichen Oberrhein unbezahlbar.“

















Wenn es bei der IHK auch weniger Glitzer und Glamour gäbe, so sei der Abend quasi eine Oscarverleihung. „Denn hier im runden Saal sitzen ja nur VIPs“, stellte der Präsident fest. „Ja genau: Für die IHK Südlicher Oberrhein sind die Prüferinnen und Prüfer alle Very Important Persons.“ Sie würden mit ihrem Fachwissen dazu beitragen, dass die Marke IHK auf den Zeugnissen der Absolventinnen und Absolventen weltweit anerkannt und geschätzt werde und die hohen Standards in der Aus- und Weiterbildung eingehalten würden.
Für diese Leistung erhielten die rund 150 anwesenden Prüferinnen und Prüfer im Anschluss an die Festrede des Präsidenten eine Ehrennadel in Form einer IHK-Welle – eine silberne für mindestens 20 Jahre Tätigkeit, eine goldene für mindestes 30 Jahre Ehrenamt. Dabei nannte IHK-Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung Simon Kaiser Zahlen, die für Raunen im Saal sorgten. So war der eine oder andere Prüfer tatsächlich schon 50 Jahre für die IHK Südlicher Oberrhein aktiv und andere prüften in zehn verschiedenen Abschlüssen in der Aus- und Weiterbildung.
„Sie alle sind systemrelevant“, stellte der Freiburger Kabarettist Matthias Deutschmann im Rahmen seines Auftritts beeindruckt fest. „Ich wäre auch gern als ehrenamtlicher Prüfer tätig, aber ich weiß leider nicht, in welchem Bereich.“ Kurzweilig berichtete er aus seinem Leben, angefangen bei Protesten in Wyhl bis zur Pandemie. Schmunzelnd gestand er: „1980 hätte ich nicht für die IHK gespielt.“ Dass er seine Meinung über die Jahrzehnte geändert hat, wurde mit großem Applaus des Publikums honoriert.
Text: naz
Bilder: Michael Bode
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