Positive Entwicklung im Negativtrend

Je weniger Autos produziert werden, desto weniger setzen Zulieferer um. Die Kurven müssen allerdings nicht parallel verlaufen. Das beweist die ARaymond aus Lörrach. 

von Patrick Merck

Jürgen Trefzer, Deutschland-Chef der A. Raymond GmbH & Co. KG Foto: Patrick Merck

Je weniger Autos produziert werden, desto weniger setzen Zulieferer um. Die Kurven müssen allerdings nicht parallel verlaufen. Das beweist die ARaymond aus Lörrach.  

2018 wurden Teile des Zulieferers in rund 8,9 Millionen Fahrzeugen von Kunden verbaut. Doch deren Produktion ist seitdem zurückgegangen. 2025 waren es nur noch knapp 6,6 Millionen Fahrzeuge. Diese „Bauzahlen unserer Kundschaft“ präsentierte Jürgen Trefzer, Deutschland-Chef der A. Raymond GmbH & Co. KG, anlässlich einer Jubilarfeier in Schopfheim. Der Produktionsrückgang bei Kunden wie Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW, Ford und Volvo entspricht einem Minus von 26,2 Prozent in sieben Jahren.

Im gleichen Zeitraum ging auch der Artikelumsatz bei der ARaymond zurück, mit 4,7 Prozent allerdings deutlich geringer. Der Grund: Das Unternehmen hat am Umsatz pro Auto gearbeitet. 2018 lag der bei 26,65 Euro, 2025 betrug er – über alle Kunden hinweg – 34,27 Euro. Jürgen Trefzer: „Mit unserer Innovation, mit unserer Arbeit und unserer Effizienz, aber auch durch harte Verhandlungen mit dem Kunden zu Preisen und Rohmaterialien haben wir es geschafft, dass wir unseren Anteil am Fahrzeug gesteigert und zumindest gehalten haben.“

Für dieses und das kommende Jahr rechnet der Geschäftsführer bei ARaymond mit stagnierenden Umsätzen. Doch er sieht auch Perspektiven: Das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands in Deutschland steigt seit 2010. Damals waren es acht Jahre, aktuell sind es laut Kraftfahrt-Bundesamt fast elf. „Es gibt eine deutliche Kaufzurückhaltung“, lautet die Schlussfolgerung von Jürgen Trefzer. Und die hänge mit der unsicheren wirtschaftlichen Lage der Verbraucher zusammen. Ändere sich das zum Guten, „kommen die Leute auf die Idee und sagen, ich ersetze jetzt mal mein altes Auto“. Dann geht es – laut dem Deutschland-Chef von ARaymond – um mehr als zehn Millionen Fahrzeuge allein bei der Ersatzbeschaffung.

Die A. Raymond GmbH & Co. KG aus Lörrach ist Teil der ARaymond-Gruppe mit Sitz in Grenoble. An den Standorten Lörrach und Weil am Rhein sind rund 1300 Menschen beschäftigt. Sie entwickeln, produzieren und vertreiben Spezialbefestigungen aus Metall und Kunststoff sowie Montageartikel für Autohersteller und deren Systemlieferanten.

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