Hansgrohe bringt Palladium zurück in den Kreislauf
Für sein Verfahren zur Rückgewinnung von Palladium aus Prozesswässern der Kunststoffgalvanik ist die Hansgrohe Group ausgezeichnet worden.
Das Hochspannungsnetz zwischen Offenburg und Weier erhält ein deutliches Leistungsplus: Untersuchungen im Auftrag der Netze BW zeigen, dass auf mehreren Leitungsabschnitten moderne Hochtemperaturseile künftig wesentlich mehr Strom über die bereits vorhandene Infrastruktur transportieren können.
Wie Netze BW mitteilt, kann damit die Übertragungskapazität auf rund 840 Ampere steigen, auf weiteren Leitungsabschnitten sogar auf mehr als 1000 Ampere. Zum Vergleich: Eine normale Haushaltssteckdose liefert Strom mit 16 Ampere. Weil der Strom im Hochspannungsnetz mit einer deutlich höheren Spannung übertragen wird, kann eine solche Leitung rechnerisch Zehntausende Haushalte mit Energie versorgen – und damit eine ganze Stadt. Auch für Unternehmen bietet sie große Spielräume: Statt nur einen einzelnen Anschluss zu versorgen, kann die leistungsstarke Hauptverbindung große Anlagen oder ganze Standorte an das Stromnetz anbinden.
„In der Ortenau ist richtig Bewegung: Neue Unternehmen, Ladepunkte, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speicher treiben den Strombedarf nach oben“, sagt Jörg Reichert, Vorsitzender der Netze BW-Geschäftsführung. „Mit den Hochtemperaturseilen bringen wir schneller mehr Leistung ins bestehende Netz und schaffen neuen Spielraum für Anschlüsse. Das gibt der Region Rückenwind – für eine sichere Versorgung und weiteres wirtschaftliches Wachstum, noch bevor der langjährige Netzausbau abgeschlossen ist.“
Fred Oechsle, Leiter Netzmanagement Strom bei Netze BW, ergänzt: „Wir nutzen die vorhandene Infrastruktur so effizient wie möglich. Die neuen Hochtemperaturseile werden auf den bestehenden Leitungstrassen verlegt; an den Masten sind dafür nur teilweise kleinere Anpassungen nötig. Nach aktuellem Stand sollen die neuen Seile im vierten Quartal 2030 in Betrieb gehen. Sie ersetzen den langfristigen Netzausbau nicht, schaffen aber eine wichtige und wirkungsvolle Zwischenlösung.“
Bis zur geplanten Inbetriebnahme sind jedoch noch mehrere Schritte erforderlich: Dazu gehören technische Prüfungen, eine sorgfältige Detailplanung und die entsprechenden Genehmigungsverfahren. Hinzu kommen lange Lieferzeiten für spezielle Komponenten sowie die anspruchsvolle Koordination der Arbeiten im laufenden Netzbetrieb. Denn auch während des Seiltauschs muss die Stromversorgung in der Region jederzeit sicher gewährleistet bleiben.
Darüber hinaus werde geprüft, ob sich auf vorhandenen Kabelstrecken vorübergehend noch ungenutzte Reserven sicher ausschöpfen lassen – ob sie also zeitweise mehr Strom transportieren können, ohne ihre technischen Grenzen zu überschreiten. Auch die dafür notwendigen Anpassungen in den Umspannwerken werden untersucht. So möchte der Netzbetreiber zusätzliche Kapazitäten möglichst früh bereitstellen und neue Netzanschlüsse besser planbar machen.
Bis 2030 investiert Netze BW eigenen Angaben zufolge jedes Jahr einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes. Davon profitiert auch der Ortenaukreis mit dem Raum Offenburg. Neue Kapazitäten entstehen jedoch nicht über Nacht: Begrenzte Kapazitäten bei Fachfirmen, steigende Materialkosten, fehlende Flächen für Umspannwerke und aufwendige Genehmigungsverfahren können neue Netzanschlüsse verzögern.
Um diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen, hat Netze BW die Taskforce Mittelbaden ins Leben gerufen. Sie bringt regionale Partner an einen Tisch und stimmt seit April 2026 Strombedarf, Anschlussanfragen und Ausbaumaßnahmen enger aufeinander ab. Der Einsatz der Hochtemperaturseile ist eine konkrete Maßnahme, die daraus hervorgegangen ist. Planungen und Genehmigungen sollen mit Hilfe der Taskforce schneller vorankommen und Investitionen gezielt dort wirken, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
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