Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 -Südlicher Oberrhein
Südlicher Oberrhein 3/2026 42 Mit Sprache Türen önen Sprachförderung als Brücke in Ausbildung und Beruf: Der Verein „Bildung für alle“ unterstützt Zugewanderte. Auch die IHK hilft: mit dem Kümmerer-Projekt für Integration im Ausbildungsmarkt. Bildung für alle „Bildung für alle“ (BFA) hat eine Mission: Sprachbarrieren von zugewanderten Men- schen abbauen. Der Verein bietet kostenfreie Sprachförderung für Menschen im Raum Frei- burg. Und die deutsche Sprache zu beherr- schen ist letztlich Voraussetzung für Ausbil- dung oder Arbeitsplatz. Patric Grödel spricht aus Erfahrung. Grödel ist beim Logistikunternehmen Dachser als HR- Consultant zuständig für Mitarbeiter in den Bereichen Rekrutierung, Onboarding, Inte- gration und Entwicklung: „Bei BFA nutzen wir die Möglichkeit, Auszubildende und Mitarbei- ter sprachlich zu fördern. Seit vielen Jahren gehen deshalb unsere Auszubildenden mit Sprachbarriere in die Freitagsschule von BFA, da Dachser auch ein Kooperationspartner der ersten Stunde ist. Im vergangenen Jahr haben wir fünf unserer Auszubildenden jeden Freitag dorthin geschickt, sofern kein Berufsschulun- terricht stattfand. So konnten sie an ihren indi- viduellen Herausforderungen arbeiten und ihre persönlichen Ausbildungsziele erreichen.“ Dass dieses Engagement in der Regel zu Erfolgen führt, bestätigt Stefanie Pies, Geschäftsführerin bei Bildung für alle. Derzeit arbeiten dort rund 300 Menschen daran, ein Sprachniveau zwi- schen A1 und B2 zu erreichen – von den ersten Anfängen bis zur selbstständigen Sprachver- wendung. „Wir bieten auch Kurse an, in denen vorgeschaltet das lateinische Alphabet und unsere Schrift vermittelt werden“, sagt Pies. Unterstützung von der IHK Neben der Freitagsschule, die ausschließlich Auszubildende beim Lernen der deutschen Sprache unterstützt, engagieren sich in der Sprachschule rund 40 Ehrenamtliche, die drei- mal pro Woche motivierten Teilnehmern beim Deutschlernen helfen. Damit auch Eltern und Alleinerziehende diese Angebotewahrnehmen können, stehen weitere zehn Ehrenamtliche für die Kinderbetreuung zur Verfügung. „Bei uns sind alle zugewanderte Menschen mit Sprach- barriere willkommen, denn Integration funktio- niert nur, wenn Menschen an Bildung partizi- pieren können – schließlich ist nur so auch eine gesellschaftliche Teilhabe möglich“, so Pies. Damit sich eine Integration im Ausbildungs- markt realisieren lässt, unterstützt die IHK Südli- cher Oberrhein mit dem vom Arbeits,inisterium geförderten Kümmerer-Projekt. Die drei IHK- Kümmerer Ibrahim Sarialtin, Julia Gauerhof und Ricarda Dobler unterstützen Menschen bei ihrer Orientierung, Praktikasuche und der Einstiegsqualizierung beziehungsweise dabei, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu nden. Damit sie dort erfolgreich ankommen, können sie darüber auch als Auszubildende begleitet und gegebenenfalls geschult werden. Die Inanspruchnahme der BFA-Leistungen ist für Lernende kostenfrei. Von Unternehmen, die ihre Azubis in die Freitagsschule schicken, wünscht sich der Verein einen monatlichen Beitrag in Form einer Verwaltungskostenpau- schale. Zur BFA nden Menschen nicht nur über die Kümmerer der IHK und der Hand- werkskammer, sondern auch über das Job- center und soziale Einrichtungen. Aufgrund der hohen Nachfrage für die Angebote sind bei Bildung für alle jederzeit ehrenamtliche Helfer herzlich willkommen. Doris Geiger Ankommen in der Region Dazu gehört für zugewanderte Menschen auch der Erwerb der deutschen Sprache. Foto: BFA/Felix Groteloh
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