Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 -Südlicher Oberrhein

Südlicher Oberrhein 3/2026 35 haben die Teilnehmer mit den Zerti—katen über die einzelnen Teil- quali—zierungen einen objektiven und bundesweit vergleichbaren Nachweis über ihre beružichen Kompetenzen. Das erleichtert nach der Haft nicht nur den Einstieg in eine geregelte Erwerbstätigkeit. Häu—g ist es für die Teilnehmer auch persönlich ein emotionaler Moment, da sie mit dem Zerti—kat nicht selten den ersten Berufsab- schluss ihres Lebens in Händen halten.“ Das Modell der IHK-Teilquali—zierungen ist übrigens nicht auf In- haftierte beschränkt: Auch wer im späteren Leben noch in einen bestimmten Beruf einsteigen oder nach einer längeren Auszeit wieder in die Arbeitswelt zurück—nden möchte, —ndet in der Teil- quali—zierung einen praxisnahen, anerkannten und vor allen Dingen Türen ö¨nenden Weg. Kaiser: Klassische Ausbildung bleibt Königsweg Die Teilquali—zierung ist grundsätzlich für alle Ausbildungsberufe möglich, auch wenn Simon Kaiser darauf hinweist, dass sie keine Alternative zur etablierten Ausbildung ist, die er als „Königsweg“ sieht. „Sie ist eine Lösung, die am Ende in der genau gleichen Aus- bildungsprüfung endet, wie man sie kennt.“ In der JVA Freiburg richtet sich das Angebot nach den vorhande- nen Werkstätten im 1878 gebauten Gebäudekomplex: Ausgebildet werden Industriemechaniker, Schreiner, Köche und Fleischer; hin- zu kommen Staplerschein, geprüfter Schweißer sowie Teilquali—- zierungen in Metall, Holz und Lagerlogistik. Einen Teil dessen, was in den Werkstätten entsteht, kann man übrigens direkt im Online- Shop der VAW bestellen. Doris Geiger Was in den JVA-Werkstätten entsteht kann man zum Teil direkt imOnline-Shop der VAW bestellen: Auf Präzision kommt es an: In der JVA wird unter anderem in Industrieberufen quali—ziert. Alexander Gut (links) und Mario Weiner helfen Häftlingen dabei, —t fürs Berufs- leben „danach“ zu werden.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5