Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
Wirtschaft im Südwesten 3/2026 08 tieren. Auch viele Unternehmen, die bisher mit Panzern oder Pistolen nichts zu tun hatten, erhoen sich durch den Rüstungsboom neu- en Aufschwung. Besonders die Automotive- Branche mit ihren vielen mittelständischen Zu- lieferern steht hier Gewehr bei Fuß. Hoen auf neue Märkte 15000 Industrieunternehmen in Deutschland, also etwa sieben Prozent, sind nach Unter- suchungen des Bonners Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) bereits im Sicherheits- und Verteidigungssektor tätig. Vier von zehn Unternehmen zie- hen dies für die Zukunft in Betracht, auch viele Mittelständler. Sowohl die Unternehmer, die bereits in diesem Sektor aktiv sind, als auch diejenigen, die potenziell interessiert sind, erwarten sich demnach Umsatzwachstum und die Erschlie- ßung neuer Märkte, so das IfM. Knapp drei von zehn Befragten sehen darin einen Beitrag zur Sicherung der Verteidigungsfähigkeit. Beim Bundesverband der Deutschen Sicher- heits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) ex- plodieren derweil die Mitgliederzahlen. Seit Januar ’25 hat sich die Zahl auf 600 mehr als verdoppelt. „Seit dem russischen Angri auf die Ukraine verzeichnen wir eine deutlich ge- stiegene Nachfrage nach Informationen und Orientierung über den Einstieg in die Sicher- heits- und Verteidigungsindustrie“, sagt BDSV- Geschäftsführer Hans Christoph Atzpodien. Viele Anfragen kommen demnach von Unter- nehmen, die als mittelständische Zulieferer aus Maschinenbau, IT, Elektronik oder Automotive bereits über einschlägige Erfahrung verfügen – aber auch von Start-ups, insbesondere aus dem Bereich der Drohnen. BDSV-Chef Atz- podien sagt: Regional sei die Nachfrage breit verteilt, aber „mit Schwerpunkten in industrie- starken Bundesländern wie Bayern, Nordrhein- Westfalen und Baden-Württemberg“. Vom Bodensee: Drohnen ohne China-Komponenten Eines dieser Start-ups sitzt in Konstanz und hat gerade ordentlich Auftrieb. Highcat fer- tigt Drohnen. Ohne chinesische Kompo- nenten und ausschließlich in Deutschland, betont Geschäftsführer Dominik Faißt. Ge- gründet 2023, erster Großkunde: die Bundes- wehr. Um über 100 Prozent wächst High- cat jährlich, kontinuierlich wird erweitert. Am Konstanzer Flugplatz plant Faißt einen 4500 Quadratmeter großen Neubau. Investitionsvo- lumen: zehn Millionen Euro. Im Frühjahr 2028 soll eingezogen werden, die Baugenehmigung lässt noch auf sich warten. „Der Großteil der aktuellen Nachfrage kommt aus verteidigungs- und sicherheitsnahen An- wendungen“, sagt Faißt. Highcat pro tiert also Fotos: Highcat; Eltroplan Group Thomas Albiez, IHK-Hauptgeschäftsführer „Unsere Betriebe besitzen das nötige Know-how.“
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5