Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

19 Kontrolle ist gut… …aber Vertrauen ist besser, sagt Leadership-Experte Mario Cristiano, den viele Unternehmer fragen, wie man in unsicheren Zeiten als Führungskraft seinen Teams Sicherheit gibt. Seine Antwort? Ein Gastbeitrag Schwerpunkt Sicherheit: Unternehmensführung Sicherheit, Orientierung, Motivation oder Wer- te liegen unter der Ober äche und somit im unsichtbaren Bereich. Sichtbar sind meist nur Prozesse, Tools oder Verhalten. Doch beein- usst wird all das von dem, was darunterliegt. Und wenn Sie sich nun vorstellen, dass wir den Eisberg gemeinsam bewegen wollen, dann macht es doch mehr Sinn, amgrößeren Teil an- zupacken – also unten. Deshalb ist meine Empfehlung an alle, die Un- ternehmen und Menschen führen: Investieren Sie mehr qualitative Zeit in echte Gespräche und Begegnungen. Nicht als weiteres Doing im Outlook-Kalender, sondern Gespräche zum Steigern von Beziehungsqualität. Dialoge auf Augenhöhe, die sich nicht ausschließlich um Fakten, Tagesgeschäft und KPIs drehen. Stattdessen Gespräche mit einem Blick unter dieWasserober äche – dorthin, wo diewirklich beein ussbaren Faktoren liegen. Und was bewegt euch? Das hört sich nun nach einer wei- chen Maßnahme an. Aber viele Erfahrungsberichte und Studien zeigen, wie wichtig diese Inst- rumente sind, um Sicherheit zu geben. Und das wäre zumin- dest aus der Führungspraxis nun die oberste Prämisse für jedes Unternehmen. Um so ein Gespräch zu starten, gibt es ein paar praxiserprobte Fragen, die immer wieder helfen kön- nen: Was bewegt Euch? Wie geht es Dir wirklich? Was brauchen Sie, um in dieser Zeit einen gu- ten Job zu machen? Wo kann ich als Führungs- W ie scha•t man es eigentlich, in einer Zeit multipler Krisen und der immer lauter werdenden Transformation ein Unternehmen zu führen? Das ist eine Fra- ge, die sicherlich uns alle schon beschäftigt hat. Gerade jetzt, wo es scheint, als würden die schlechten Nachrichten für Betriebe im Süd- westen nicht abreißen. Eine enorme Heraus- forderung für Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter. Die Folge: Unsicherheit in der Belegschaft macht sich breit. Und der erste, naheliegende Re ex vieler Organisationen? Mehr Kontrolle, mehr Tools, mehr Prozesse oder mehr Druck. Oder vielleicht hilft doch noch ein Seminar zu Work-Life-Balance, Zeitmanagement oder Re- silienz? Und ach ja – dann gibt es da noch die künstliche Intelligenz, die angeblich alles ein- facher und schneller machen soll. Noch mehr Controlling? Puuh… In der Praxis zeigen sich jedoch oft ganz ande- re Bedürfnisse bei den Menschen, die Unter- nehmen tatsächlich durch schwierige Zeiten führen sollen: den Mitarbeitern und Führungs- kräften selbst. Dabei müssen Führungskräfte gar nicht alles alleine tragen. Wenn wir eines aus Coronazei- ten gelernt haben, dann, wie wichtig „geteilte Verantwortung“ ist. Menschen wollen aus ihren Grundbedürfnissen heraus einen Beitrag leis- ten und häuœg sogar Verantwortung überneh- men. Viele Führungskräfte vergessen jedoch, das „Warum“ wirklich zu erklären: Warum tun wir das, was wir tun? Warum ändern wir gefühlt jedeWoche die Richtung? Warum ist diese Ent- scheidung gerade jetzt notwendig? Mit einem schärferen Blick wird deutlich, dass die eigentlichen Hebel selten im „Mehr“ liegen, sondern in dem, was im Führungsalltag wirk- lich passiert: in Emotionen, in Klarheit und im Umgang mit Unsicherheit. Das Eisberg-Modell kann dabei ein hilfreiches Bild sein. Themen wie kraft oder Unternehmer konkret unterstützen? Neurobiologisch betrachtet scha•en solche Fragen nicht nur die oft zitierteWertschätzung, sie senken zudem Stress, scha•en Sicherheit, reduzieren Angst und geben Orientierung. Und nicht selten lautet die Antwort der Menschen auf Fragen wie diese, am Ende: „Vertrauen.“ Foto: privat Unser Autor Früher in der Geschäftsleitung der Spedition Dischinger, jetzt Coach und Leadership- Experte: Mario Cristiano

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