Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 - Hochrhein-Bodensee
Wirtschaft im Südwesten 3/2026 23 resprämie um das Dreieinhalbfache – bei gleichzeitigemSprung des Selbstbehalts von bislang 500 auf 500000 Euro. Für Klaus M.*, den Inhaber eines mittelständischen Be- schichtungsunternehmens mit zwei Betrie- ben, ist das ein Schock. Namentlich möchte er nicht auftreten – aus Sorge vor Reaktionen seines Versicherers. Seit Jahresende werde er immer wieder mit „Sanierungsvorschlägen“ seines Versiche- rers konfrontiert. Dabei würden seine Be- triebe keineswegs zu den Nachzüglern beim Brandschutz gehören. Beide Standorte seien mit aufgeschalteten Brandmeldeanlagen ausgestattet, in den Produktionsbereichen kommen hochsensible Rauchansaugsys- teme (RAS) zum Einsatz, die selbst kleinste Rauchgaspartikel erkennen. Technisch ist man also auf einem Niveau, das in der Praxis als sehr hoch gilt. Und dennoch würden die Versicherer weitere Maßnahmen fordern – teilweise sogar deutlich über das hinaus, was bisher als Stand der Technik deniert war. Das eigentliche Dilemma: Ausweichen ist keine Option. Ein alternativer Versicherer sei derzeit nicht in Sicht, der Markt deutsch- landweit wirkt wie leer gefegt. Für den Unter- nehmer bleibt damit nur die Wahl zwischen zwei schlechten Optionen: die drastisch ver- schärften Bedingungen akzeptieren – oder ohne Versicherung dastehen. „Versicherungen sind Solidargemeinschaften, die ein Risiko ge- Christoph Matheis ist Geschäftsführer des Zentralver- bands Oberä- chentechnik. Er rät zur Scha¦ung von Brandabschnitten, zu KI-unterstützten Diagnoseprogram- men und dezentralen Löschanlagen. Hohes Brandrisiko: Galvanische Anlagen bergen ein hohes Brandrisiko, das nicht selten zu Total- verlusten von Produktionsstätten führt. In der Branche ereignen sich jährlich 70 bis 80 Brände. meinsam abdecken. Davon ist aber keine Spur mehr“, sagt ein weiterer Unternehmer aus der Metallveredelungsbranche, der ebenfalls ano- nym bleiben möchte. Daniela Santo Info Deckungsnotstand Die aktuelle Studie „Deckungsnotstand in der Gewerbe- & Industrieversiche- rung“ zeigt deutliche Kapazitätsengpäs- se im Versicherungsmarkt auf. Besonders betro¦en sind die Risiken Feuer, Explosion, Blitzschlag und Lei- tungswasser. Zu den Branchen mit den höchsten Engpässen gehören die Ab- fallwirtschaft und Recycling sowie Roh- sto¦e, insbesondere das im Schwarzwald wichtige Holz. Hier geht’s zur Studie: *Name der Redaktion bekannt
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