Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 02/26 -Südlicher Oberrhein

D ie künstliche Intelligenz (KI) kann man vieles fragen. Manchmal ist es jedoch interessanter, Menschen zu befragen – erst recht, wenn es umdie KI selbst geht. Mar- lon Ille ist in diesem Fall der ideale Gesprächs- partner: 21 Jahre alt, Auszubildender zum Kauf- mann für IT-Systemmanagement bei Hella Gutmann Solutions in Ihringen am Kaiserstuhl – und außerdem frischgebackener Absolvent der IHK-Zusatzqualifikation „Künstliche Intelli- genz und Maschinelles Lernen“. Qualifikation von der IHK initiiert Diese Qualifikation hat er gemeinsam mit neun weiteren Auszubildenden an der Max-Weber- Berufsschule in Freiburg abgeschlossen. Ini- tiiert hat sie der Berufsbildungsausschuss der IHK Südlicher Oberrhein. Zielgruppe sind in erster Linie Auszubildende aus den IT-Berufen. Zwei Berufsschulen in der Region haben die Zusatzqualifikation KI und Maschinelles Lernen bereits in ihr Portfolio aufgenommen. „Die KI verändert rasant Prozesse, Produkte und Ge- schäftsmodelle. Diese Entwicklung muss be- gleitet werden – mit einer gezielten Förderung von Auszubildenden, damit sie die Potenziale und Einsatzmöglichkeiten der KI im eigenen Betrieb erkennen, nutzen und weiterentwickeln können“, erklärt Simon Kaiser, Geschäftsführer der Aus- und Weiterbildung der IHK. KI nutzen und weiterentwickeln – das sind ge- nau die Dinge, die auch Marlon Ille nicht erst seit seiner Zusatzqualifikation als unverzichtbar erachtet. Für die 23 notwendigen zusätzlichen Schultage hat er sich bewusst entschieden: „Man muss fachkundig sein, um zu verstehen, was die KI kann und wie sie Berufsbilder verän- dern wird.“ Und man solle die KI mit Verstand einsetzen. „Unternehmen sollten darauf ach- ten, Daten intelligent zu verwalten und ihre Pro- zesse nicht überstürzt umzustellen.“ Das sieht man auch im Berufsbildungsausschuss der IHK so. Simon Kaiser: „Deshalb sind Chancen, Herausforderungen und ethische Fragen der KI zentrale Themen dieser Zusatzqualifikation – ebenso der Umgang mit Daten sowie Grund- kenntnisse in Datenanalyse und maschinellem Lernen, ergänzt um konkrete Einsatzbereiche und Anwendungsfälle in den Unternehmen.“ Marlon Ille möchte nach seinem Abschluss Informatik studieren und möglicherweise pro- movieren, um vielleicht eines Tages in der For- schung mitzuwirken. „Für mich ist die KI eine Herausforderung auf mehreren Ebenen, der wir begegnen müssen, um unsere Position auch international zu stärken.“ Seinen eigenen Beitrag leistet er schon heute: Dank der Zusatz- qualifikation unterstützt er seinen Ausbildungs- betrieb dabei, Prozesse zu optimieren. Derzeit baut er einen KI-Agenten auf, der die kaufmän- nische Abteilung entlasten soll. Doris Geiger KI mit Verstand einsetzen Im Kammerbezirk der IHK Südlicher Oberrhein können sich Auszubildende im Umgang mit KI weiterbilden. Marlon Ille hat dies getan – und setzt das Gelernte produktiv ein. IHK-Zusatzqualifikation für Azubis Foto: Adobe Stock/InfiniteFlow Südlicher Oberrhein 2/2026 37 Marlon Ille Nach seinem Abitur am Technischen Gymnasium leistete er zunächst ein Jahr freiwilligen Wehr- dienst, bevor er von Stuttgart nach Frei- burg zog und seine Ausbildung bei Hella Gutmann begann. Die IHK-Zusatzqualifikation soll Auszubildende fördern, damit sie die Potenziale der KI im eigenen Betrieb erkennen.

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