Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 02/26 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
SCHRAMBERG. Der Leiterplattenhersteller Schweizer Electronic aus Schramberg (600 Mitarbeiter an fünf Standorten weltweit) hat 2025 seinen Umsatz um fast 20 Prozent auf 173,1 Millionen Euro gesteigert. Wesentliche Wachstumstreiber: der zunehmende Erfolg der Chip-Embedding-Technologie sowie Projekt- erfolge bei Hochfrequenz-Leiterplatten. Embedded-Lösungen sind quasi intelligente Leiterplatten, also spezialisierte Computer- oder Mikrocontrollersysteme, die fest in tech- nische Produkte integriert sind und beispiels- weise für Bremssysteme gebraucht werden. Dementsprechend entwickelte sich vor allem das Automobilgeschäft dynamisch: Der Um- GRENZACH-WYHLEN. Während viele Bran- chen in Deutschland auf der Stelle treten, geht Roche in die Offensive: Der Schweizer Pharma- konzern hat eigenen Angaben zufolge im Ge- schäftsjahr 2025mehr als 700Millionen Euro in seine deutschen Standorte investiert – so viel wie nie zuvor. Der Umsatz legte parallel um 4,7 Prozent auf 8,9Milliarden Euro zu. Für Roche ist satz mit Automotive-Kunden legte um 23,7 Pro- zent auf 145,3 Millionen Euro zu, während das Geschäft mit Non-Mobility-Kunden auf stabi- lem Niveau blieb. Der Umsatz mit Produkten strategischer Partnerunternehmen stieg 2025 um 71,7 Prozent auf 117,2 Millionen Euro. Gleich- zeitig sank der Umsatz aus der Eigenproduktion um 26,7 Prozent auf 55,9 Millionen Euro. Zum Jahresende belief sich der Auftrags- bestand auf 194,1 Millionen Euro. Das Ergeb- nis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern drehte mit 0,7 Millionen Euro wieder ins Plus. 2024 bilanzierte man noch 300000 Euro Ver- lust. Belastend wirken jedoch nach wie vor ein negativer Produkt- und Kundenmix, gestiege- das ein klares Signal: Deutschland bleibt Kern- markt und Innovationsstandort. Das gelte auch für Grenzach-Wyhlen. Dort soll Geld unter an- derem in Mobilitätslösungen, die Planung der mittelfristigen Campusentwicklung und in die Energietransformation fließen. 2025 gingen 1,4 Millionen Euro nach Grenzach-Wyhlen, seit 2020 waren es mehr als 85 Millionen Euro. Schweizer wieder in der Gewinnzone Roche investiert mehr denn je Intelligente Leiterplatten und mehr Umsatz mit Produkten strategischer Partner puschen die Bilanz des Elektronik-Spezialisten. Wermutstropfen: Der Umsatz aus der Eigenproduktion sinkt weiter. Schweizer Electronic Bekenntnis zu deutschen Standorten Fotos: Schweizer Electronic; Roche; Endress + Hauser Wirtschaft im Südwesten 2/2026 54 Wieder im Plus: Embedding- und Hochfrequenz- Technologien treiben den Umsatz von Schweizer Electronic nach oben. Der Roche-Vorstand: Daniela Kahlert, Claudia Fleischer, Daniel Steiners (v. l.) ne Energie- und Rohstoffpreise sowie eine re- duzierte Auslastung am deutschen Standort. Deutlich verbessert zeigte sich die Finanzlage: Die liquiden Mittel stiegen auf 23,4 Millionen Euro, maßgeblich durch den Anteilsverkauf an der Schweizer Electronic in China. Das Konzernergebnis der Schweizer AG ver- besserte sich um 14 Millionen auf plus fünf Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie lag bei 1,32 Euro. Für 2026 erwartet Schweizer laut Mitteilung einen Umsatz zwischen 165 und 185 Millionen Euro und rechnet weiterhin mit einer starken Nachfrage nach Embedding-Lösungen sowiewachsenden Umsätzen in den Bereichen Aviation und Defence.
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