Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 02/26 - Hochrhein-Bodensee
Hochrhein-Bodensee 2/2026 32 tensysteme, Interbros und die Elektrizitätswer- ke Schönau. Mit im Boot sind auch die Rathäu- ser von Schönau und Todtnau. Nicht warten, sondern handeln „Früher hatten wir so viele Bewerbungen“, sagt Katharina Hackner und deutet mit ihrer Hand- fläche über der Tischfläche die Höhe eines dickeren Papierstapels an. Zwei starke Akten- ordner würden hier locker Platz finden. Doch dieses „früher“ ist lange her. Nicht anders sieht es bei Sensopart aus: „Wir sind tatsächlich ein ‚Hidden Champion‘. Uns findet man eher sel- ten“, sagt Marketingleiter Bernd Eckenfels und lächelt. Das gilt auch für viele andereUnterneh- men im IOW. Daher geht der Initiativkreis voran. Er setzt unter anderem auf eigeneWerbemittel, eineWebsite sowie ganz konkret auf das Format „IOWmeets JUZ“. Die Idee dazu hat Katharina Hackner ent- wickelt. „Wir müssen dahin gehen, wo poten- zielle Auszubildende sind, die sich zum Thema Ausbildung und Beruf vielleicht noch nicht so viele Gedanken gemacht haben. Das Jugend- zentrum ist so ein Ort“, erläutert die Verantwort- liche für Verkauf und Marketing bei Frank Bürs- ten. Mit „Wir“ sind alle Unternehmen im IOW gemeint, vor allem diejenigen, die aufgrund ihrer Größe oder ihres Bekanntheitsgrads unter dem Radar fliegen: „Wenn wir als Frank Bürs- ten wegen einer oder zwei Ausbildungsstellen einladen würden, kommt niemand. Wenn sich aber mehrere Unternehmen aus dem IOW zu- sammentun und ihre Angebote gemeinsam vorstellen, dann ist die Resonanz größer.“ Das sieht auch Joana Rueb von Sensopart so. Einfach und niederschwellig Der Hintergedanke bei „IOW meets JUZ“ be- stand nicht nur darin, Jugendliche in einem Umfeld zu treffen, wo sie sich wohlfühlen, sondern sie abzuholen und ihnen den Weg zu einer Ausbildungsstelle möglichst einfach zu machen. Unabhängig vom Bildungsstand und von der Herkunft. Katharina Hackner: „Das Thema Bewerbung wird sicher in der Schule angesprochen, aber es mangelt häufig an der Umsetzung. Gerade Jugendliche, die wenig oder keine Unterstützung von ihren Eltern er- halten, wirken da oft allein und hilflos.“ Die Hür- de, sich für einen Ausbildungsplatz zu bewer- ben, scheint riesig und werde häufig gescheut. Zumal oft auch gar nicht bekannt sei, wie groß das Spektrum an Ausbildungs- berufen in der Re- gion ist. Daher gab es von Seiten der knapp zehn Aussteller bei „IOW meets JUZ“ konkrete Vorstellungen ihres Ausbildungsangebots, einfache Formulare für Lebenslauf und Co., die an Ort und Stelle aus- gefüllt werden konnten – und vor allem Zeit für Gespräche. Auch Einladungen zum Probearbeiten und Praktika gehören dazu. Die Perspektive hat gewechselt, sagt Joana Rueb: „Wir als Unter- nehmen müssen uns mehr anstrengen, um junge Menschen für eine Ausbildung bei uns zu begeistern.“ Bernd Eckenfels nickt und er- gänzt: „Es gibt imWiesental einfach keinen Rie- senpool an Azubis. Du musst als Anbieter aktiv sein.“ Eckenfels muss es wissen: Seit 1999 hat Sensopart in Gottenheim einen zweiten und mittlerweile größeren Standort, gerade einmal Fotos: Sensopart; Patrick Meck; Frank Bürsten; Katharina Hackner ist bei Frank Bürsten verantwortlich für Verkauf und Mar- keting. Sie hat das Projekt „IOW meets Jugendzentrum“ ins Leben gerufen, das niederschwellig für Ausbildungsplätze wirbt. „Im ländlichen Raum braucht es Ideen. Kooperationen wie IOW zeigen, wie Azubigewinnung gelingt.“ Alexandra Thoß, Leiterin Ausbildung
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