Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'25 -Südlicher Oberrhein
A uch vor dem Bierbrauen macht der Kli- maschutz nicht halt: Die Brauerei Gan- ter hat sich die eigenen CO 2 -Emissio- nen zur Brust genommen und will die so gut wie möglich reduzieren. Und das ist längst nicht das einzige Projekt auf demWeg zur Nachhaltigkeit, verrät Geschäftsführer Detlef Frankenberger. Herr Frankenberger, die Ganter-Brauerei ist ein echtes Freiburger Original. Sie feiert in diesem Jahr ihren 160. Geburtstag und zeigt, wie man Tradition und Nachhaltigkeit verbindet. Wie schaffen Sie diesen Spagat? Das eine schließt das andere nicht aus. Unse- re Tradition verpflichtet uns geradezu, voraus- schauend zu handeln. Wir sehen Nachhaltig- keit als Weiterentwicklung dessen, was uns schon immer wichtig war: Qualität, Verantwor- tung und Regionalität. Was war Ihre Motivation, dem Klimabündnis Zielgerade 2030 beizutreten? Unsere Motivation war klar: Als Brauerei mit einer langen Geschichte sind wir tief in Frei- burg und der Region verwurzelt. Und gerade deshalb sehen wir es als unsere Pflicht, verant- wortungsvoll mit Ressourcen umzugehen und die Zukunft aktiv mitzugestalten. Die Zielgerade 2030 hat uns damals überzeugt, weil sie nicht nur Forderungen stellt, sondern Unterstützung bietet – praxisnah und auf Augenhöhe. Gab es ein konkretes Ereignis oder eine Ent- wicklung, die den Anstoß gegeben hat? Ja, tatsächlich. Nachdem wir mit der Brauerei im Jahr 2019 einen sehr erfolgreichen Marken- Relaunch durchgeführt haben, war 2022 das Angehen unserer Nachhaltigkeitsziele der lo- gische nächste Schritt. Wir haben uns das Ziel gesetzt, die nachhaltigste Brauerei in der Regi- on zu sein. Mit diesem Schritt möchten wir uns zukunftssicher aufstellen. Die Teilnahme am re- gionalen Bündnis „Zielgerade 2030“ war neben „KlimaWin BW“ ein wichtiger Meilenstein auf diesemWeg. Der Plan: Wir reduzieren bis 2030 und darüber hinaus unsere eigenen CO 2 -Emis- sionen bestmöglich und orientieren uns an den Klimazielen der Science Based Targets initiative (SBTi). Darüber hinaus übernehmen wir gleich- zeitig spätestens ab 2030 Verantwortung für unsere Restemissionen, indem wir beispiels- weise sinnvolle regionale Klimaschutzprojekte finanziell unterstützen. Welche Potenziale konnten Sie durch das Bündnis erkennen und nutzen? Ein großer Hebel war definitiv die Energie- effizienz. Sehr gut war der Blick von außen auf unsere Prozesse und die Produktion. Die Poten- zialanalyse hat uns ein Portfolio an Verbesse- rungspotenzialen aufgezeigt. Wir konnten in der Folge gezielt Maßnahmen umsetzen, die sich auch wirtschaftlich rechnen. Welche Maßnahmen oder Prozesse haben sich besonders verändert oder verbessert? Wir haben etwa unsere Kühlsysteme erneuert und sparen damit rund 50 Prozent Energie ein. Wir sind 2023 auf Ökostrom umgestiegen. Pa- rallel haben wir eine neu PV-Anlage installiert, die jährlich 51 Tonnen CO 2 vermeidet. Weiter wurde eine Wärmepumpe installiert, mit der jährlich 142 Tonnen CO 2 vermieden werden. In diesem Jahr investierten wir zudem in einen neuen Dampfkessel. Mit dieser Maßnahme wird Ganter rund 20 Prozent weniger Gas und 30 Prozent weniger Strom verbrauchen. Pers- pektivisch folgen weitere zentrale Dekarboni- sierungsmaßnahmen. Welche Benefits haben Sie durch die Teil- nahme an Zielgerade 2030 erfahren? Der größte Benefit ist für mich die verlässliche Begleitung durch die Energieagentur Regio Freiburg, aber auch der kontinuierliche Aus- tausch mit anderen Unternehmen, die ähnlich ticken. Da entstehen nicht nur Ideen, sondern auch gegenseitige Motivation. Fachlich pro- fitieren wir von der Expertise, die im Bündnis steckt – sei es durch Workshops, Coachings oder auch kurze Impulse. Und nach außen ist es natürlich auch ein starkes Signal, Teil eines glaubwürdigen Netzwerks zu sein. Haben Sie auch Rückmeldungen von Kun- den oder Partnern erhalten? Absolut. Wie bewerben unsere Teilnahme am Bündnis auf unserem Internetauftritt. Viele Menschen achten heute viel stärker darauf, wie Produkte entstehen. Unsere Nachhaltigkeits- aktivitäten stoßen auf sehr positive Resonanz - und das stärkt die Marke. Südlicher Oberrhein Regio Fotos: Brauerei Ganter IHK-Sommerfest 39 Schöner Netzwerkabend mit Impulsen und Begegnungen Käpsele Innovation Festival 40 Nicht nur Wirtschaftsstandort sondern Innovations-Ökosystem E-Commerce 42 Globaler Online-Handel birgt Chancen und Risiken Zukunft.Raum.Schwarzwald 43 KI-Einsatz in Unternehmen wird gefördert Robert Merle 44 Der Matchmaker der Berufe geht in den Ruhestand Dialogtag Ausbildung 45 Ein Tag im Zeichen von Praxis, Austausch und Innovationen Freiburger Innovationspreis 46 Unternehmen für Wirtschaft der Zukunft ausgezeichnet Förderaufruf 47 Quantentechnologie entdecken
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