Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'25 - Hochrhein-Bodensee

IHK Hochrhein-Bodensee   REGIO REPORT ANZEIGE I ndus t r i e fußböden Dr. Oetker GmbH (Ancel) in F-67130 Schirmeck 77656 Offenburg-Elgersweier Carl-Zeiss-Straße 18 Tel. 0781 / 6059 - 0 www.storz-fussbodenbau.de info@storz-fussbodenbau.de berichteten mehr als die Hälfte der Händler von gegenüber dem Vorjahresquartal gesunkenen Umsätzen. Graf: „Auch das Kauf- verhalten der Kunden sieht wenig erfreulich aus. Hier berichten 60 Prozent der Händler von zurückhaltendem Konsum, 40 Prozent beschreiben dieses als saisonüblich.“ Von Kauffreudigkeit aber werde nicht berichtet. Dienstleistungsbereich weiter positiv Immerhin 59 Prozent der Dienstleister berichten laut Graf von einer guten Geschäftslage, weitere 31 Prozent von einer befriedigenden Situation, „und nur knapp zehn Prozent sind mit der Lage nicht zu- frieden“. Beim Umsatz verzeichneten 39 Prozent eine Zunahme, 30 Prozent einen Rückgang gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal. Bei der Ertragslage meldeten deutlich mehr Unternehmen eine gute Situation als im vergangenen Herbst. Damals bezeichneten nur 28 Prozent ihre Ertragslage als gut, in der aktuellen Umfrage sind es rund 51 Prozent. Weitere 31 Prozent sind zufrieden. „Doch nur 24 Prozent der Dienstleister verspüren eine steigende Tendenz beim Auftragseingang, 32 Prozent dagegen eine fallende Tendenz“, zitiert er aus den Daten der Umfrage. Erwartungen für die kommenden Monate Die Geschäftserwartungen in der Region Hochrhein-Bodensee unterscheiden sich bei Industrie, Handel und Dienstleistung zu Jahresbeginn deutlich. „Im Produktionsbereich sind die Erwartungen besser als im Herbst. 29 Prozent der Betriebe gehen von besseren Geschäften in den kommenden Monaten aus, 45 Prozent immerhin von einer gleichbleibenden Entwicklung“, berichtet Alexander Graf. Ein Viertel des produzierenden Gewerbes erwarte allerdings eine weitere Verschlechterung. „Deutlich besser als in der jüngsten Umfrage werden dabei die Exporterwartungen eingestuft.“ Hier erhöht sich der Anteil der Unternehmen, die mit steigenden Expor- ten rechnen, von 23 auf 30 Prozent, während die Zahl derer, die mit sinkenden Auslandsgeschäften planen, von 30 auf 20 Prozent zurückgeht. Im Handel prognostizieren mit 37 Prozent deutlich weniger Unter- nehmen schlechtere Geschäftsverläufe für die kommenden Monate als noch im Herbst 2024. „57 Prozent der befragten Händler erwar- ten ein gleichbleibendes Niveau, doch nur sechs Prozent rechnen mit einem besseren Geschäft“. Der Blick nach vorne falle damit etwas besser aus als vor einem Jahr. Mit kauffreudigen Konsumenten rechnen allerdings die wenigsten Handelsbetriebe. In der Dienstleistungsbranche geht ein Großteil der Unternehmen – gut 59 Prozent – von konstanten Geschäften aus. Gegenüber der Herbstbefragung hat sich die Zahl der Unternehmen, die für die kommenden Monate eine Verbesserung der Geschäfte vorausse- hen, von 31 Prozent auf 19 Prozent verringert. Aber auch der Anteil derjenigen, die eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung prognostizieren, reduziert sich von 32 auf 22 Prozent.  Investitionsbereitschaft wird geringer Das schwierige außenwirtschaftliche Umfeld und die inländische Kaufzurückhaltung schlägt sich auch auf die Investitionsabsichten der Unternehmen in der Region nieder. Diese gehen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. „Die Zahl der Unternehmen, die 2025 keine Investitionen vornehmen wollen, ist von fünf auf 16 Prozent gestie- gen“, erläutert Graf. Mehr noch: „Von einer Reduktion des Investiti- onsvolumens gegenüber dem Vorjahr gehen aktuell 29 Prozent aus.“ Die großen Themen in der Industrie bleiben die Ersatzbeschaffung (65 Prozent), Umweltschutz- und Energiemaßnahmen (60 Prozent) sowie Rationalisierungen (51 Prozent). In den Sektoren Handel und Dienstleistung plane jeder zweite Betrieb Investitionen in Digitali- sierung und Innovationen. „Auch hinsichtlich der Personalplanung ist Zurückhaltung zu spüren: 64 Prozent der Unternehmen geht von einer konstanten Anzahl der Beschäftigten aus.“ Inlandsnachfrage bestimmt Entwicklung Die Inlandsnachfrage wird von 60 Prozent aller Betriebe und von 71 Prozent der Industriebetriebe und Handelsunternehmen am häufigs- ten als Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung genannt. Wie in der Herbstbefragung folgen Fachkräftemangel (56 Prozent) und Arbeitskosten (53 Prozent). „Inlandsnachfrage und Fachkräftemangel weisen fallende Tendenzen auf“, so Graf. Deutlich zugenommen hät- ten bei den Unternehmen dagegen die Sorgen um den aktuellen Kurs der Wirtschaftspolitik und die geopolitischen Spannungen: „Jedes zweite der befragten Unternehmen sieht in der Wirtschaftspolitik ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unter- nehmens.“ Hohe Kosten, Steuern und Bürokratie belasten die Wettbewerbs- fähigkeit der Unternehmen und sind strukturelle Defizite des Wirt- schaftsstandorts Deutschland. So rechnet die Deutsche Indus- trie- und Handelskammer (DIHK) damit, dass die Gesamtzahl der Unternehmensinsolvenzen 2025 erstmals seit 2017 die Schwelle von 20.000 überschreiten könnte, sagt Graf. Seine Forderung: „Mit einem kräftigen Aufbruchssignal und langfristig verlässlichen, wirtschafts- freundlichen Rahmenbedingungen, allen voran merklich weniger Bü- rokratie, muss die Politik bei den Unternehmen dringend wieder mehr Vertrauen aufbauen und Zuversicht für eine gelingende Transformation schaffen.“ Im aktuellen Umfeld sehe die DIHK für die Wirtschaftsent- wicklung 2025 im gesamten Bundesgebiet allerdings kein Wachstum, sondern eine Stagnation der Wirtschaftsleistung voraus. mrk Ausführliche Dokumentation unter www.ihk.de/konstanz Alexander Graf Geschäftsführer Fachbereich Region entwickeln 07622 3907-213 alexander.graf@konstanz.ihk.de

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