Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'24 - Hochrhein-Bodensee

32 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2024 I hre Arbeit wurde schon lobend als „Abwassercoaching“ bezeich- net: Die Definition passt, ist dies doch zumindest ein Teil des Port- folios, das die Smart5 anbietet. Das 2020 gegründete Unternehmen bündelt in seinen beiden Tochterfirmen das technische Wissen und Dienstleistungen rund um die industrielle Abwasseraufbereitung, seine Wiederverwendung und die Trinkwasserpurifikation. Geleitet wird es von Jochen Holz und Frank Schlegel. „Unser Schwerpunkt ist ganz klar die Abwassertechnik“, macht Schlegel deutlich. Hier bedient das Unternehmen Kunden aus der Automobil- genau wie aus der Entsorgungsbranche und darüber hinaus. „Die Reinigung von Abwasser aus industriellen Prozessen ist eine komplexe Angelegenheit“, sagt Jochen Holz: Schließlich gibt es viele Arten von Industrieabwässern mit den unterschiedlichsten Schadstoffen und Verschmutzungsgraden – abhängig ob das Wasser für die Produktion selbst, zur Reinigung oder Kühlung genutzt wurde. Daher betrachten die Umwelttechniker von Smart5 eine Anlage und das jeweilige Projekt immer in Zusammenhang mit den Ziel- setzungen: „Wer sein Wasser ‚nur‘ aufbereiten will, um es in der Anlage zweckgebunden wiederzuverwenden, kann unter Umständen andere Mittel einsetzen als eine Firma, die ihre Abwässer ins öffent- liche Abwassernetz einspeisen möchten.“ Es geht um einsatzbare Technologien sowie um die generelle Infrastruktur, wenn Prozesse nachhaltig optimiert werden sollen. Denn leider „gibt es weder den ‚Goldenen Knopf‘, der alles löst, noch Standardlösungen, die immer funktionieren“, sagt Jochen Holz mit einem Lächeln in der Stimme. „Stop and Go“ vermeiden Es gibt aber mögliche Ansatzpunkte in der Abwasserbehandlung, die immer wieder thematisiert werden: „Im Sinne der Energieef- fizienz, aber auch bei chemischen Prozessen, ist ‚Stop and Go‘ nicht empfehlenswert. Wenn sich also eine Anlage immer wieder abschaltet und neu anlaufen muss, weil nicht genügend Nachschub vorhanden ist, wirkt sich das negativ auf den Energieverbrauch und den Wirkungsgrad aus.“ Auch bei solchen Vorkommnissen sind die Ingenieure von Smart5 gefragt. „Unsere Lösungsansätze greifen bei unseren Auftraggebern zum Teil direkt in deren Prozesse ein“, erläutert Jochen Holz. So kann etwa Prozessabwärme für die Wasseraufbereitung genutzt werden: Damit, so der Diplom-Ingenieur, „sind CO 2 -und Strom-Einsparungen von je bis zu 70 Prozent möglich“. Ob diese Lösungen umgesetzt werden und von wem, das entscheidet der Kunde. „Wir haben unser Netzwerk, mit dem wir eigene Konzepte umsetzen. Manchmal ist nur unser Engineering gefragt und die Firmen setzen das mit ihren eigenen Partnern um.“ Dezentral aufgestellt Zwar haben die „smart5 invest GmbH“ mit ihren beiden operativen Gesellschaften „smart5 envitech GmbH“ und „smart5 services GmbH“ ihren Sitz in Lörrach, „aber eigentlich sind wir komplett dezentral aufgestellt“. Es hätte auch Freiburg sein können, wo Jo- chen Holz lebt. „Unsere acht Mitarbeiter inklusive uns selbst sind entweder bei Kunden im Einsatz oder können von jedem Punkt der Welt an den Projekten arbeiten. Daher haben wir auch keine Firmenzentrale mit großer Infrastruktur“, beschreibt es Frank Schle- gel, der in Lörrach zu Hause und daher verantwortlich für den Ort des Firmensitzes ist. Gefragt ist Smart5 europaweit, „aber unser Kernmarkt ist Süddeutschland mit Österreich und der Schweiz“, erläutert Jochen Holz. mrk https://smart5-group.com In der Abwasserentsorgung stecken Potentiale Lörracher Unternehmen „smart5“ schafft Lösungen Bei so gut wie jedem industriellen Prozess entsteht Abwasser: Dessen Entsorgung ist mit hohen Auflagen und dementsprechenden Kosten verbunden. Doch auch hier gibt es Lösungen: Dafür sorgen die Ingenieure von „smart5“ aus Lörrach und ihr großes Netzwerk. Joachim Holz (links) und Frank Schlegel sind die „Abwassertuner“ von Smart5 aus Lörrach. Problemlöser

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