Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

31 9 | 2024 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg   REGIO REPORT 8. Außenwirtschaftsforum Orientierung in Zeiten globaler Umwälzungen D ie Zeichen stehen auf Konfrontation statt Kooperation, und an kaum einem anderen Ort im Unternehmen schlägt sich das so stark nieder wie in der Exportabteilung: Beim 8. IHK-Außenwirt- schaftsforum in den Donauhallen in Donaueschingen standen die Vorzeichen eines grundlegenden Wandels der Globalisierung und die staatliche Reaktion darauf im Fokus. Die 140 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich von international renommierten Fachleuten zum Thema Export auf den neuesten Stand bringen zu lassen. IHK-Vizepräsident Steffen P. Würth ließ in seiner Begrüßung keinen Zweifel daran, dass er die Lage der Gäste dieses jährlichen Events nur zu gut verstehen kann. Hier die Regulierungsansprüche, For- mularanträge auszufüllen, dort die zentralen Faktoren mit staatlich echtem Anlass: einer wahren Vorschriftenflut, die auf überbordende Weise die Unternehmen beschäftige, sich immer schneller verände- re und damit Arbeitskraft binde, ohne dass Zeit zum Geldverdienen wäre. So unterstrich zum Beispiel online zugeschaltet Henning Vöpel (Centrum für Europäische Politik) den Abschied vom Multilateralis- mus und den Aufstieg von Mächten wie China als führende Kraft. Deutschland sei auf diese Verschiebungen schlecht vorbereitet. Zunehmender Bedeutungsverlust der USA Ähnlich beurteilte diese Verlagerung Hans-Michael Wolffgang, Ins- titut für Zoll- und Außenwirtschaftsrecht an der Universität Müns- ter: Er belegte den zunehmenden Bedeutungsverlust der USA, das Erstarken von Diktaturen und autoritären Systemen wie Russland und China und deren Expansion. Generell gebe es eine Tendenz zu Konfrontation anstelle der früher geförderten Kooperation, gegen die sich die EU und ihre Mitgliedsstaaten durch Regeln schützen müssen – sie sorgen damit für noch mehr Arbeit und wachsende Ri- siken in den Exportabteilungen. Als Beispiel nannte Rechtsanwältin Antje Klötzer-Assion das zeitgleich mit dem Außenwirtschaftsforum veröffentlichte 14. Sanktionspaket der EU: Die erneute Reaktion gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine verhängt für Unter- nehmen mit einer eingeräumten Frist von zwei Tagen, die darin beschriebenen Vorgaben zu lesen und intern erforderliche Maß- nahmen zu ergreifen. Rechtsanwalt Ulrich Möllenhoff skizzierte für Unternehmen we- sentliche Möglichkeiten, ihre Compliance sowohl auf Geschäfts- führungsebene als auch über klare betriebliche Prozesse und im Vertragsmanagement zu organisieren, das Reaktionsmöglichkeiten auf drohende Schwierigkeiten einräume – zum Beispiel auch die Anforderung an Kunden in Drittländern, Waren nicht entgegen EU- Sanktionen an Russland weiterzureichen, die auf den Embargolisten stehen. Beide Anwälte nannten Gefängnisstrafen, empfindliche Geldbußen und dass die Kontrolldichte und die Bereitschaft zur Ahndung von Fehlern wachsen. Gesundes Augenmaß gefordert Weitere Fachvorträge befassten sich im Im- und Export mit hilf- reichen Instrumenten, die Zeit und Geld sparen. In den Pausen und bei der Podiumsdiskussion wünschten sich die Teilnehmer zu Zollprozessen das erforderliche Augenmaß und vor allem dazu von Anfang an weit mehr KI von den Akteuren, wenn neue Themen zur Nachhaltigkeit in der Außenwirtschaft aufschlagen. Ein ausführlicher Bericht und weitere Informationen sind abrufbar über die IHK-Internetseite durch die Eingabe der Dokumentennum- mer 5507874 im Suchfeld. RG Ingrid Schatter, Fachbereich International 07721 922-120 schatter@vs.ihk.de Bilder: Michael Kienzler Volles Haus in den Donauhallen in Donaueschin- gen: 140 Fachleute kamen zum 8. Außenwirt- schaftsforum der IHK. IHK-Vizepräsident Steffen Würth eröffnete das mittlerweile achte Außenwirtschaftsforum.

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