Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
30 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 9 | 2024 D as Fazit des jüngsten Treffens des IHK-Tourismusausschusses auf dem Klippeneck zeigt: Der Tourismus in der Re- gion zieht wieder an und die Hoteliers zei- gen sich durchaus mit dem ersten Quartal zufrieden. Die steigenden Besucherzahlen und die bislang positive Entwicklung der Tourismusbranche sorgen für Optimismus bei den Unternehmern. „Wir verzeichnen aktuell eine erfreuliche Entwicklung bei der Gästenachfrage. Um auch zukünftig unse- re Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, ist es für uns in Bad Dürrheim jedoch von zentraler Bedeutung, dass sich auch die Bettenstruktur sowohl in qualita- tiver als auch quantitativer Hinsicht wei- terentwickelt. In diesem Zusammenhang gilt es insbesondere, die aktuell geplanten Hotelprojekte sehr zeitnah in die Umset- zung zu bringen“, bestätigt Markus Spettel, stellvertretender Ausschussvorsitzender und Geschäftsführer der Kur & Bäder GmbH Bad Dürrheim. Herausforderung Fachkräftemangel Allerdings bleibt der Personalmangel ein gro- ßes Problem für die Betriebe. „Es ist nach wie vor die größte Herausforderung in der Branche, qualifizierte Arbeitskräfte zu fin- den und damit auch die vorhandenen und guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten“, unterstreicht Georg Wiengarn, Inhaber der Best Western Plus Schwarz- wald Residenz in Triberg, die Forderung des Gremiums nach besseren Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. Gerade bei der Einwan- derung von Fachkräften und der Integration ausländischer Menschen wünsche sich die Branche Verbesserungen. Beispielhaft dau- ere die Anerkennung ausländischer Berufs- abschlüsse deutlich zu lange. Dies gehe zu Lasten der Beschäftigungsbemühungen der Unternehmen. Darüber hinaus kritisieren die Unternehmer die zunehmende Bürokratie und Gesetzeszu- nahme, die ihre Betriebe verstärkt belasten. Sie fordern eine Vereinfachung der büro- kratischen Prozesse und eine umfassende Reduzierung der gesetzlichen Vorschriften. „Das Vertrauen in die Politik und deren Ent- scheidung geht zunehmend verloren“, fasst Michael Steiger, IHK-Vizepräsident und Aus- schussvorsitzender, die Aussprache der Be- triebe zusammen. Forderung nach Moratorium „Unternehmen wollen unternehmen. Und kei- ne Dokumentationen ausfüllen, Nachweise führen oder Behördengänge absolvieren.“ Er bekräftigt die bekannte Forderung des Mittelstandes nach einem Bürokratiemora- torium. Aktuell kämen mehr Gesetze und Vorschriften hinzu, als abgebaut würden. „Die Politik muss dringend handeln und uns Unternehmen mehr Flexibilität ermöglichen“, so Steiger. Wo die Leistungsfähigkeit sinke, verliere auch die Tourismusregion an Attrak- tivität. DH Daniela Hermann Fachbereich Standortpolitik 07721 922-136 hermann@vs.ihk.de Die Sparneigung der Bürger ist hoch, ihre Konsumlaune zurückhaltend. Gleichzeitig steigen die Kos- ten im regionalen Mittelstand. Der Mix aus höheren Preisen für Energie und Nahrungsmittel beschäf- tigt auch das regionale Gastgewerbe. Trotzdem behauptet sich die Branche bei Gästen und Bürgern. Bild: Philipp Hilsenbek »Unternehmen wollen unternehmen« IHK-Tourismusausschuss auf dem Klippeneck Regionales Gastgewerbe punktet bei Besuchern und Bürgern INFORMATION Der IHK-Tourismusausschuss ist das beratende Gremium des Wirtschafts- parlaments – der IHK-Vollversamm- lung – in allen tourismuspolitischen Angelegenheiten. Er vertritt insge- samt knapp 2.500 Unternehmen. Im Tourismusausschuss stärkenVertreter aus den Branchen Hotellerie, Gastro- nomie, Reise- und Freizeitwirtschaft ihr Netzwerk und agieren gemeinsam Richtung Politik und Entscheidungs- träger. Der Tourismus in der Region zieht wieder an, so der IHK-Tourismusausschuss auf dem Klippeneck.
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