Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März/April'24 -Südlicher Oberrhein

28 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3+4 | 2024 REGIO REPORT  IHK Südlicher Oberrhein IHK-Ausschussmitglieder auf „Wasserstoff-Tour“ Wasserstoff als Schlüssel zur Dekarbonisierung D amit Baden-Württemberg das selbst gesteckte Ziel der Klimaneu- tralität im Jahr 2040 theoretisch erreichen kann, braucht es unter anderem deutlich mehr Wasserstoff (H 2 ), als bislang angenommen wurde (mehr siehe Seite 52). Im Schwerpunkt ist also ein Aufbau regionaler Kapazitäten zur Wasserstofferzeugung von Bedeutung, vor allem aber der (Um-)Bau von H 2 -Fernleitungs- und -verteilnetzen sowie der Abschluss internationaler Lieferpartnerschaften, um ausreichende Mengen an Wasserstoff in den Südwesten zu bekommen. Um einen Einblick in einen der europäischen Vorreiterstandorte bei H 2 - Erzeugung und -netzausbau zu erhalten, folgten im Januar Mitglieder verschiedener IHK-Ausschüsse sowie Mitglieder der 3H2-Initiative der Einladung der IHK zu einer Delegationsreise in die Niederlande. Die Gruppe konnte beeindruckende Einblicke in den Wasserstoff- hochlauf der Niederlande, im Speziellen im Hafengebiet Rotterdam, erleben. In Europas größtem Industriehafen Rotterdam laufen aktuell die Planungen und erste Umsetzungen zur Errichtung von 2,5 GW ins- tallierter Elektrolyse-Leistung, die bis 2030 im Hafengebiet in Betrieb sein sollen. Hier werden heute bereits 13,5 Prozent der gesamten in Europa genutzten Energiemengen verteilt – Tendenz stark steigend. Was nach dieser Delegationsreise bleibt, ist ein gänzlich neues „Empfinden“ von Projektierungsgeschwindigkeit und -größe sowie die Tatsache, dass Deutschland in puncto Wasserstoffhochlauf noch schneller ins Tun kommen sollte - sowohl bei der Infrastruktur als auch bei der Unterstützung von Endanwendungen. ol Südbadische Delegation auf Indienreise Handwerksinitiative vor dem möglichen Ausbau D er Ausbau des Projektes „Aus Indien nach Südbaden – Azubis fürs Handwerk“ (AINS-AH) führte im Januar Vertreter von fünf Kammern und Verbänden aus der Region auf eine Delegationsreise nach Indien. Mit von der Partie waren die IHK Südlicher Oberrhein, die Handwerkskammer (HWK) Freiburg, das Fleischer-Handwerk Baden- Württemberg, die Bauwirtschaft Baden-Württemberg und die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM). Auf dem Programm standen das persönliche Kennenlernen der potenziellen 15 neuen indischen Kandidatinnen und Kandidaten. Zudem besuchte die Delegation verschiedene Bildungseinrichtungen, um das indische Bildungssystem näher kennenzulernen. Im Jahr 2022 hatten 13 indische Auszubildende im Rahmen von „AINS-AH“ ihre Lehre im Fleischer-Handwerk gestartet. Im ver- gangenen Jahr wurde das Projekt auf die Gewerke Betonbauer, Straßenbauer, Maurer, Mechatroniker und Elektroniker übertragen – mit weiteren 45 jungen Inderinnen und Indern, die ihre Ausbil- dung in Südbaden begonnen haben. „Damit konnten wir dieses erfolgreiche Projekt zur Fachkräftesicherung noch breiter aufstel- len“, betont Handwerkskammerpräsident Johannes Ullrich. Die Handwerkskammer Freiburg hatte das Projekt gemeinsam mit der indischen Partneragentur „Magic Billion“ und der Fleischerinnung Lörrach-Waldshut initiiert. Auch in anderen Branchen wird das Modell aufmerksam verfolgt. „Wir beobachten das Projekt der Handwerkskammer schon länger mit großem Interesse“, erklärt Simon Kaiser, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK. „Das persönliche Kennenlernen aller Beteiligten in Indien und die vertieften Einblicke bestärken unsere Idee, ein vergleichbares Projekt für unsere Unternehmen auf den Weg zu bringen.“ HWK Freiburg/uh Mitglieder der IHK-Umwelt-, Energie, Verkehrs- und Industrieausschüsse sowie 3H2-Mitglieder im Hafen Rotterdam Bild: HWK FR Die Delegationsteilnehmer bei einem Besuch in Hyderabad mit Vertretern der Partneragentur Magic Billion, Ausbildungskandidaten, Sprachlehrern und dem Team der National Academy of Construction.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5